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Wir wissen, daß an der Zersetzung von organischen Stoffen (Dünger, Streu, Schlamm 2c.) viele kleine Tiere teilnehmen. Auch im Boden üben viele Tiere eine derartige Tätigkeit aus. Für die Landwirte kommen hier in erster Linie die Würmer, ganz besonders die Regenwürmer, in Betracht, die sich von pflanzlichen und tierischen Stoffen, sowie von Erde ernähren. Diese Stoffe wandern durch den Verdauungsapparat der Würmer. Da deren Verdauungsflüssigkeit von derselben Natur ist, wie die Ausscheidungen der Bauchspeicheldrüse der höheren Tiere und wie diese beispielsweise Eiweißstoffe zu lösen, Stärke in Zucker überzuführen und auch Cellulose (Holzfaser) anzugreifen vermag, so kann man ohne weiteres annehmen, daß die den Verdauungsapparat der Würmer passierenden organischen Stoffe verschiedenartigen chemischen Veränderungen unterliegen, infolge deren sie nach Ausscheiden aus dem Tierkörper leichter als vorher zersetzbar sind. - Die geistvollsten Studien hierüber verdanken wir bekanntlich Darwin.

Die von Wollny ausgeführten Versuche zeigten durch das gewonnene Zahlenmaterial, daß die Kohlensäureentwicklung in dem mit Regenwürmern besetzten Boden eine wesentlich stärkere ist als in dem wurmfreien, was wohl darauf beruhen dürfte, daß die organischen Stoffe in ersterem schneller und leichter der Zersetzung anheimfallen. Hieraus kann aber nur der Schluß gezogen werden, daß die Menge der bei dem Zerfall der im Boden vorhandenen organischen Stoffe sich bildenden Pflanzennährstoffe in der mit Würmern besetzten Erde größer sein wird als in der wurmfreien. Weiterhin stellte Wollny durch genaue Versuche fest, das die Menge der löslichen Stickstoffverbindungen und Mineralstoffe, welche gleichfalls durch die Zersetzung der organischen Stoffe entstehen, in der mit Würmern versehenen Erde größer als in der wurmfreien war, daß also durch die Tätigkeit der Regenwürmer der Reichtum des Bodens an aufnehmbaren Pflanzennährstoffen erhöht wird. Dazu kommt aber noch der Umstand, daß die Würmer die Fruchtbarkeit des Bodens auch in anderer Weise günstig beeinflussen. Durch ihre Tätigkeit tragen sie zur Lockerung und Krümelung des Bodens bei. Nach den von Wollny angestellten Versuchen war nach 6 Wochen die mit Würmern besetzte Erde nicht nur vollständig gekrümelt, sondern zeigte auch eine beträchtliche Vermehrung des Volumens (27,5 Prozent). Dadurch wird aber wieder das Wasserfassungsvermögen des Bodens vermindert, das Luftfassungsvermögen dagegen erhöht. Infolge der Krümelung ist auch die Durchlässigkeit für Luft und Wasser im wurmhaltigen Boden bedeutend größer als im wurmfreien. - Der Nutzen der Würmer ergibt sich also aus der Tatsache, daß sie die Zersetzung der organischen Stoffe im Boden nicht unerheblich fördern und anderseits durch ihre Tätigkeit den mechanischen Zustand des Bodens in günstiger Weise abändern. Da nun aber die Würmer gerade dort in größerer Zahl aufzutreten Pflegen, wo der Boden eine größere Menge Feuchtigkeit enthält, so ist ihre Tätigkeit hier in Bezug auf die Regulierung der Luftzufuhr und des Wasserfassungsvermögens von ganz besonderer Wichtigkeit.
 





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Bei den Artikeln, Tipps und Tricks, usw. auf dieser Webseite handelt es sich zum größten Teil um Auszüge aus Büchern, die um 1900 erschienen. Daher sind die Rezepte und Anleitungen nicht auf dem neuestem wissenschaftlichen Stand. D.h.: Es ist gut möglich, dass manchmal Mittel und Chemikalien verwendet werden, von denen man heute weiß, dass sie giftig sind. Bevor ihr irgendetwas davon anwendet, solltet ihr euch also auf jeden Fall über die verschiedenen Chemikalien, deren Wirkungsweise und deren Gefahren erkundigen.
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