Teichfolie oder Teichbecken ist eine der ersten Fragen, die sich bei der Planung eines Gartenteichs stellt. Die Entscheidung beeinflusst nicht nur Form und Größe, sondern auch Aufwand, Kosten und Pflege in den kommenden Jahren. Neben klassischen Kunststoffbecken und Teichfolie kommen auch Beton und Ton als Materialien infrage. Jede Variante hat ihre eigenen Stärken und Grenzen, die je nach Gartensituation unterschiedlich ins Gewicht fallen.
Wer sich mit Teichfolie oder Teichbecken beschäftigt, sollte nicht nur den Preis betrachten, sondern auch den späteren Pflegeaufwand, die gewünschte Teichform und die geplanten Teichzonen berücksichtigen. Gerade bei größeren oder naturnah gestalteten Teichen spielt die Materialwahl eine zentrale Rolle.
Bei den meisten stellt sich die Frage, ob Teichfolie oder ein fertiges Teichbecken genutzt werden soll. Allerdings eignen sich auch Beton und Ton für das Anlegen eines Gartenteiches.
Beton
Beton ist die haltbarste Lösung. Er zeichnet sich durch große Flexibilität aus und wird vor allem für sehr große Teiche gerne genutzt. Allerdings ist das Anlegen aufwendiger und schwerer als bei allen anderen Alternativen. Kaum jemand wird imstande sein, einen Betonteich ohne fremde Hilfe anzulegen und Betonmischer und Bagger sind fast schon Pflicht. Zusätzlich dauert es aufgrund der Trockenzeiten länger und der Teich muss vor dem Einsetzen der Pflanzen vollständig entleert werden, um zu vermeiden, dass Giftstoffe in das Teichwasser gelangen.
Die Kosten können unter denen von sehr großen Plastikbecken liegen, allerdings ist das Anlegen mit Beton deutlich teurer als Teichfolie. Ein weiterer Nachteil ist, dass Beton im Winter Risse bekommen kann, was eine Überholung in jedem Frühjahr notwendig macht.
Ton
Den Teich mit Ton anzulegen, ist ebenfalls nicht ganz günstig und arbeitsaufwendig. Durch die Formbarkeit lassen sich allerdings gerade komplizierte Formen gestalten und Ton wirkt als Naturmaterial natürlich. Allerdings sollte bedacht werden, dass Ton keine Kapillarsperre zum Umland bildet, also Wasser entweichen kann. Außerdem quillt Ton im Wasser auf, was dazu führen kann, dass ihn gründelnde Fische aufwirbeln und die Sicht trüben.
Teichbecken aus Kunststoff
Teichbecken aus Kunststoff sind sehr stabil und meist von vorneherein in verschiedene Teichzonen aufgegliedert. Das gewährleistet gerade bei kleineren Teichen eine sinnvolle Einteilung, die ein gesundes Ökosystem ermöglichen kann. Die Installation erfordert nicht nur weniger Planung und Hintergrundwissen, sondern auch nur wenige Stunden Arbeit. Dafür sind Teichbecken jedoch auch recht teuer und klein. Außerdem müssen Teichbecken wegen der geringen Größe ungefähr alle fünf Jahre generalüberholt werden.
Teichfolie – aber welche?
Teichfolie ist wesentlich günstiger und flexibler in der Gestaltung. Gerade bei größeren Teichen muss fast zwangsläufig auf sie zurückgegriffen werden. Dafür reißt Teichfolie wesentlich schneller und der Gärtner muss die eigenen Zonen selbst festlegen.
Die richtige Teichfolie zu finden ist nicht ganz leicht. Sie ist in Kautschuk, PVC und PE sowie in den verschiedensten Stärken und Farben erhältlich.
PVC ist der Standard bei deutschen Teichen, weil es preisgünstig und leicht zu verlegen ist. PE ist umweltfreundlicher, kann jedoch nur mit Heißluft verlegt werden und ist deswegen auch schwieriger zu reparieren.
Kautschuk ist ebenfalls umweltfreundlicher, UV- und ozon-stabil und ist leicht zu verlegen. Allerdings sind Schäden an der Folie fast genauso schwer zu erkennen wie zu beheben. Risse und Löcher lassen sich nur durch Vulkanisierung stopfen.
Im Normalfall sollte eine 1 mm dicke Folie ausreichen. Bei großen Tiefen oder bei einem sehr steinigen und wurzelreichen Untergrund sollte sie allerdings dicker sein. Ein Teichvlies und eine Sandschicht dürfen dann ebenfalls nicht fehlen. Bei Teichen mit einer Tiefe unter einem Meter kann auch eine dünnere Folie ausreichend sein. Folie, die dicker als 1,5 mm ist, wird deswegen nur selten verlegt, weil sie wesentlich steifer ist und sich nur mit großem Aufwand verlegen lässt. Außerdem bietet sie keinen zusätzlichen mechanischen Schutz.
Entscheidungshilfe bei Teichfolie oder Teichbecken
Ob Teichfolie oder Teichbecken die bessere Wahl ist, hängt stark vom geplanten Teichtyp ab. Kleine Zierteiche profitieren oft von fertigen Becken, während größere oder frei geformte Teiche fast immer mit Folie umgesetzt werden. Auch die geplanten Teichzonen spielen eine Rolle, denn sie müssen bei Teichfolie selbst angelegt werden. Eine ausführliche Orientierung dazu findest du im Beitrag Teichzonen im Gartenteich: Zeitpunkt, Größe und Aufbau.
Wer sich intensiver mit naturnahen Lösungen beschäftigt, findet im Buch Wasser im Garten: Naturnahe Teiche, Bachläufe und Badestellen selbst bauen viele Anregungen zur Materialwahl, zur Gestaltung mit Folie oder festen Becken sowie zur Einbindung von Wasserläufen und Badebereichen in den Garten. Der Praxisbezug hilft besonders dann, wenn die Entscheidung zwischen Teichfolie oder Teichbecken noch offen ist.
Weitere Grundlagen, Pflegehinweise und thematisch passende Beiträge sind gesammelt im Überblick Rund um den Gartenteich zu finden und erleichtern die langfristige Planung.
Fazit
Die Frage Teichfolie oder Teichbecken lässt sich nicht pauschal beantworten. Beide Materialien haben klare Einsatzbereiche. Wer Aufwand, Pflege und gewünschte Gestaltung realistisch abwägt, findet jedoch schnell die Lösung, die zum eigenen Garten passt.
