August
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Perlzwiebel
Die Perlzwiebel (Allium ampeloprasum), auch Winterschnittlauch genannt, gedeiht am besten in
einem lockeren humusreichen Gartenboden. Wenn dieser nicht von Natur
sandhaltig ist, so fügt man ihm etwas Sand zu.
Die Vermehrung geschieht durch Brutzwiebeln, die schon im August oder
September in Reihen mit etwa 20 cm Abstand 4 cm tief in den Boden
gelegt werden. Sie treiben bald aus, bleiben den Winter hindurch grün,
werden im Juli und August des nächsten Jahres herausgenommen und
trocken bis Anfang Oktober aufbewahrt.
Man kann ein Beet unkrautfrei erhalten, einige Jahre stehen lassen und immer aus einem Teil desselben Zwiebelchen zum Verbrauch und zur Aussaat ernten.
Die Perlzwiebeln sind zum Einmachen in verschiedener Weise, besonders zu Senfgurken unentbehrlich und infolgedessen in der Küche sehr willkommen.
Sobald ein Beet vollständig abgeerntet ist, muss der Boden gründlich rigolt und alle noch vorhandene Brut sauber ausgelesen werden, da diese sonst wieder weiterwächst und in der Folgekultur als Unkraut auftritt.
Kardone
Die Kardone, auch Kardy (Cynara Cardunculus) oder spanische Artischocke, ist ebenfalls eine mehrjährige Pflanze. Sie stellt dieselben Ansprüche an den Boden und an die Pflege wie die Artischocke. Anzucht und Pflanzweite sind gleich.
Wenn die Blätter eine Länge von 1 cm erreicht haben, was bei guter Behandlung im August der Fall sein wird, fängt man an, diese für die Küche zu bleichen, da nur die fleischigen Blattrippen als Gemüse und Salat benutzt werden. Man reinigt die Pflanzen von allen gelben und schlechten Blättern, fasst die übrigen zusammen und bindet sie unten, in der Mitte, nicht zu fest, und an der Spitze zusammen, was am besten wegen der langen Dornen mit einem Strick oder mit Weiden geschieht. Man umhüllt nun die ganze Pflanze, um sie in aufrechter Stellung zu erhalten, mit langem Stroh, das mit der Spitze nach oben steht, befestigt es mit Strohbändern und häufelt Erde um den Stock, so dass die unteren Strohenden 15 cm hoch bedeckt werden. Je dichter die Umhüllung ist, um so vollständiger wird das Bleichen. Bei trockener Witterung wird die Pflanze nach dem Einbinden einmal tüchtig angegossen. Nach 14 Tagen sind die gebleichten Teile verbrauchsfähig und müssen gleich verwendet werden, weshalb das Einbinden nur nach und nach, dem Bedarf entsprechend, vorgenommen Werden darf.
Vor dem Eintreten des Frostes werden die noch ungebleichten Pflanzen aus der Erde genommen, im Keller eingeschlagen, gebunden und mit Erde bedeckt, wodurch die Blattrippen gleichfalls in der oben angegebenen Zeit verbrauchsfähig werden.
Schwarzwurzel
Die Schwarzwurzel oder Seorzonere (Scorzonera hispanica) stellt Ansprüche an den Boden und Kultur wie bei der Haferwurzel. Die Wurzeln sind auch im zweiten Jahre noch brauchbar. Um schöne glatte Wurzeln zu erzielen, ist besonders für Schwarzwurzeln ein tief gelockertes Erdreich erforderlich. In festem und schwerem Boden verzweigen sich die Wurzeln zu sehr und geben dann zu viel Abfall. Bei der Ernte wird es sich immer empfehlen, die Wurzeln mit der Grabgabel aus dem Boden zu nehmen, weil sie ungemein leicht brechen.
Im zweiten Jahre blühen die Schwarzwurzeln, oft auch schon im ersten Jahre, was jedoch der Ausbildung der Wurzeln wenig oder gar nichts schadet. Es empfiehlt sich, die Blüten oben abzureißen oder auszuschneiden, damit die Pflanze nicht auch noch zur Samenbildung kommt.
Für die einjährige Kultur wird der Same im März oder Anfang April ausgesäet, für die zweijährige im August, und im Spätsommer und Herbst des darauffolgendenjahres geerntet.
Der Boden muß in guter Tracht sein, doch nicht frisch gedüngt, stets reingehalten und mit der Hacke, solange es die Ausbreitung der Blätter zuläßt, gelockert werden. Für den Winterbedarf werden die Wurzeln im Herbst vorsichtig herausgenommen, und nachdem man das Kraut abgedreht hat, im Keller in sandige Erde eingeschlagen, oder man läßt sie mit Schutz gegen Frost im Freien und verbraucht sie nach Bedarf.
Für ein Beet von 10 qm Größe sind 50 gr Samen erforderlich.
Spinat
Echter Spinat, Minetsch (Spinacea oleracea), verlangt einen kräftigen, frisch gedüngten, 30 cm tief gelockerten Boden in sonniger Lage, möglichst in erster Tracht, er eignet sich aber auch als Nachfrucht bei Gemüsen, die in erster Tracht standen.
Für den Frühjahrs- und Sommerbedarf werden die Sorten zu verschiedenen Zeiten ausgesäet. Für ein Beet von etwa 10 qm Größe sind etwa 25 gr Samen erforderlich, für den Großanbau auf 1 Morgen in Reihen gedrillt 7 kg, zum Zwischenanbau knapp halb so viel. Man säet, sobald der Frost aus dem Boden ist, in Reihen von 30 cm Abstand und macht in entsprechenden Zwischenräumen neue Aussaaten.
Je mehr der Sommer sich nähert, um so mehr ist reichliche Bewässerung notwendig, da der Spinat bei trockener und warmer Witterung schnell Samenstengel treibt.
Für den Herbst-, Winter- uod Frühjahrsbedarf säet man im August und September in gleicher Weise aus. Viele sorten können in den meisten Gegenden auch zur Winteraussaat benutzt werden.
Der Spinat eignet sich vorzüglich zum Zwischenanbau, z. B. bei Grünkohl, zur Benutzung als Nachfrucht im Herbst und für solche Ländereien, die erst später bestellt werden können, als Vorfrucht im Frühjahr. Im ersteren Falle besäet man z. B. Spargelbeete, streut Körner zwischen Möhren und Zwiebeln aus und bestellt vor allem solches Land mit Spinat, auf dem später Gurken, Blumenkohl, Spätkohlsorten usw. gezogen werden sollen, da der Spinat unter guter Pflege schnell verbrauchsfähig wird. Als Nachfrucht kann er bei genügender Vorbereitung des Bodens nach jeder frühgeernteten Gemüseart gezogen werden. Bei guter Pflege ist er in 4—6 Wochen verbrauchsfertig. Es empfiehlt sich, den Spinat, der meist zu dicht gesäet wird, wenn er handhoch geworden ist, ordentlich zu verziehen, dann entwickeln sich die einzelnen Pflanzen bei genügend Feuchtigkeit zu ansehnlicher Größe und gehen nicht so rasch durch wie dichtstehende.
Spinat ist, weil schnellwüchsig, für künstliche Dünger sehr empfänglich, man verwendet am besten den Universaldünger dazu (als Kopfdüngung mit darauffolgendem durchdringendem Gießen bzw. Regen), man erzielt damit erstaunliche Resultate. Für den Großanbau gibt man auf 1 Morgen im Herbst 1 Ztr. schwefelsaures Ammoniak, 1 1/2 Ztr. 40%iges Kalisalz, 1 1/2 Ztr. Superphosphat. Bei Spätsommer- oder Herbstaussaat ist ebenfalls vorher entsprechend zu düngen. Ein Morgen liefert dann 40—50 Ztr. Jauchen im Herbst ist ebenfalls zu empfehlen.
Kopfsalat
Kopfsalat wird auch grüner Salat, Lattichsalait und Gartensalat (Lactuca sativa capitata) genannt.
Kopfsalat
Der Kopfsalat verlangt einen 30 cm tief gelockerten, gut gedüngten (am besten mit verrottetem Mist) und warmen Boden in freier, sonniger Lage mit reichlicher Feuchtigkeit. Eignet sich vorzüglich zum Zwischenanbau zwischen starkzehrenden Gewächsen, die zu ihrer Ausbildung eine längere Zeit als 2 bis 3 Monate bedürfen.
Kopfsalat "Maikönig"
Je nach Sorte werden zeitig im Dezember oder Januar in Kästen, für den Kleinbedarf auch in Samenschalen oder Töpfen, ausgesäet und auf Treibbeete mit einem Abstand von 20 cm gepflanzt. Vorteilhaft zieht man sie mit solchen Pflanzen, wie z. B. Gurken, Melonen usw., zusammen, die später nach der Aberntung des Salats den ganzen Platz einnehmen sollen. Die Frühland-Salate werden von Mitte Februar ab bis März allein oder zwischen Kohlarten u.a. in ein mäßig warmes Mistbeet ausgesäet und im April ins freie Land gesetzt. Auch können sie im März auf ein Freilandsaatbeet gesäet werden, um darauf die benötigten Setzpflanzen zu gewinnen.
Winterkopfsalat "Kaiser Wilhelm II:"
Die Sommersalate bilden große und feste Köpfe und sind besonders widerstandsfähig gegen Hitze. Man säet sie vom März ab in Abständen von 14 Tagen ins freie Land auf Saatbeete, anfänglich an geschützter Stelle
Saatbeet im Schutze eines Zaunes
und pflanzt nach Bedarf. Abstand 25—30 cm. Um recht große und feste Köpfe zu erzielen, ist die Aussaat an Ort und Stelle zu empfehlen. Man drückt zu diesem Zwecke in den angegebenen Entfernungen je zwei Samenkörner flach in die Erde. Von den daraus sich entwickelnden Pflanzen bleibt nur die stärkste stehen, die die während der heißen Monate versetzten Pflanzen in ihrer Haltbarkeit bei weitem übertrifft.
Die Kultur des Wintersalats ist nicht nur für den Gemüsegärtner von Beruf in der Nähe größerer Städte lohnend, sondern ebenso wichtig für den Herrschaftsgärtner und Gartenfreund.
Die Aussaat muss je nach der Gegend von Ende August bis Mitte September erfolgen. Empfehlenswert ist, zu zwei verschiedenen Zeiten eine Aussaat vorzunehmen, damit man Pflanzen in geeigneter Stärke für das Aussetzen erhält. Auf kräftige aber nicht zu große Pflanzen ist für die Durchwinterung besonderer Wert zu legen, weil schwache Pflanzen entweder auswintern oder im nächsten Frühjahr zu spät verbrauchsfertig werden.
Vorteilhaft für die Kultur ist ein hochgelegenes Beet in sanft abfallender Lage. Man zieht Furchen von 10 cm Tiefe und 15—20 cm Abstand und zwar möglichst von Osten nach Westen, in die die Pflanzen in Abständen von 15—20 cm gesetzt werden und zwar deshalb so dicht, weil immer ein Teil auswintert. Die Richtung der Furchen von Osten nach Westen soll das wiederholte Auftauen und Gefrieren der Salatpflanzen verhindern, die gerade hiergegen empfindlicher sind als gegen strenge Kälte. Die Furchen müssen aber so angelegt sein, daß keine stauende Nässe vom Schneewasser entsteht. Bei schneelosem Frostwetter empfiehlt es sich, die Pflanzen leicht mit Fichtenreisig zu bedecken, das auch gegen das öftere Auftauen schützt.
Wintersalat in Furchen gepflanzt
Alle Kopfsalatsorten eignen sich wie kein anderes Gemüse zur Zwischenpflanzung, sie lassen sich auch überall leicht unterbringen und sind auch als Vor- wie als Nachfrucht anzubauen. 5 gr Samen enthalten 1800—2000 Korn. Von den Sommersalaten pflanzt man auf 1 qm etwa 16 Pflanzen, auf ein Beet von 10 qm demnach 160—170, auf ein Ar oder 100 qm 1600—1700.
Kopfsalat "Riesen-Kristallkopf"
Juli
Man beendet die für Juni angegebenen Auspflanzungen bezw. Aussaaten.
Man räumt die Erde um den Meerrettich weg und entfernt die Seitenwurzeln.
Man bindet Sommerendivien ein und behäufelt Stengelsellerie zum Zwecke des Bleichens.
Man nimmt Knoblauch, Rokambole, Schalotte, Perlzwiebeln aus der Erde, wenn das Kraut abgestorben ist.
Man sammelt und trocknet Stengel oder Blätter von Gewürzkräutern, wie Basilikum, Bohnenkraut, Krauseminze, Lavendel, Majoran, Melisse, Pfefferminze, Raute, Salbei, Thymian.
Etwa abgetragene Beete von Frühgemüse, wie Kohlrabi, Früherbsen, Karotten, auch Frühkartoffeln werden abgeräumt, nach Bedürfnis gedüngt, gegraben und für den Winterbedarf mit den Aussaaten vom Mai und Anfang Juni, soweit sie nicht an die Standorte gemacht waren, bepflanzt.
Das Auflockern darf nicht versäumt werden, besonders nach starkem Schlagregen.
Man nimmt Kerbelrüben aus dem Boden, pflanzt Winterendivien.
Etwa gereifte Sämereien werden abgenommen und zum Abtrocknen und Nachreifen luftig und schattig ausgebreitet.
Spargelbeete sind mit künstlichem Dünger zu düngen.
Die Erdbeerbeete werden gründlich bejaucht und behackt.
Beim Blumenkohl sind die Blätter nach innen über die Blumenkäse zu knicken, damit diese fest, zart und weiß bleiben.
August
Die Arbeiten des Juli werden nachgeholt und beendet.
Man säet Ackersalat (Rapünzchen), Karotten, Kopfsalat für den Winter, Spinat für das nächste Frühjahr, Schwarzwurzeln für zweijährige Kultur, Teltower Rüben, bindet Kardone und Sommerendivien, behäufelt Stengelsellerie.
Man legt Perlzwiebeln und die Jakobszwiebel und kann jetzt auch die für April bezeichneten mehrjährigen Gewürzpflanzen zerteilen und neue Anpflanzungen machen.
Auflockern und Begießen nicht versäumen.
Raupeneier an Kohlarten sind zu vernichten.
Möhren für den Herbst zu säen.
Auf den Gurkenbeeten läßt man die größten und schönsten Früchte zu sogenannten Samengurken völlig ausreifen um späterhin das Fleisch dieser ausgereiften Früchte zu Senfgurken zu verwenden.
Ende August kann man mit Neuanlage von Erdbeerpflanzungen beginnen, wozu man gut gedüngte und gegrabene Beete in sonniger Lage wählt.
April
Alle für den März angeführten Arbeiten werden, wenn sie wegen ungünstiger Witterung nicht ganz ausgeführt werden konnten, jetzt nachgeholt und beendet. Der April spielt im Küchengarten eine hervorragende Rolle, während seiner Dauer wird der Grund für die Sommer- und Herbsternte gelegt. Man kann ihn den Monat den Aussäens und des Pflanzens nennen. Ländereien, die im Herbst oder im Verlauf des Winters gedüngt und gestürzt oder auch rigolt worden sind, werden jetzt durch die Hacken und Harken geebnet und den Zwecken entsprechend abgeteilt. Man säet ins freie Land an die bleibenden Standorte: Kresse, Löwenzahn, Zichorie, Spinat, Gartenmelde, Mangold, spinatblätterigen chinesischen Senf, Meerkohl, Buschbohnen (erst gegen Ende), Erbsen, Puffbohnen, Haferwurzel, Schwarzwurzel, Möhren, Pastinake, Wurzelpetersilie, Radies, Rapontika, Sommerrettich, Roterübe, Zwiebel, Bohnenkraut, Boretsch, Fenchel, Kerbel, Schnittpetersilie, Portulak, Waldmeister usw. Auf Saatbeete zum späteren Auspflanzen werden gesäet: Blumenkohl, Kopfkohl, Wirsing, Rosenkohl, Kohlrabi, Kopfsalat, Sommerampfer, Kohlrübe, Winterzwiebel, Estragon, Krauseminze, Kümmel, Lavendel, Löffelkraut, Majoran, Melisse, Pfefferminze, Pimpinelle, Raute, Salbei etc. Man kann bereits Spargelbeete anlegen. Beim vorhandenen Spargel wird jetzt die Erde an die Pflanzen herangezogen, damit das Stechen im nächsten Monat beginnen kann. Erdbeeren sind spätestens jetzt zu pflanzen und zwar auf frisch gedüngtes Land. Monatserdbeeren kommen als Einfassung der Abteilungen im Gemüsegarten gepflanzt werden. Man legt Frühkartoffeln, Knollenziest, Helianthi, Topinambour. Man pflanzt die im Keller eingeschlagenen Artischocken aus und löst dabei Sprossen ab. Man zerteilt und verpflanzt mehrjährige Gewürzkräuter, wie Sauerampfer, Schnittlauch, Estragon, Fetthenne, Krauseminze, Löffelkraut, Pfefferminze, Pimpinelle, Raute, Salbei, Thymian. Man verdünnt die aufgegangenen Sämereien, pikiert, jätet, lockert auf und begießt nach Bedürfnis. Man pflanzt in Mistbeeten angezogene Pflänzchen, wie die Kohlarten, Kopfsalat usw. auf die bleibenden Standorte in sonniger und geschützter Lage zum Frühverbrauch. Man legt neue Meerrettichbeete an. Man legt Anfang April Gurken, Melonen, Kurbisse in Töpfe und zieht sie heran zum Auspflanzen nach Mitte Mai ins freie Land. Die Mistbeete müssen, je höher die Sonne steigt und je wärmer das Wetter wird, tagsüber mehr und mehr gelüftet werden.
Juli
Verfasst von Gartenfrau am Do, 04/23/2009 - 05:09.Man räumt die Erde um den Meerrettich weg und entfernt die Seitenwurzeln.
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Salbei
Der Salbei (Salvia officinalis), eine halbstrauchartige, ausdauernde Pflanze, wird wie Lavendel mit 30 cm Abstand angebaut. Nach etwa 3 Jahren muß die Pflanzung erneuert werden. Die Blätter werden vor der Blüte abgepflückt und schattig getrocknet.
Er gehört zu den sogenannten Aalkräutern, die zur Aalsuppe verwendet werden. Salbeiblätter als Zutat an gebackenen Aal sind allgemein bekannt, ebenso werden sie als Tee oder als Fleischspeisenwürze verwendet.
Thymian
Thymian oder Quendel (Thymus vulgaris) ist ausdauernd. Er verlangt einen sandigen, trockenen, tief gelockerten Boden in geschützter Lage. Anbau wie Lavendel.
Das Kraut wird vor der Blüte abgeschnitten, in kleine Bündel gebunden und auf dem Boden aufgehangen.
Nach Mitte August sollten die Pflanzen nicht mehr abgeschnitten werden, da sie sonst infolge ungenügender Ausreife im Winter erfrieren.
Man baut gewöhnlich nur den deutschen Winter-Thymian, der aber nach 2 bis 3 Jahren neu ausgesäet oder durch Teilung alter Stöcke neu angepflanzt werden muss.
Junge Tauben bekommen einen sehr feinen Geschmack, wenn man einen kleinen Zweig Thymian ins Innere derselben steckt und mitbrät. Im Gebrauchswert und in der Art der Veiwendung steht der Thymian dem Majoran am nächsten.
Pfeffer
Spanischer Pfeffer (Capsicum annuum) auch Paprika, Beißbeere oder auch Pfefferschote genannt, verlangt zum Gedeihen einen sehr warmen Standort und wird wie die Eierpflanze - Aubergine - kultiviert. Im Freien kann er nur in besonders gutem Boden und im Schutze einer Mauer gezogen werden. Am erfolgreichsten ist die Kultur in Töpfen oder Mistbeeten unter dem Schutz von Fenstern. Die verschiedenen Sorten unterscheiden sich durch ihr mehr oder weniger kräftiges Wachtum und durch Form und Farbe ihrer Früchte. Erwähnt sei der rote bukettständige Pfeffer, dessen Schoten sich in grünem Zustande vorzüglich als Zutat beim Einmachen von grünen Tomaten bewähren.
Bild: Pfeffer, Ruby King
Pfefferminze
Die Pfefferminze (Mentha piperita), eine ausdauernde Pflanze, wird wie Krauseminze angebaut. Die beste und sicherste Art, gute gewürzige Pflanzen zu gewinnen, ist die Teilung alter Stöcke. Bei Trockenheit darf man es am Gießen nicht fehlen lassen.
Das gewürzige Kraut der Pfefferminze wie auch das der Krauseminze wird in der Küche wie auch in der Medizin verwertet. Krauseminzentee ist ein vorzügliches Hausmittel gegen Blähungen, Pfefferminzentee ist schweißtreibend. Für den Winterbedarf wird das Kraut getrocknet und luftig aufbewahrt.
Lavendel
Der Lavendel - Spike - Lavandula Spica -, eine ausdauernde, strauchartige Pflanze, gedeiht in jedem nahrhaften und trockenen Boden, besonders aber in kalkhaltigem Erdreich. Der Same wird im März oder April in ein kaltes Mistbeet oder in einen flachen Topf gesäet, die Sämlinge werden bald pikiert und nach genügender Erstarkung in Abständen von 15 cm ins freie Land gesetzt. Sie können auch zu Einfassungen benutzt werden.
Sobald die Triebkraft der Pflanzen nachläßt, was etwa nach 3 bis 4 Jahren eintritt, werden sie zerteilt und die Teilstücke zu Neuanpflanzungen verwendet. Eine Herbstdüngung ist von guter Wirkung.
Man schneidet die Stengel ab, wenn sie blühen, bindet kleine Bündel zusammen und hängt sie auf dem Boden zum Trocknen auf; im Wäscheschrank geben sie der Wäsche einen sehr angenehmen Geruch.
Der echte Lavendel, Lavandula vera, übertrifft an Feinheit des Wohlgeruchs den gewöhnlichen bedeutend. Seine Kultur ist die gleiche.
Kohlrabi
Der Kohlrabi (Brassica oleracea gongylodes (caulo-rapa)), auch Oberkohlrabi oder Kopfkohlrabi ist genügsamer als die bisher aufgeführten Kohlarten, er gedeiht recht gut in Land zweiter Tracht, verlangt aber 30 cm tief gelockerten Boden in warmer Lage und reichliche Bewässerung.
Die erste Aussaat kann bereits im Februar ins Mistbeet geschehen, eine zweite, wozu auch die mittelfrühe Sorte benutzt werden kann, im März in gleicher Weise oder auf ein Pflanzenbeet.
Die späten Sorten werden im Mai im freien Lande ausgesäet. In einem richtig ausgenutzten Gemüsegarten sollten die Aussaaten je nach Bedarf bis Juli so erfolgen, daß fortwährend gebrauchsfertige Kohlrabi vorhanden sind. Vorteilhaft kultiviert man die Kohlrabi im Spätsommer, also auf solchen Beeten, die schon einmal im Laufe des Sommers abgeerntet worden sind. Die Pflanzen müssen spätestens Mitte August gesetzt werden. Diese Gemüseart eignet sich wie keine andere sehr gut zum Zwischenanbau, auch wo sonst ein kleines Fleckchen Land im Garten frei ist, sollte dies, wenn nicht mit anderem, mit Kohlrabi bepflanzt werden. Aus 20 gr Samen erzielt man etwa 4000 Pflanzen. Die frühen Sorten pflanzt man 20 — 25 cm weit, demnach auf ein Ar (100 qm), je nachdem, ob im Quadrat oder Dreiecksverband, 1600 bis 2500 Stück, das sind auf den Morgen Land 40000 bis 62 500 Pflanzen. Die späten Sorten erhalten einen Abstand von 30 bis 35 cm.
Zur Überwinterung eignet sich nur die Ernte der letzten Aussaat. Die Knollen werden vor dem Eintreten des Frostes herausgenommen, die größten Blätter sowie die Wurzeln abgeschnitten und dann im Keller auf feuchten Sand ausgebreitet, oder man schlägt sie mit den Wurzeln und den kleinen Herzblättchen in frostfreien Gruben oder im Keller in Sand ein.
Der Geschmack der kleinen Frühkohlrabi ist feiner als der der späten und großen Sorten.
Die blauen Sorten bevorzugt man gegenüber den weißen besonders in rauhen und in Gebirgsgegenden, weil sie widerstandsfähiger sind. Das Vorurteil, das manche Hausfrau gegen die blauen Kohlrabi hat, ist ganz unbegründet. Im Geschmack sind sie den grünen bzw. weißen gleich und haben diesen gegenüber zum Vorteil, daß sie viel länger zart bleiben, selbst wenn sie schon recht dick geworden sind.
Das Platzen der Kohlrabi ist darauf zurückzuführen, daß den Pflanzen nach langanhaltender Trockenheit plötzlich viel Wasser zugeführt worden ist. Es tritt besonders nach einem heftigen Regen auf.
Die jungen Pflanzen im Mistbeet, wie auch die im freien Lande sind gegen Fröste sehr empfindlich. Die ersteren schießen nach der Frosteinwirkung sehr leicht in Samen (diese Erscheinung ist also nicht ohne weiteres dem Samen zur Last zu legen), während die in den Herbstmonaten noch im Freien verbliebenen durch die Einwirkung des Frostes einen süßlichen Geschmack annehmen. Es sind deshalb für beide Fälle Vorkehrungen zu treffen. Das Durchgehen oder in Samen schießen der Kohlrabi kann auch schon von vornherein durch zu enge Aussaat verursacht sein.
Kerbelrübe
Die Kerbelrübe - Scandix (Chaerophyllum) bulbosa - liebt einen kräftigen, aber nicht frisch gedüngten und nicht zu nassen Boden. Sie gedeiht auch in schattigen Lagen.

Der Same, welcher nur knapp ein Jahr keimfähig bleibt, muss gleich nach der Ernte vom September bis zum Oktober breitwürfig oder in Reihen von 10 cm Entfernung ausgesäet werden; er geht im nächsten Frühjahr auf. Für ein Beet von 10 qm Größe sind 5 gr Samen erforderlich.
Öfteres Hacken und Begießen befördert die Ausbildung der Rüben, die bei Trockenheit und schlechter Pflege leicht verholzen und in Samen schießen. Durch Verziehen werden die Pflanzen auf 5 cm Abstand verdichtet, damit sie im ersten Jahr verbrauchsfertig werden.
Im Juli werden die Rüben aus dem Boden genommen und an einem luftigen Ort, in Sand eingeschlagen, aufbewahrt. Ihren feinen Geschmack erhalten sie erst vom Oktober ab und von dieser Zeit an beginnt ihr eigentlicher Verbrauch für die Küche.
Frost schadet ihnen nicht, aber vor den Mäusen müssen sie sorgfältig geschützt werden. Sie sind etwas für Feinschmecker.
Bei der Ernte im ersten Jahre nach der Aussaat erhält man oft nur wenige Rüben von 3—4 cm Größe für den Verbrauch.
Die noch kleineren kann man zur Weiterzucht fürs nächste Jahr benutzen, vorläufig werden sie gleichfalls nach dem Herausnehmen - wie die zum Verspeisen geeigneten - in trockenen Sand gelegt. Im Herbst steckt man sie in 10 cm weite Reihen, 5 cm in der Reihe voneinander entfernt. Diese Rüben werden, im anderen Jahre sehr schön, nur muss man sie bei Trockenheit durch fleißiges Begießen von der Bildung von Samenstengeln abhalten, da sie naturgemäß im zweiten Jahre leichter in Samen gehen als im ersten.
Im Juni färbt sich das Kraut gelb, das Zeichen der Reife, und nun werden sie aus dem Lande genommen und aufbewahrt, wie oben angegeben.
Man kann sich also den Anbau sehr erleichtern, wenn man alljährlich im Herbst dicht aussäet, um fürs andere Jahr nur Rüben zum Stecken zu ernten.
Erdbeerbeete
Erdbeerbeete dürfen während der Blüte und Fruchtansatz nicht mehr mit der Hacke gereinigt werden.
Kerbelrüben
Die Kerbelrüben, nicht zu verwechseln mit dem gewöhnlichen Kerbel, ist geradezu ein köstliches Gemüse. Sie gibt die größten Rübchen (bis 3 Zoll lang), wenn man sie anstatt im Frühjahr Mitte September aussät. Im Winter bleiben die jungen Pflänzchen unbedeckt.
Erst Anfang Oktober im nächsten Jahre nimmt man sie aus dem Boden, auch wenn ihr Kraut früher absterben sollte.
Da Kerbelrüben bei uns zimlich unbekannt sind, will ich auch über die Verwendung und Zubereitung derselben einige Andeutungen folgen lassen.
Die Kerbelrübe darf nicht vor Anfang November gegessen werden. Bevor sie in den Keller gebracht werden, müssen solche auf dem Lande erst gut abtrocknen. Sie müssen an einen trockenen, vor Mäusen sicheren Orte aufbewahrt werden. Frost schadet ihnen nicht. Am wohlschmeckendsten sind sie zu Ende des Winters, bevor sie anfangen zu treiben, erst dann haben sie ihren süßen, kastanienähnlichen edlen Geschmack erreicht.
Die Rübchen werden mit kaltem Wasser zu Feuer gesetzt, sobald das Wasser kocht, abgenommen und ihrer Schale entledigt. Hierauf werden die Rübchen in Butter gebraten oder in Salzwasser gekocht und mit Sauce zubereitet. Auch in Suppen und zu diversen Speisen können Kerbelrüben Verwendung finden.
Schalotte
Die Schallotten (Allium acalonicum), auch Esslauch genannt, verlangen sonnige, trockene Lage und leichten, nicht frisch gedüngten Boden.

Man pflanzt die Brutzwiebeln zeitig im Frühjahr, sobald der Boden abgetrocknet ist, in 25 cm weite Reihen, 10 bis 15 cm in der Reihe, und steckt sie nur flach, daß sie gerade mit Erde überdeckt sind. Die gewöhnliche deutsche Schalotte muß schon im Herbst in geschützten Lagen gepflanzt werden, da sie sich trocken im Winter schlecht hält. Man hackt einige Male, um den Boden locker und unkrautfrei zu erhalten. Ende Juni, oft noch eher, welken die Zwiebeln ab; man nimmt sie dann heraus und bewahrt sie trocken auf. Sobald Zeit dafür vorhanden ist, putzt man sie durch.

Die gebräuchlichste Fortpflanzung geschieht durch Brutzwiebeln, es gibt aber auch eine Sorte, die Samen liefert. Diese wird wie gewöhnliche Zwiebeln behandelt, im April in Reihen oder breitwürfig ausgesäet und im Herbst geerntet. Von dieser Saat erntet man Schalotten in verschiedenen Farben, weiße, gelbe, braune und rote. Alle sind feinschmeckend.
Knoblauch
Der Knoblauch oder Knofl (Allium sativum) verlangt einen leichten, warmen Boden; in schweren und feuchten Bodenarten faulen die Zwiebeln leicht und dürfen auf solchen nur schwach mit Erde bedeckt werden.
Der Knoblauch trägt keinen Samen, sondern bildet an der Spitze der Stengel kleine Zwiebelbüschel, sogenannte Luftzwiebeln, die zur Fortpflanzung benutzt werden können. In der Hauptsache erfolgt die Fortpflanzung durch Teilung der sich in der Erde bildenden Zwiebeln, sogenannte Zehen, die zur Fortpflanzung stets mit einem Teil des Wurzelbodens abgetrennt werden müssen.
Man legt sie im April in Reihen von 20 cm Entfernung und in denselben in Abständen von 10 bis 12 cm und bedeckt sie 5 cm hoch mit leichter, trockener Erde.
Vom Juli ab können die am besten entwickelten Zwiebelbüsche, deren Reife an dem Gelbwerden der Blätter erkennbar ist, herausgenommen werden. Man läßt sie einige Zeit zum Abtrocknen und Nachreifen an der Luft ausgebreitet liegen. Darauf werden sie büschelweise zusammengebunden und gegen Frost geschützt hängend aufbewahrt.
Krauseminze
Die Krauseminze - Mentha crispa - eine ausdauernde Pflanze, gedeiht in fast jedem Boden in etwas schattiger, feuchter Lage. Man säet den Samen im April, am besten in Schalen oder Kästen, da er sehr teuer ist, dünn aus und verpflanzt später in Abständen von 30 cm. Für den Bedarf eines Haushaltes genügt 1/2 g Samen. Besser ist es, einige junge Pflanzen zu beziehen.
Im Herbst werden die Stengel abgeschnitten und der Boden mit verrottetem Mist bedeckt, der im Frühjahr untergegraben wird. Nach vier Jahren wird ein Umpflanzen auf ein anderes Beet notwendig, wobei die Stöcke zerteilt und die Teilstücke in den genannten Entfernungen zu Neuanpflanzungen benutzt werden.
Wenn die Zweige blühen, werden sie abgeschnitten, an einem luftigen und schattigen Ort auf Papier ausgebreitet, getrocknet oder in lockeren Bündeln zusammengebunden aufgehängt.
Kerbel
Kerbel, Kerbelkraut - Anthriscus Cerefolium - ist ein einjähriges Küchenkraut, das ungemein rasch in Samen schießt und dann seinen Wert als Würze verliert. Um ihn deshalb immer frisch zur Hand zu haben, empfiehlt es sich, vom Frühjahr bis zum Herbst Aussaaten in drei- bis vier-wöchentlichen Abständen vorzunehmen. Die letzte Aussaat im Oktober für die Verwendung im nächsten Frühjahr ist vor dem Eintritt des Frostes mit langem Pferdemist oder Torfmull zu bedecken. Am anbauwürdigsten ist der krausblätterige Kerbel, der in den erwähnten Abständen zu je 3—4 gr, entweder breit-würfig recht dünn, oder besser in 25—30 cm voneinander entfernten Reihen ausgesäet wird. Das Kraut findet Verwendung als Würze zu Suppen oder zu Endiviensalat.
Um es auch im Winter zur Verfügung zu haben, wird es kurz vor der Blüte abgeschnitten, in Bündelchen getrocknet und an einem luftigen Orte aufbewahrt.
Bild: Kerbel, krauser oder gefüllter
Der spanische Riesenkerbel oder Süßkerbel ist wohlriechend und hat einen süßen, anisähnlichen Geschmack. Er wird gleich nach der Reife im Herbst ausgesäet und geht im folgenden Frühjahr auf, Frühjahrsaussaat dagegen keimt erst ein Jahr später. Man pflanzt die jungen, kräftig gewordenen Pflanzen etwa 50 cm weit voneinander entfernt und gießt öfter bis zu ihrem Anwachsen. Der Riesenkerbel ist sehr anspruchslos.
Perlzwiebel
Die Perlzwiebel (Allium ampeloprasum), auch Winterschnittlauch genannt, gedeiht am besten in
einem lockeren humusreichen Gartenboden. Wenn dieser nicht von Natur
sandhaltig ist, so fügt man ihm etwas Sand zu.
Die Vermehrung geschieht durch Brutzwiebeln, die schon im August oder
September in Reihen mit etwa 20 cm Abstand 4 cm tief in den Boden
gelegt werden. Sie treiben bald aus, bleiben den Winter hindurch grün,
werden im Juli und August des nächsten Jahres herausgenommen und
trocken bis Anfang Oktober aufbewahrt.
Man kann ein Beet unkrautfrei erhalten, einige Jahre stehen lassen und immer aus einem Teil desselben Zwiebelchen zum Verbrauch und zur Aussaat ernten.
Die Perlzwiebeln sind zum Einmachen in verschiedener Weise, besonders zu Senfgurken unentbehrlich und infolgedessen in der Küche sehr willkommen.
Sobald ein Beet vollständig abgeerntet ist, muss der Boden gründlich rigolt und alle noch vorhandene Brut sauber ausgelesen werden, da diese sonst wieder weiterwächst und in der Folgekultur als Unkraut auftritt.
Blumenkohl
Der Blumenkohl oder Karfiol (Brassica oleracea botrytis cauliflora) verlangt einen kräftigen, gut gedüngten, 50 bis 60 cm tief gelockerten Boden in freier, luftiger und dennoch geschützter Lage mit sehr reichlicher Bewässerung. Er wird in erster Tracht angebaut.
Der Same wird schon Ende September, Anfang Oktober, ausgesäet; die Pflanzen werden frostfrei überwintert und Ende März, Anfang April ins Freie gesetzt. Um für das Auspflanzen kräftige Setzlinge zu haben, empfiehlt es sich, diese schon im Februar einzeln in Töpfe zu pflanzen, wodurch ihre Entwicklung sehr begünstigt wird. Sie werden im Mistbeet weiterkultiviert und zu der angegebenen Zeit unter größter Schonung des Wurzelballens im Freien ausgesetzt.
Die Aussaat selbst geschieht sowohl im Herbst als auch im Frühjahr für den Sommerbedarf recht weitläufig ins Mistbeet, das in seiner oberen Erdschicht keinen frischen Dünger enthalten darf, weil er die Bildung sogenannter „schwarzer Füße" begünstigt. Die im Herbst besäeten Mistbeetkästen werden bei starken Frösten mit Deckläden und wenn nötig auch mit einer 5 —10 cm hohen Laubschicht bedeckt. An schönen Tagen muss ausreichend gelüftet und die Pflanzen müssen mit Beginn wärmerer Witterung an Licht und Luft gewöhnt werden. Später hebt man die Fenster allmählich ganz ab. In dieser Weise werden auch die Frühjahrsaussaaten behandelt. Die Aussaat der späten Sorten geschieht Ende April im kalten Kasten oder auf ein gut vorbereitetes Saatbeet im freien Grunde. Natürlich kann man bei kleinem Bedarf sich seine Pflanzen auch in Töpfen heranziehen. Auch die Aussaat sämtlicher frühen und mittelfrühen Sorten im März oder April auf ein Freilandsaatbeet führt zu Erfolgen. Die Pflanzen werden Ende Mai oder Anfang Juni ins Freie ausgepflanzt.
10 gr Samen enthalten etwa 2000 Körner. Sie genügen für die Besäung eines Mistbeetfensters in der Größe von 1,5 x 1 m.
Die Pflanzweite der frühen und mittelfrühen Sorten beträgt 50- 60 cm im Quadrat, die der späteren Sorten 75 cm.
Unter allen Gemüsen stellt keines so hohe Anforderungen an den Boden wie der Blumenkohl. Der Boden muß von Natur genügend feucht, nahrhaft und tiefgründig sein. Ausreichende Stallmistdüngung, daneben 4 kg Kalidüngesalz, 3 kg Superphosphat und 2 kg Chilisalpeter auf 100 qm bei gründlicher Bewässerung bringen hohe Erträge. Die Anwendung von Jauche hat vor der Entwicklung der Blumenkäse zu geschehen, weil sich sonst übler Geruch beim Kochen einstellt. Die etwas herangewachsenen Pflanzen werden angehäufelt und sobald sich die Käse ausgebildet haben, werden diese durch Einknicken einiger Blätter vor den Sonnenstrahlen geschützt, damit sie zart und weiß bleiben. Reichliche Wassergaben sind unbedingt erforderlich, um gute Erfolge zu erzielen.
Bild: Blumenkohl im Herbst in einem Mistbeetkasten eingeschlagen, um ihn vor Frost zu schützen
Die späten Sorten können, wenn sie im Herbst noch nicht voll ausgebildet sind, in einem luftigen Keller oder besser im Mistbeetkasten mit einem Erdballen eingeschlagen werden, wo sie sich dann voll entwickeln. Wem hierzu die geeigneten Räume fehlen, der kann sich mit einer etwa 40 bis 50 cm tiefen Grube im Freien helfen, die gegen das Eindringen von Frösten mit Matten oder Brettern geschützt wird. Wenn die Köpfe der eingeschlagenen Pflanzen welk geworden sind, muss der Strunk etwa 24 Stunden vor dem Gebrauch an mehreren Stellen mit dem Messer angestochen und ins Wasser gestellt werden. Das macht die Köpfe wieder vollständig frisch.
Winterendivie
Die Aussaat der Winterendivien (Cichorium Endivia) geschieht Mitte Mai bis Ende Juni in beliebiger Folge auf Saatbeete. Die Pflänzchen werden Ende Juli bis Anfang August in Abständen von 30 cm - 40 cm weit ausgesetzt und gut gepflegt. Wenn die Pflanzen der Winterendivien 15 bis 20 cm hoch sind, bzw. wenn ihre Blätter dieses Maß ungefähr haben, so werden sie gebleicht, indem man je nach Bedarf die Pflanzen am Boden und weiter nach oben am besten mit Bast vorsichtig zusammenbindet. Das Zusammenbinden muss an recht trockenen Tagen geschehen, wenn die Blätter vollständig abgetrocknet sind. Nach ungefähr 14 Tagen sind die inneren Teile der Pflanze gebleicht und gebrauchsfähig. Man bindet nur soviel auf einmal ein, als in kurzer Zeit verbraucht werden soll, da die gebundenen Pflanzen rasch faulen. Bei regnerischer Witterung müssen die eingebundenen Pflanzen durch Bedecken gegen Nässe geschützt werden. Bei größeren Anpflanzungen empfiehlt es sich, zu jedem Binden anderes Bindematerial (Binsen, dünne Weiden, Erdbeerranken usw.) zu verweden, um erkennen zu können, welche Pflanzen am längsten eingebunden sind.
Für den Winterbedarf wird die letzte Anpflanzung vor Eintreten des Frostes mit dem Ballen ausgehoben und zusammengebunden im Keller bis zur Zeit der Verwendung zur Hüälfte in Sand eingeschlagen.
Die Überwinderung oder auch nur die Erhaltung guter Endivien in den Winter hinein ist stets mit Schwierigkeiten verknüpft. Für Herrschaftsgärtnereien usw. empfiehlt sich die Kultur in Töpfen, wozu Pflanzen der letzten Aussaat genommen werden. Die Erde darf nicht zu schwer, muss aber kräftig sein. Die Pflanzen werden vor Eintritt des Frostes in einen hellen luftigen Raum gebracht, am besten ins Mistbeet, wo sie sich lange Zeit gut halten.
Am empfehlenswertesten für den Herbst- und Winterverbrauch ist aber die Kultur in kalten, nicht zu tiefen Mistbeetkästen. Das Einpflanzen geschieht anfangs September. Die Fenster werden erst aufgelegt, wenn Frost zu befürchten ist. Die im Mistbeetkasten gezogenen Endivien lassen sich durch Verdunkeln der Fenster besser bleichen wie solche im Freien. Sie werden zart wie Salat.
Es sei noch darauf hingewiesen, dass die Blätter der Winterendivien für die Zubereitung zu Salat wie Krautsalat zerschnitten werden müssen, wenn auch nicht ganz so fein.
Juni
Die Beete mit Erbsen, Bohnen, Kohl, Kartoffeln usw. sind jetzt regelmäßig zu behacken.
Stangenbohnen müssen, soweit sie nicht selbst sich festhalten, etwas geheftet werden, die Erbsen sind zu Stengeln.
Von Mitte dieses Monats ab pflanzt man für den Herbst- und Winterbedarf die zu diesem Zweck Ende April ausgesäeten Kohlarten. Winterendivien, Kopfsalat, Kohlrübe, Weißrübe und Roterübe.
Man verdünnt die im April ausgesäeten Wurzelgewächse, wie Möhren, Zichorie, Löwenzahn, Wurzelpetersilie, Pastinake, Rapontika.
Man reinigt, lockert, behackt, behäufelt und begießt.
Nach und nach werden Beete vom ersten Salat, Kohlrabi, Steckzwiebeln und dergl. abgeerntet, neu vorbereitet und mit einer zweiten Folge früher Sorten bepflanzt.
An den Gurken, Melonen und Kürbissen müssen die Ranken gleichmäßig ausgebreitet werden. Der Schnitt der Melonen geschieht zunächst über dem 7. Blatte einer jeden Ranke, weiterhin über jeder Frucht.
Erdbeerbeete sind von nun ab ständig zu entranken.
Rokambol
Rokambol, Roggenbolle oder Schlangenlauch (Allium scorodoprasum) wird gewöhnlich als Luftzwiebel verkauft, die nicht viel größer ist als ein Bucheckernkern.
Diese Zwiebelchen steckt man in 25 cm voneinander entfernte Reihen 10-15 cm in diesen und 3 cm tief. Warme Lage und leichter Boden sind ihr besonders zusagend, dagegen frische Düngung durchaus nicht.
Man erhält auf diese Art meistens mehr als walnussgroße runde Zwiebeln, die auch zur Weiterzuckt benutzt werden können. Sie ergeben noch größere Zwiebeln mit Brutansatz (sogenannte Zehen) und tragen außerdem Stengel mit den erwähnten Luftzwiebeln; dies ist jedoch bei den im ersten Jahre aus Luftzwiebeln gezogenen nicht der Fall.
Nach dem Welken der Röhren (Schlotten), im Juli, erntet man ab und bewahrt die Zwiebeln trocken auf. Die Rokambole wird vielfach im Geschmack höher geschätzt als Knoblauch.
Bohne
Die Bohne, auch Vietsbohne oder Fisole, liebt einen milden, leichten Boden, gedeiht jedoch auch in schwerem, wenn er nur gelockert ist und geschützt und sonnig liegt.
Frische Düngung sagt ihr nicht zu, es sei denn, dass der Dünger in nicht zu großen Gaben und möglichst schon im Herbst gegeben wird. Im anderen Falle ist der Anbau im Boden zweiter oder dritter Tracht vorzunehmen.
Man unterscheidet Busch- oder Krup- und Stangenbohnen in zahlreichen Sorten.
Im südlichen Deutschland und am Rhein wird sehr oft die Strauchbohne angebaut, die sich im Gegensatz zu den hochwachsenden Stangenbohnen mit niedrigen Reisern, wie man sie für Erbsen verwendet, begnüngt. Da in manchen Gegenden Bohnenstangen schwer zu beschaffen sind, kReiser dagegen leichter und billiger, so sollte dort mehr wie bisher die Strauchbohne angebaut werden, zumal sie außerordentlich reichtragend ist.
Majoran
Sommer-Majoran, Wurstkraut - Origanum majorana - verlangt einen im Herbst gut gedüngten Boden, der durch grobes Umgraben den Einflüssen des Frostes ausgesetzt war.
Französischer Sommermajoran
Es empfiehlt sich, für seine Kultur ein Stück Land in geschützter Lage zu wählen. Die Aussaat erfolgt im kleinen im März in Rillensaat, im großen mit der ein- oder zweischarigen Drillmaschine in 25 cm voneinander entfernten Reihen, wobei für den Morgen 1 1/2 bis 2 kg Saatgut erforderlich ist. Wenn der Boden nicht zu nass ist, wird er nach dem Aussäen gut festgewalzt, im andern Falle muss das Festwalzen bald nach dem Abtrocknen des Bodens erfolgen, damit sich der äußerst feine Same, der nicht mit Erde bedeckt zu werden braucht, dem Erdreich innig anschmiegt.
Später werden die zu dicht stehenden Pflanzen verzogen und an kahlen Stellen nachgepflanzt.
Im kleinen kann man die Aussaat auch im März in ein lauwarmes Mistbeet vornehmen und die erstarkten Sämlinge Anfang Mai in Abständen von 15 cm im Freien auspflanzen.
Sobald die Blüten erscheinen, wird das Kraut kurz über dem Boden abgeschnitten, in lockere Bündel zusammengebunden und an einem trokenen Orte aufbewahrt. Im Großanbau wird das Kraut vorteilhaft mit der Sichel oder Sense gemäht. Der Anbau zu Erwerbszwecken ist sehr zu empfehlen und lohnend.
Majoran hat sich als Aufguß (1 Teelöffel auf 1/4 Liter Wasser) als schnupfenlinderndes Mittel außerordentlich bewährt. Daneben ist die Anwendung eines der zahlreichen Schnupfenpulver oder der Schnupfenlyra zu empfehlen.
Bohnenkraut
Das Bohnenkraut, auch Pfefferkraut oder Kölle (Satureja hoitensis), ist einjährig und muss daher alle Jahre neu im März oder April in sonniger Lage ausgesäet werden. Der Anbau ist auch als Zwischenkultur möglich. Die Verwendung kann schon in ganz jungem Zustande geschehen.
Für den Winterbedarf wird es zur Zeit der Blüte abgeschnitten, in mäßig große Bündel gebunden, getrocknet und in Papiersäckchen aufbewahrt. Es wird meist als Würze an Puffbohnen und an das Grünebohnengemüse benutzt, schmeckt sehr streng und darf nur in geringen Mengen zugesetzt werden, da es sonst zu stark durchschmeckt. Bei frischen Bohnen im Sommer sollte man es gar nicht verwenden, der wirklich feine Geschmack dieses Gemüses wird dadurch einfach unterdrückt. Im Winter kann es dagegen bei eingemachten Bohnen Verwendung finden, weil es den sogenannten Einmachegeschmack verdeckt.
Melisse
Die Melisse (Zitronenmelisse, Melissa officinalis) eine ausdauernde Pflanze, verlangt einen guten, nahrhaften Boden in etwas trockener Lage. Man säet den Samen im April auf ein lauwarmes Mistbeet, zieht kräftige Pflanzen heran und setzt diese später in Entfernungen von 30 bis 40 cm aus.
Nach vier Jahren werden die Stöcke im September oder im Frühjahr zerteilt und zu neuen Anpflanzungen benutzt. Sonstige Pflege wie Krauseminze. Man sammelt die Blätter vor der Blütezeit, trocknet sie schnell und bewahrt sie an einem trockenen Ort in Papiersäcken oder Schachteln auf.
Basilikum
Das Basilikum (Ocymum Basilicum) ist eine einjährige Pflanze, die einen gut vorbereiteten, milden, 30 cm tief gelockerten Gartenboden in sonniger geschützter Lage verlangt. Man unterscheidet eine klein- und großblätterige Sorte, die beide mit grünen oder violetten Blättern vorkommen.
Der Same wird im März in Töpfe ausgesäet und warm gestellt, die jungen Pflänzchen werden einzeln in Töpfen weiterkultiviert und Ende Mai auf 10 bis 20 cm Entfernung mit dem Ballen im Freien ausgepflanzt.
Basilikum, großblätteriger
Wenn die Blütezeit eingetreten ist, wird das ganze Kraut oder auch nur das Blattwerk abgeschnitten, schmell getrocknet, in verschließbaren Gefäßen aufbewahrt und als Würze verwendet. Man kann das Basilikum auch im Töpfen weiter kultivieren, um es bis im den Winter hinein frisch grün zu haben. In rauher Gegend ist die Topfkultur überhaupt vorzuziehen. Das krausblätterige, feine, grüne, Basilikum hat die feinste Würze und wird besonders zu Schnittfleisch, zur Essig- und Senfbereitung verwendet. Infolge des kräftigen Würzgeschmackes dieses Würzkrautes bedarf man nur sehr wenig davon und der Bedarf ist deshalb für eine kleine Familie durch wenige Töpfe, die im Fenster stehen können, zu decken.
Mai
Man säet noch für die Folge zum späteren Auspflanzen einige der im April ausgesäeten Sämereien, so die Kohlarten, Winterendivie, Kopfsalat, Kohlrübe, Roterübe, Kapontika; ebenso an die bleibenden Standorte: Kresse, Gartenmelde, spinatblätterigen chinesischen Senf, Buschbohne (Anfang Mai), Stangenbohne (Mitte Mai), Gurke, Kürbis, Erbse, Möhre, Radies, Winterrettich, Dill, Portulak.
Wie der April der Hauptmonat des Säens ist, so ist der Mai der des Pflanzens. Es werden alle im März und Anfang April im Mistbeete und im freien Lande herangezogenen Gemüsepflanzen auf die bleibenden Standorte ausgepflanzt. So die Kohlarten, Sommerendivien, Kopfsalat, Rhabarber, Kardone, Artischocke, Sellerie, Gurke, Melone, Kürbis, Tomate, Eierfrucht, letztere 5 Gemüse nach Mitte Mai, Basilikum, Lauch. Die erste Erbsenaussaat wird gestengelt.
Kartoffeln werden behackt und behäufelt.
Es wird verdünnt, gejätet, gelockert, behackt und gegossen von nun ab am Abend, je nach Bedürfnis.
Dem Unkraute, das nun anfängt, sich breit zu machen, ist emsig nachzustellen.
Die Fenster der vorgeschrittensten Mistbeetpflanzungen müssen bei Tage und gegen Ende des Monats, wenn die Wärme zunimmt auch des Nachts abgenommen werden.
Juni
Verfasst von Gartenfrau am Mi, 04/22/2009 - 15:05.weiter lesen ...
Stangenbohnen
Die Aussaat der Stangenbohne (Phaseolus vularis communis) erfolgt von Mitte bis Ende Mai und kann in Zwischenräumen von 14 Tagen bis Ende Juni fortgesetzt werden. Auf 1,25 m breiten Beeten schnürt man 20 cm vom Fußweg 2 Reihen ab, setzt in diese in Entfernung von 60 cm Stangen, so dass die Spitzen sich kreuzen und legt um jede derselben 6 bis 8 Bohnen 5 cm tief. In neuerer Zeit werden auch Stangenbohnen feldmäßig angebaut und statt der Stangen lange Drähte benutzt, die den Vorteil haben, dass sie billiger in der Anschaffung sind und viele Jahre benutzt werden können.
Bei dieser Art des Anbaues muss für die Bearbeitung mit Gespann zwischen je zwei Reihen ein 80 cm breiter Weg liegen bleiben.
Ertrag: 1 Morgen 50 bis 70 Zentner.
Wenn die Pflanzen eine Höhe von 10 bis 15 cm erreicht haben, werden sie behackt und behäufelt. Die sich bald zeigenden Ranken werden an die Stangen geleitet und leicht angebunden, wobei darauf zu achten ist, dass die Windungen von links nach rechts gehen. Man pflückt die grünen Hülsen, wenn sie 1/2 bis 3/4 ihrer Länge erreicht haben, und die Samen anfangen sich auszubilden, jedoch darf es nicht bei Regenwetter geschehen, da dann die Blätter der Pflanzen gern rostig, d. h. fleckig werden. Die Stangenbohnen ergeben wohl eine spätere Ernte als die Buschbohnen, aber dafür sind sie auch ertragreicher und halten vor allem länger mit ihrem Ertrage an.
Buschbohnen sind bei heißem Wetter oft in wenigen Tagen unbrauchbar für die Küche, Stangenbohnen dagegen liefern bis in die Spitzen hinauf den ganzen Sommer hindurch zarte Bohnen. Sie sind deshalb auch die besten zum Einmachen.
Bild: Hülsen der Flageolett-Wachs-Stangenbohne
Schließlich seien noch einige Bohnenarten erwähnt, die in unserem Klima nicht kulturwürdig sind und vor deren Anbau in Deutschland daher gewarnt werden muss, weil sie im Frühjahr erst sehr spät ins Freie kommen dürfen, und sie der Herbst, ehe sie Früchte tragen, wieder im Wachstum stört. Es sind die sogenannten Faseolen oder Spargelbohnen (Dolichos sesquipedalis). In warmen Ländern und in den Tropen werden sie als Esatz für unsere Stangenbohnen wie diese gern und mit Vorteil angebaut.
Kohlrabi
Der Kohlrabi (Brassica oleracea gongylodes (caulo-rapa)), auch Oberkohlrabi oder Kopfkohlrabi ist genügsamer als die bisher aufgeführten Kohlarten, er gedeiht recht gut in Land zweiter Tracht, verlangt aber 30 cm tief gelockerten Boden in warmer Lage und reichliche Bewässerung.
Die erste Aussaat kann bereits im Februar ins Mistbeet geschehen, eine zweite, wozu auch die mittelfrühe Sorte benutzt werden kann, im März in gleicher Weise oder auf ein Pflanzenbeet.
Die späten Sorten werden im Mai im freien Lande ausgesäet. In einem richtig ausgenutzten Gemüsegarten sollten die Aussaaten je nach Bedarf bis Juli so erfolgen, daß fortwährend gebrauchsfertige Kohlrabi vorhanden sind. Vorteilhaft kultiviert man die Kohlrabi im Spätsommer, also auf solchen Beeten, die schon einmal im Laufe des Sommers abgeerntet worden sind. Die Pflanzen müssen spätestens Mitte August gesetzt werden. Diese Gemüseart eignet sich wie keine andere sehr gut zum Zwischenanbau, auch wo sonst ein kleines Fleckchen Land im Garten frei ist, sollte dies, wenn nicht mit anderem, mit Kohlrabi bepflanzt werden. Aus 20 gr Samen erzielt man etwa 4000 Pflanzen. Die frühen Sorten pflanzt man 20 — 25 cm weit, demnach auf ein Ar (100 qm), je nachdem, ob im Quadrat oder Dreiecksverband, 1600 bis 2500 Stück, das sind auf den Morgen Land 40000 bis 62 500 Pflanzen. Die späten Sorten erhalten einen Abstand von 30 bis 35 cm.
Zur Überwinterung eignet sich nur die Ernte der letzten Aussaat. Die Knollen werden vor dem Eintreten des Frostes herausgenommen, die größten Blätter sowie die Wurzeln abgeschnitten und dann im Keller auf feuchten Sand ausgebreitet, oder man schlägt sie mit den Wurzeln und den kleinen Herzblättchen in frostfreien Gruben oder im Keller in Sand ein.
Der Geschmack der kleinen Frühkohlrabi ist feiner als der der späten und großen Sorten.
Die blauen Sorten bevorzugt man gegenüber den weißen besonders in rauhen und in Gebirgsgegenden, weil sie widerstandsfähiger sind. Das Vorurteil, das manche Hausfrau gegen die blauen Kohlrabi hat, ist ganz unbegründet. Im Geschmack sind sie den grünen bzw. weißen gleich und haben diesen gegenüber zum Vorteil, daß sie viel länger zart bleiben, selbst wenn sie schon recht dick geworden sind.
Das Platzen der Kohlrabi ist darauf zurückzuführen, daß den Pflanzen nach langanhaltender Trockenheit plötzlich viel Wasser zugeführt worden ist. Es tritt besonders nach einem heftigen Regen auf.
Die jungen Pflanzen im Mistbeet, wie auch die im freien Lande sind gegen Fröste sehr empfindlich. Die ersteren schießen nach der Frosteinwirkung sehr leicht in Samen (diese Erscheinung ist also nicht ohne weiteres dem Samen zur Last zu legen), während die in den Herbstmonaten noch im Freien verbliebenen durch die Einwirkung des Frostes einen süßlichen Geschmack annehmen. Es sind deshalb für beide Fälle Vorkehrungen zu treffen. Das Durchgehen oder in Samen schießen der Kohlrabi kann auch schon von vornherein durch zu enge Aussaat verursacht sein.
Erdbeerbeete
Erdbeerbeete dürfen während der Blüte und Fruchtansatz nicht mehr mit der Hacke gereinigt werden.
Bohne
Die Bohne, auch Vietsbohne oder Fisole, liebt einen milden, leichten Boden, gedeiht jedoch auch in schwerem, wenn er nur gelockert ist und geschützt und sonnig liegt.
Frische Düngung sagt ihr nicht zu, es sei denn, dass der Dünger in nicht zu großen Gaben und möglichst schon im Herbst gegeben wird. Im anderen Falle ist der Anbau im Boden zweiter oder dritter Tracht vorzunehmen.
Man unterscheidet Busch- oder Krup- und Stangenbohnen in zahlreichen Sorten.
Im südlichen Deutschland und am Rhein wird sehr oft die Strauchbohne angebaut, die sich im Gegensatz zu den hochwachsenden Stangenbohnen mit niedrigen Reisern, wie man sie für Erbsen verwendet, begnüngt. Da in manchen Gegenden Bohnenstangen schwer zu beschaffen sind, kReiser dagegen leichter und billiger, so sollte dort mehr wie bisher die Strauchbohne angebaut werden, zumal sie außerordentlich reichtragend ist.
Steckzwiebeln
Dies ist die zweijährige Kultur der Zwiebeln. Um Steckzwiebeln aus Samen heranzuziehen säet man auf mageres unkrautfreies Land Anfang Mai recht dick, damit die Zwiebel klein bleiben. Weiterhin sind sie ähnlich wie die Zwiebel zu behandeln. 
Sie werden, wenn das Kraut abgestorben, an einem trockenes Tage im Herbst zur Überwinterung herausgenommen. Man kann auch dazu Zwiebeln der vorjährigen Aussaat von Taubeneigröße (von guter Handelsware sollen 300 bis 400 Stück ein Kilo wiegen von besonders guter, kleiner Ware 800 bis 1200 Stück), benützen, die an einem recht trockenen Orte überwintert wurden. Je trockener die Überwinterung erfolgte, um so besser werden die Zwiebeln.
Das Stecken in 20 cm entfernten Reihen mit einem Abstand von 10 cm in den Reihen soll nicht vor Mitte April erfolgen, weil angefrorene Zwiebeln leicht in Samen schießen. Feucht überwinterte Steckzwiebeln werden ferner nicht ordentlich fest. Auch zu tief dürfen sie nicht gesteckt werden, was sonst dieselben Erscheinungen zur Folge hat. Es genügt, wenn sie bis zu einem Drittel ihrer Größe in das Erdreich gedrückt werden.
Um recht große Steckzwiebeln zu ernten, muß man Sorten, wie c, d, g, e, wählen, die groß werden können. Von diesen Sorten kann man oft pfundschwere Zwiebeln ernten, die allerdings bis zum Herbst verbraucht sein müssen, da sie sich infolge ihres lockeren Fleisches nickt lange halten.
Steckzwiebeln sind übrigens ein Handelsartikel, der in jeder besseren Samenhandlung im Frühjahr zu haben ist.
Wurzelgewächse
Löwenzahn
Der Löwenzahn oder Milchbuschsalat (Leontoden Taraxacum, Taraxacum hortense), eine mehrjährige Pflanze, stellt keine besonderen Ansprüche an den Boden, je besser und kräftiger dieser jedoch ist, um so größer ist der Erfolg. Löwenzahn verdient als ein sehr wohlschmeckender Salat häufiger angebaut zu werden.
Man säet den Samen im April bis Mitte Mai auf ein Anzuchtbeet, versetzt die jungen Pflanzen im Juni oder Juli auf Entfernung von 30 bis 40 cm und befördert die Entwicklung durch fleißiges Gießen und Behacken.
Im Verlauf des Sommers werden die Blätter ein- oder zweimal abgeschnitten, um das Blattwachstum zu fördern, bzw. zur Bleiche und Ernte vorzubereiten. Im September behäufelt man die Pflanzen 10 cm hoch mit Sand oder sandiger Erde so, daß das Herz frei bleibt, und zwar wird dies dadurch bewirkt, daß man die Blätter leicht zusammenfaßt, jedoch ohne sie fest zu binden. Fangen dann die Pflanzen zu treiben an, so wird die Erd- beziehentlich Sandschicht bis 15 cm erhöht; die Blätter werden auf diese Weise gebleicht und sobald sie über der erhöhten Erdschicht erscheinen, etwas über dem Wurzelhals abgeschnitten. Der sonst bittere Geschmack geht durch die Bleiche verloren. Man deckt mit Eintritt des Frostwetters das Ganze mit Laub, Fichtenreisig oder trockenem Mist zu. Statt der Anhäufelung von Sand kann man auch Blumentöpfe verwenden, die man über jede einzelne Pflanze deckt, nachdem man vorher auch hiebei die Blätter leicht zusammengefaßt hat. Ein Beet mit Löwenzahn kann mehrere Jahre benutzt werden. Um den ganzen Winter Salat zu haben, nimmt man die Pflanzen im Herbst heraus, schlägt sie im Keller oder sonstigem Ueberwinterungsraum in Sand ein, verhindert aber Lichtzutritt. Im Einschlag gießt man ab und zu und erntet die infolge des Lichtabschlusses gebleichten längsten Triebe vom Januar an. Für ein Beet von 10 qm Größe sind 30 gr Samen erforderlich.
Kopfsalat
Kopfsalat wird auch grüner Salat, Lattichsalait und Gartensalat (Lactuca sativa capitata) genannt.
Kopfsalat
Der Kopfsalat verlangt einen 30 cm tief gelockerten, gut gedüngten (am besten mit verrottetem Mist) und warmen Boden in freier, sonniger Lage mit reichlicher Feuchtigkeit. Eignet sich vorzüglich zum Zwischenanbau zwischen starkzehrenden Gewächsen, die zu ihrer Ausbildung eine längere Zeit als 2 bis 3 Monate bedürfen.
Kopfsalat "Maikönig"
Je nach Sorte werden zeitig im Dezember oder Januar in Kästen, für den Kleinbedarf auch in Samenschalen oder Töpfen, ausgesäet und auf Treibbeete mit einem Abstand von 20 cm gepflanzt. Vorteilhaft zieht man sie mit solchen Pflanzen, wie z. B. Gurken, Melonen usw., zusammen, die später nach der Aberntung des Salats den ganzen Platz einnehmen sollen. Die Frühland-Salate werden von Mitte Februar ab bis März allein oder zwischen Kohlarten u.a. in ein mäßig warmes Mistbeet ausgesäet und im April ins freie Land gesetzt. Auch können sie im März auf ein Freilandsaatbeet gesäet werden, um darauf die benötigten Setzpflanzen zu gewinnen.
Winterkopfsalat "Kaiser Wilhelm II:"
Die Sommersalate bilden große und feste Köpfe und sind besonders widerstandsfähig gegen Hitze. Man säet sie vom März ab in Abständen von 14 Tagen ins freie Land auf Saatbeete, anfänglich an geschützter Stelle
Saatbeet im Schutze eines Zaunes
und pflanzt nach Bedarf. Abstand 25—30 cm. Um recht große und feste Köpfe zu erzielen, ist die Aussaat an Ort und Stelle zu empfehlen. Man drückt zu diesem Zwecke in den angegebenen Entfernungen je zwei Samenkörner flach in die Erde. Von den daraus sich entwickelnden Pflanzen bleibt nur die stärkste stehen, die die während der heißen Monate versetzten Pflanzen in ihrer Haltbarkeit bei weitem übertrifft.
Die Kultur des Wintersalats ist nicht nur für den Gemüsegärtner von Beruf in der Nähe größerer Städte lohnend, sondern ebenso wichtig für den Herrschaftsgärtner und Gartenfreund.
Die Aussaat muss je nach der Gegend von Ende August bis Mitte September erfolgen. Empfehlenswert ist, zu zwei verschiedenen Zeiten eine Aussaat vorzunehmen, damit man Pflanzen in geeigneter Stärke für das Aussetzen erhält. Auf kräftige aber nicht zu große Pflanzen ist für die Durchwinterung besonderer Wert zu legen, weil schwache Pflanzen entweder auswintern oder im nächsten Frühjahr zu spät verbrauchsfertig werden.
Vorteilhaft für die Kultur ist ein hochgelegenes Beet in sanft abfallender Lage. Man zieht Furchen von 10 cm Tiefe und 15—20 cm Abstand und zwar möglichst von Osten nach Westen, in die die Pflanzen in Abständen von 15—20 cm gesetzt werden und zwar deshalb so dicht, weil immer ein Teil auswintert. Die Richtung der Furchen von Osten nach Westen soll das wiederholte Auftauen und Gefrieren der Salatpflanzen verhindern, die gerade hiergegen empfindlicher sind als gegen strenge Kälte. Die Furchen müssen aber so angelegt sein, daß keine stauende Nässe vom Schneewasser entsteht. Bei schneelosem Frostwetter empfiehlt es sich, die Pflanzen leicht mit Fichtenreisig zu bedecken, das auch gegen das öftere Auftauen schützt.
Wintersalat in Furchen gepflanzt
Alle Kopfsalatsorten eignen sich wie kein anderes Gemüse zur Zwischenpflanzung, sie lassen sich auch überall leicht unterbringen und sind auch als Vor- wie als Nachfrucht anzubauen. 5 gr Samen enthalten 1800—2000 Korn. Von den Sommersalaten pflanzt man auf 1 qm etwa 16 Pflanzen, auf ein Beet von 10 qm demnach 160—170, auf ein Ar oder 100 qm 1600—1700.
Kopfsalat "Riesen-Kristallkopf"
Winterendivie
Die Aussaat der Winterendivien (Cichorium Endivia) geschieht Mitte Mai bis Ende Juni in beliebiger Folge auf Saatbeete. Die Pflänzchen werden Ende Juli bis Anfang August in Abständen von 30 cm - 40 cm weit ausgesetzt und gut gepflegt. Wenn die Pflanzen der Winterendivien 15 bis 20 cm hoch sind, bzw. wenn ihre Blätter dieses Maß ungefähr haben, so werden sie gebleicht, indem man je nach Bedarf die Pflanzen am Boden und weiter nach oben am besten mit Bast vorsichtig zusammenbindet. Das Zusammenbinden muss an recht trockenen Tagen geschehen, wenn die Blätter vollständig abgetrocknet sind. Nach ungefähr 14 Tagen sind die inneren Teile der Pflanze gebleicht und gebrauchsfähig. Man bindet nur soviel auf einmal ein, als in kurzer Zeit verbraucht werden soll, da die gebundenen Pflanzen rasch faulen. Bei regnerischer Witterung müssen die eingebundenen Pflanzen durch Bedecken gegen Nässe geschützt werden. Bei größeren Anpflanzungen empfiehlt es sich, zu jedem Binden anderes Bindematerial (Binsen, dünne Weiden, Erdbeerranken usw.) zu verweden, um erkennen zu können, welche Pflanzen am längsten eingebunden sind.
Für den Winterbedarf wird die letzte Anpflanzung vor Eintreten des Frostes mit dem Ballen ausgehoben und zusammengebunden im Keller bis zur Zeit der Verwendung zur Hüälfte in Sand eingeschlagen.
Die Überwinderung oder auch nur die Erhaltung guter Endivien in den Winter hinein ist stets mit Schwierigkeiten verknüpft. Für Herrschaftsgärtnereien usw. empfiehlt sich die Kultur in Töpfen, wozu Pflanzen der letzten Aussaat genommen werden. Die Erde darf nicht zu schwer, muss aber kräftig sein. Die Pflanzen werden vor Eintritt des Frostes in einen hellen luftigen Raum gebracht, am besten ins Mistbeet, wo sie sich lange Zeit gut halten.
Am empfehlenswertesten für den Herbst- und Winterverbrauch ist aber die Kultur in kalten, nicht zu tiefen Mistbeetkästen. Das Einpflanzen geschieht anfangs September. Die Fenster werden erst aufgelegt, wenn Frost zu befürchten ist. Die im Mistbeetkasten gezogenen Endivien lassen sich durch Verdunkeln der Fenster besser bleichen wie solche im Freien. Sie werden zart wie Salat.
Es sei noch darauf hingewiesen, dass die Blätter der Winterendivien für die Zubereitung zu Salat wie Krautsalat zerschnitten werden müssen, wenn auch nicht ganz so fein.
April
Alle für den März angeführten Arbeiten werden, wenn sie wegen ungünstiger Witterung nicht ganz ausgeführt werden konnten, jetzt nachgeholt und beendet. Der April spielt im Küchengarten eine hervorragende Rolle, während seiner Dauer wird der Grund für die Sommer- und Herbsternte gelegt. Man kann ihn den Monat den Aussäens und des Pflanzens nennen. Ländereien, die im Herbst oder im Verlauf des Winters gedüngt und gestürzt oder auch rigolt worden sind, werden jetzt durch die Hacken und Harken geebnet und den Zwecken entsprechend abgeteilt. Man säet ins freie Land an die bleibenden Standorte: Kresse, Löwenzahn, Zichorie, Spinat, Gartenmelde, Mangold, spinatblätterigen chinesischen Senf, Meerkohl, Buschbohnen (erst gegen Ende), Erbsen, Puffbohnen, Haferwurzel, Schwarzwurzel, Möhren, Pastinake, Wurzelpetersilie, Radies, Rapontika, Sommerrettich, Roterübe, Zwiebel, Bohnenkraut, Boretsch, Fenchel, Kerbel, Schnittpetersilie, Portulak, Waldmeister usw. Auf Saatbeete zum späteren Auspflanzen werden gesäet: Blumenkohl, Kopfkohl, Wirsing, Rosenkohl, Kohlrabi, Kopfsalat, Sommerampfer, Kohlrübe, Winterzwiebel, Estragon, Krauseminze, Kümmel, Lavendel, Löffelkraut, Majoran, Melisse, Pfefferminze, Pimpinelle, Raute, Salbei etc. Man kann bereits Spargelbeete anlegen. Beim vorhandenen Spargel wird jetzt die Erde an die Pflanzen herangezogen, damit das Stechen im nächsten Monat beginnen kann. Erdbeeren sind spätestens jetzt zu pflanzen und zwar auf frisch gedüngtes Land. Monatserdbeeren kommen als Einfassung der Abteilungen im Gemüsegarten gepflanzt werden. Man legt Frühkartoffeln, Knollenziest, Helianthi, Topinambour. Man pflanzt die im Keller eingeschlagenen Artischocken aus und löst dabei Sprossen ab. Man zerteilt und verpflanzt mehrjährige Gewürzkräuter, wie Sauerampfer, Schnittlauch, Estragon, Fetthenne, Krauseminze, Löffelkraut, Pfefferminze, Pimpinelle, Raute, Salbei, Thymian. Man verdünnt die aufgegangenen Sämereien, pikiert, jätet, lockert auf und begießt nach Bedürfnis. Man pflanzt in Mistbeeten angezogene Pflänzchen, wie die Kohlarten, Kopfsalat usw. auf die bleibenden Standorte in sonniger und geschützter Lage zum Frühverbrauch. Man legt neue Meerrettichbeete an. Man legt Anfang April Gurken, Melonen, Kurbisse in Töpfe und zieht sie heran zum Auspflanzen nach Mitte Mai ins freie Land. Die Mistbeete müssen, je höher die Sonne steigt und je wärmer das Wetter wird, tagsüber mehr und mehr gelüftet werden.
Pastinake
Die Pastinake, auch Hammelsmöhre genannt, stellt dieselben Ansprüche an den Boden wie die Möhre. Sie wird in gleicher Weise angebaut.
Der Samen wird zeitig im Frühjahr in Reihen mit 30 cm Abstand und in Entfernung von 15 cm ausgesäet, oder es wird bei Breitsaat nach dem Aufgehen der Pflänzchen auf 20 cm verdünnt. Aussaatmenge für ein Beet von 10 qm Größe 20 gr. Der Same erfordert zum Keimen viel Bodenfeuchtigkeit und ist fest anzuklopfen, damit er in innige Berührung mit dem Erdreich kommt.
Die Pastinaken sind ein sehr beliebtes Gemüse, besonders da sie so leicht zu kultivieren sind. man benutzt sie wie Knollensellerie als Salat mit Essig und Öl. Sie schmecken diesem ganz ähnlich.
Ein Rezept für Pastinakensalat gibt es bei der Kochfrau.
Mai
Verfasst von Gartenfrau am Mi, 04/22/2009 - 14:05.Basilikum
Das Basilikum (Ocymum Basilicum) ist eine einjährige Pflanze, die einen gut vorbereiteten, milden, 30 cm tief gelockerten Gartenboden in sonniger geschützter Lage verlangt. Man unterscheidet eine klein- und großblätterige Sorte, die beide mit grünen oder violetten Blättern vorkommen.
Der Same wird im März in Töpfe ausgesäet und warm gestellt, die jungen Pflänzchen werden einzeln in Töpfen weiterkultiviert und Ende Mai auf 10 bis 20 cm Entfernung mit dem Ballen im Freien ausgepflanzt.
Basilikum, großblätteriger
Wenn die Blütezeit eingetreten ist, wird das ganze Kraut oder auch nur das Blattwerk abgeschnitten, schmell getrocknet, in verschließbaren Gefäßen aufbewahrt und als Würze verwendet. Man kann das Basilikum auch im Töpfen weiter kultivieren, um es bis im den Winter hinein frisch grün zu haben. In rauher Gegend ist die Topfkultur überhaupt vorzuziehen. Das krausblätterige, feine, grüne, Basilikum hat die feinste Würze und wird besonders zu Schnittfleisch, zur Essig- und Senfbereitung verwendet. Infolge des kräftigen Würzgeschmackes dieses Würzkrautes bedarf man nur sehr wenig davon und der Bedarf ist deshalb für eine kleine Familie durch wenige Töpfe, die im Fenster stehen können, zu decken.
Rhabarber
Der Rhabarber ist ausdauernd. Er verlangt einen bis 60 cm tief gelockerten, kräftigen, reichlich gedüngten Boden mit genügender natürlicher Feuchtigkeit.
Rhabarberstiele
Man erzieht die Pflanzen aus Samen und durch Wurzelteilung. Der Same wird im März in ein lauwarmes Mistbeet, in Töpfe oder Schalen gesäet und später werden die durch sorgsame Pflege erstarkten jungen Pflanzen auf das vorher gut zubereitete Land in Entfernung von 1—1,2 m ausgepflanzt und im Aussaatjahre und dem darauffolgenden gut gepflegt. Vom dritten Jahr nach der Aussaat ab können die Blattstiele in der Küche verwendet werden. Sie sind von Mitte Mai bis Ende Juni, bevor die Blätter vollständig entwickelt sind, an der Ansatzstelle auszubrechen. Die Blüten sind ebenfalls auszubrechen, da die Pflanze ihre Kraft sonst dem Blütenstand zuwendet und die Blätterbildung unterläßt.
Für den Gartenbesitzer und Gemüsegärtner kommt es mehr darauf an, von vornherein solche Stauden zu setzen, die ihm eine sichere Ernte in Aussicht stellen. Die besten und kräftigsten Jungpflanzen gewinnt man durch Teilung alter, aber noch gut entwickelter Wurzelstöcke. Es ist nötig, schon vor der beabsichtigten Neupflanzung solche Pflanzen für die Vermehrung auszusuchen, die sich durch hohen Ertrag und ansehnliche sowie schmackhafte Stiele auszeichnen. Völlig verkehrt ist es, vollständig abgetragene Stöcke zu teilen und die erhaltenen Teilpflanzen neu zu pflanzen, weil sie infolge ihrer geringen Lebenskraft zu lange auf einen entsprechenden Ertrag warten lassen.
Für die vorzunehmende Teilung werden die alten Stöcke mit dem Spaten aus dem Boden genommen, von dem anhaftenden Erdreich befreit und mit einem scharfen Messer derartig geteilt, dass jeder der 3—5 Köpfe der alten Pflanze einige Haupt- und Nebenwurzeln behält, wie es die Abbildung zeigt.
Alter Rhabarberwurzelstock
Es genügt, wenn die Teilstauden 2 bis 3 handlange Wurzeln besitzen. Das Teilen sollte erst kurz vor der Neupflanzung vorgenommen werden. Ist man gezwungen, die alten Stöcke schon im Herbst herauszunehmen, so sind sie gut einzuschlagen und mit Laub, Torf oder Mist gegen Frost und austrocknende Winde zu schützen.
Kräftiges Teilstück zum Neupflanzen
Im Herbst gesetzte Teilstauden frieren im Winter leicht aus und die Schnittwunden an den Wurzeln sind auch leicht dem Faulen ausgesetzt. Da der Rhabarber zu den Pflanzen gehört, die am frühesten austreiben, ist es erforderlich, die Neupflanzung im zeitigsten Frühjahr vorzunehmen, sobald es das Wetter und der Boden erlaubt. Es ist sehr zu empfehlen, um die frischgesetzten Stauden etwas kurzen Dünger, halb verrottetes Laub oder feuchten Torfmull auszubreiten.
Der Boden für eine Rhabarber-Neupflanzung muss besonders gut vorbereitet werden. Man kann alle organischen Stickstoffdünger verwenden und so leicht nicht zu viel davon geben, da der Rhabarber zu den „Fressern" zählt und außerdem ja auch mehrere Jahre hintereinander an derselben Stelle verbleiben soll. Um jedoch den beliebten würzigen Geschmack zu erzielen, müssen auch die übrigen Nährstoffe hinreichend vorhanden sein.
Eine gut gepflegte Anlage bleibt 7-8 Jahre im Ertrag. Die Pflege erstreckt sich auf reichliche Düngung, Lockerhalten des Bodens und wenn nötig, reichliche Bewässerung.
Dill
Der Dill (Anethum graveolens) ist eine einjährige Pflanze, die in jedem Boden gedeiht. Der Same wird im April dünn ausgesäet oder, wo man das Kraut als Gewürz zu Salat verwendet, wie z. B. in der Provinz Sachsen, schon im Herbst. Der Dill eignet sich sehr zum Zwischenanbau auf Dauerbeeten, wie Rhabarber, Spargel, Meerkohl u. a. und säet sich, einmal angebaut, selbst wieder aus, so dass er oft lästig werden kann. Man säe ihn ja nicht zu dicht, da er sonst, besonders in geschlossenen Gärten, leicht von Blattläusen befallen wird. In grünem und getrocknetem Zustande benutzt man den Dill als hauptsächlichstes Gewürz beim Einlegen der Salzgurken. Das grüne Laub gewiegt wird zur Bereitung des Gurken-, Kopf- oder Garten- und auch des Kartoffelsalates benutzt, besonders im Verein mit Petersilie und Boretsch.
Der reife Same findet Verwendung beim Einmachen des Sauerkrauts.
Portulak
Der Portulak (Portulaca oleracea), auch Bürgelkraut oder Burzelkraut genannt, ist eine einjährige Pflanze, die einen leichten, sandigen, nahrhaften und gut gelockerten Boden in sonniger Lage verlangt. Man hat eine grün- und eine goldgelbblätterige Sorte. Die Aussaat wird vorteilhaft Ende März, Anfang April in Töpfen oder Samenschalen vorgenommen, die in ein warmes Mistbeet gesetzt werden, da die Pflanzen äußerst frostempfindlich sind.
Bild: Portulak, goldgelber breitblätteriger
Von Mai ab können die gut abgehärteten Sämlinge mit einem Abstand von 10—15 cm im Freien ausgepflanzt werden. Die Aussaat im Freien erfolgt im April breitwürfig ohne sie zu bedecken. Gut ist ein leichtes Einkratzen mit der Hacke und Festklopfen des Erdreichs. Später wird auf die angegebene Entfernung gelichtet.
Der Portulak eignet sich gut zum Zwischenanbau und kann nach Erfordernis bis zum Juni ausgesäet werden. Der goldgelbe Portulak gibt auch ein in manchen Gegenden gern gegessenes Spinatgemüse.
Lauch
Der Lauch (Allium Porrum), auch Porree oder Porro genannt, verlangt einen sehr nahrhaften, im Herbst frischgedüngten Boden und gedeiht am besten in nicht zu trockener Lage. Er zehrt den Boden sehr aus.
Man säet ihn je nach Sorte von Februar bis Anfang April in ein Mistbeet, 5 gr Samen auf ein Fenster normaler Größe. Wenn die Pflanzen die Stärke einer Federspule erreicht haben, werden sie in Reihen von 20 bis 30 cm Abstand nach allen Richtungen gepflanzt, wobei die Spitzen der Wurzeln und Blätter etwas verkürzt werden. Das Pflanzen muß sehr vorsichtig geschehen, da der untere Teil der Setzlinge sehr weich ist und leicht zerdrückt wird. Dennoch müssen sie fest stehen.
Während des Sommers hält man die Beete von Unkraut rein, lockert häufig und begießt fleißig, auch mit flüssigem Dünger, und behäufelt das erstemal nur wenig, dann mehr, das letztemal im Oktober, was dann zugleich zum Schutz gegen die Kälte dient. Um recht starke und lange Stangen zu erzielen, kann man während des Sommers 2—3 mal die Blätter auf 30 cm über dem Boden zurückschneiden. Im Herbst nimmt man die Pflanzen heraus und schlägt sie im Keller in Sand ein.
Der Sommerlauch kommt vom Juli ab zur Verwendung. Der Winterlauch hält den Winter im Freien meist gut aus, man tut jedoch gut, ihn bei strenger Kälte mit Stroh oder Spreu zu bedecken.
Kardone
Die Kardone, auch Kardy (Cynara Cardunculus) oder spanische Artischocke, ist ebenfalls eine mehrjährige Pflanze. Sie stellt dieselben Ansprüche an den Boden und an die Pflege wie die Artischocke. Anzucht und Pflanzweite sind gleich.
Wenn die Blätter eine Länge von 1 cm erreicht haben, was bei guter Behandlung im August der Fall sein wird, fängt man an, diese für die Küche zu bleichen, da nur die fleischigen Blattrippen als Gemüse und Salat benutzt werden. Man reinigt die Pflanzen von allen gelben und schlechten Blättern, fasst die übrigen zusammen und bindet sie unten, in der Mitte, nicht zu fest, und an der Spitze zusammen, was am besten wegen der langen Dornen mit einem Strick oder mit Weiden geschieht. Man umhüllt nun die ganze Pflanze, um sie in aufrechter Stellung zu erhalten, mit langem Stroh, das mit der Spitze nach oben steht, befestigt es mit Strohbändern und häufelt Erde um den Stock, so dass die unteren Strohenden 15 cm hoch bedeckt werden. Je dichter die Umhüllung ist, um so vollständiger wird das Bleichen. Bei trockener Witterung wird die Pflanze nach dem Einbinden einmal tüchtig angegossen. Nach 14 Tagen sind die gebleichten Teile verbrauchsfähig und müssen gleich verwendet werden, weshalb das Einbinden nur nach und nach, dem Bedarf entsprechend, vorgenommen Werden darf.
Vor dem Eintreten des Frostes werden die noch ungebleichten Pflanzen aus der Erde genommen, im Keller eingeschlagen, gebunden und mit Erde bedeckt, wodurch die Blattrippen gleichfalls in der oben angegebenen Zeit verbrauchsfähig werden.
Winterendivie
Die Aussaat der Winterendivien (Cichorium Endivia) geschieht Mitte Mai bis Ende Juni in beliebiger Folge auf Saatbeete. Die Pflänzchen werden Ende Juli bis Anfang August in Abständen von 30 cm - 40 cm weit ausgesetzt und gut gepflegt. Wenn die Pflanzen der Winterendivien 15 bis 20 cm hoch sind, bzw. wenn ihre Blätter dieses Maß ungefähr haben, so werden sie gebleicht, indem man je nach Bedarf die Pflanzen am Boden und weiter nach oben am besten mit Bast vorsichtig zusammenbindet. Das Zusammenbinden muss an recht trockenen Tagen geschehen, wenn die Blätter vollständig abgetrocknet sind. Nach ungefähr 14 Tagen sind die inneren Teile der Pflanze gebleicht und gebrauchsfähig. Man bindet nur soviel auf einmal ein, als in kurzer Zeit verbraucht werden soll, da die gebundenen Pflanzen rasch faulen. Bei regnerischer Witterung müssen die eingebundenen Pflanzen durch Bedecken gegen Nässe geschützt werden. Bei größeren Anpflanzungen empfiehlt es sich, zu jedem Binden anderes Bindematerial (Binsen, dünne Weiden, Erdbeerranken usw.) zu verweden, um erkennen zu können, welche Pflanzen am längsten eingebunden sind.
Für den Winterbedarf wird die letzte Anpflanzung vor Eintreten des Frostes mit dem Ballen ausgehoben und zusammengebunden im Keller bis zur Zeit der Verwendung zur Hüälfte in Sand eingeschlagen.
Die Überwinderung oder auch nur die Erhaltung guter Endivien in den Winter hinein ist stets mit Schwierigkeiten verknüpft. Für Herrschaftsgärtnereien usw. empfiehlt sich die Kultur in Töpfen, wozu Pflanzen der letzten Aussaat genommen werden. Die Erde darf nicht zu schwer, muss aber kräftig sein. Die Pflanzen werden vor Eintritt des Frostes in einen hellen luftigen Raum gebracht, am besten ins Mistbeet, wo sie sich lange Zeit gut halten.
Am empfehlenswertesten für den Herbst- und Winterverbrauch ist aber die Kultur in kalten, nicht zu tiefen Mistbeetkästen. Das Einpflanzen geschieht anfangs September. Die Fenster werden erst aufgelegt, wenn Frost zu befürchten ist. Die im Mistbeetkasten gezogenen Endivien lassen sich durch Verdunkeln der Fenster besser bleichen wie solche im Freien. Sie werden zart wie Salat.
Es sei noch darauf hingewiesen, dass die Blätter der Winterendivien für die Zubereitung zu Salat wie Krautsalat zerschnitten werden müssen, wenn auch nicht ganz so fein.
Mai
Man säet noch für die Folge zum späteren Auspflanzen einige der im April ausgesäeten Sämereien, so die Kohlarten, Winterendivie, Kopfsalat, Kohlrübe, Roterübe, Kapontika; ebenso an die bleibenden Standorte: Kresse, Gartenmelde, spinatblätterigen chinesischen Senf, Buschbohne (Anfang Mai), Stangenbohne (Mitte Mai), Gurke, Kürbis, Erbse, Möhre, Radies, Winterrettich, Dill, Portulak.
Wie der April der Hauptmonat des Säens ist, so ist der Mai der des Pflanzens. Es werden alle im März und Anfang April im Mistbeete und im freien Lande herangezogenen Gemüsepflanzen auf die bleibenden Standorte ausgepflanzt. So die Kohlarten, Sommerendivien, Kopfsalat, Rhabarber, Kardone, Artischocke, Sellerie, Gurke, Melone, Kürbis, Tomate, Eierfrucht, letztere 5 Gemüse nach Mitte Mai, Basilikum, Lauch. Die erste Erbsenaussaat wird gestengelt.
Kartoffeln werden behackt und behäufelt.
Es wird verdünnt, gejätet, gelockert, behackt und gegossen von nun ab am Abend, je nach Bedürfnis.
Dem Unkraute, das nun anfängt, sich breit zu machen, ist emsig nachzustellen.
Die Fenster der vorgeschrittensten Mistbeetpflanzungen müssen bei Tage und gegen Ende des Monats, wenn die Wärme zunimmt auch des Nachts abgenommen werden.
April
Alle für den März angeführten Arbeiten werden, wenn sie wegen ungünstiger Witterung nicht ganz ausgeführt werden konnten, jetzt nachgeholt und beendet. Der April spielt im Küchengarten eine hervorragende Rolle, während seiner Dauer wird der Grund für die Sommer- und Herbsternte gelegt. Man kann ihn den Monat den Aussäens und des Pflanzens nennen. Ländereien, die im Herbst oder im Verlauf des Winters gedüngt und gestürzt oder auch rigolt worden sind, werden jetzt durch die Hacken und Harken geebnet und den Zwecken entsprechend abgeteilt. Man säet ins freie Land an die bleibenden Standorte: Kresse, Löwenzahn, Zichorie, Spinat, Gartenmelde, Mangold, spinatblätterigen chinesischen Senf, Meerkohl, Buschbohnen (erst gegen Ende), Erbsen, Puffbohnen, Haferwurzel, Schwarzwurzel, Möhren, Pastinake, Wurzelpetersilie, Radies, Rapontika, Sommerrettich, Roterübe, Zwiebel, Bohnenkraut, Boretsch, Fenchel, Kerbel, Schnittpetersilie, Portulak, Waldmeister usw. Auf Saatbeete zum späteren Auspflanzen werden gesäet: Blumenkohl, Kopfkohl, Wirsing, Rosenkohl, Kohlrabi, Kopfsalat, Sommerampfer, Kohlrübe, Winterzwiebel, Estragon, Krauseminze, Kümmel, Lavendel, Löffelkraut, Majoran, Melisse, Pfefferminze, Pimpinelle, Raute, Salbei etc. Man kann bereits Spargelbeete anlegen. Beim vorhandenen Spargel wird jetzt die Erde an die Pflanzen herangezogen, damit das Stechen im nächsten Monat beginnen kann. Erdbeeren sind spätestens jetzt zu pflanzen und zwar auf frisch gedüngtes Land. Monatserdbeeren kommen als Einfassung der Abteilungen im Gemüsegarten gepflanzt werden. Man legt Frühkartoffeln, Knollenziest, Helianthi, Topinambour. Man pflanzt die im Keller eingeschlagenen Artischocken aus und löst dabei Sprossen ab. Man zerteilt und verpflanzt mehrjährige Gewürzkräuter, wie Sauerampfer, Schnittlauch, Estragon, Fetthenne, Krauseminze, Löffelkraut, Pfefferminze, Pimpinelle, Raute, Salbei, Thymian. Man verdünnt die aufgegangenen Sämereien, pikiert, jätet, lockert auf und begießt nach Bedürfnis. Man pflanzt in Mistbeeten angezogene Pflänzchen, wie die Kohlarten, Kopfsalat usw. auf die bleibenden Standorte in sonniger und geschützter Lage zum Frühverbrauch. Man legt neue Meerrettichbeete an. Man legt Anfang April Gurken, Melonen, Kurbisse in Töpfe und zieht sie heran zum Auspflanzen nach Mitte Mai ins freie Land. Die Mistbeete müssen, je höher die Sonne steigt und je wärmer das Wetter wird, tagsüber mehr und mehr gelüftet werden.
Gartenmelde
Die Gartenmelde (Atriplex hortensis) - auch Melden oder Molten genannt, gedeiht fast überall, je besser jedoch der Boden ist, um so kräftiger ist die Entwicklung. Man hat Sorten mit gelben, blutroten und grünen Blättern, letztere als Riesenmelde bezeichnet. Man legt die Samen im Frühjahr zu je 6 bis 10 in Stufen von 30 cm Abstand und läßt nach dem Aufgehen nur die kräftigsten stehen. Sobald diese Pflanzen das achte Blatt entwickelt haben, werden die ausgewachsene Blätter abgezupft und wie Spinat oder mit Spinat- oder Sauerampfergemüse zusammen verbraucht. Die Spitzen der jungen Pflanzen sind in gleicher Weise zu verwerten.
Um stets junge Blätter zu haben, kann die Aussaat von Zeit zu Zeit wiederholt werden. Die Aussaat in Reihen und Abschneiden der jungen Pflanzen ist gleichfalls empfehlenswert.
Kopfsalat
Kopfsalat wird auch grüner Salat, Lattichsalait und Gartensalat (Lactuca sativa capitata) genannt.
Kopfsalat
Der Kopfsalat verlangt einen 30 cm tief gelockerten, gut gedüngten (am besten mit verrottetem Mist) und warmen Boden in freier, sonniger Lage mit reichlicher Feuchtigkeit. Eignet sich vorzüglich zum Zwischenanbau zwischen starkzehrenden Gewächsen, die zu ihrer Ausbildung eine längere Zeit als 2 bis 3 Monate bedürfen.
Kopfsalat "Maikönig"
Je nach Sorte werden zeitig im Dezember oder Januar in Kästen, für den Kleinbedarf auch in Samenschalen oder Töpfen, ausgesäet und auf Treibbeete mit einem Abstand von 20 cm gepflanzt. Vorteilhaft zieht man sie mit solchen Pflanzen, wie z. B. Gurken, Melonen usw., zusammen, die später nach der Aberntung des Salats den ganzen Platz einnehmen sollen. Die Frühland-Salate werden von Mitte Februar ab bis März allein oder zwischen Kohlarten u.a. in ein mäßig warmes Mistbeet ausgesäet und im April ins freie Land gesetzt. Auch können sie im März auf ein Freilandsaatbeet gesäet werden, um darauf die benötigten Setzpflanzen zu gewinnen.
Winterkopfsalat "Kaiser Wilhelm II:"
Die Sommersalate bilden große und feste Köpfe und sind besonders widerstandsfähig gegen Hitze. Man säet sie vom März ab in Abständen von 14 Tagen ins freie Land auf Saatbeete, anfänglich an geschützter Stelle
Saatbeet im Schutze eines Zaunes
und pflanzt nach Bedarf. Abstand 25—30 cm. Um recht große und feste Köpfe zu erzielen, ist die Aussaat an Ort und Stelle zu empfehlen. Man drückt zu diesem Zwecke in den angegebenen Entfernungen je zwei Samenkörner flach in die Erde. Von den daraus sich entwickelnden Pflanzen bleibt nur die stärkste stehen, die die während der heißen Monate versetzten Pflanzen in ihrer Haltbarkeit bei weitem übertrifft.
Die Kultur des Wintersalats ist nicht nur für den Gemüsegärtner von Beruf in der Nähe größerer Städte lohnend, sondern ebenso wichtig für den Herrschaftsgärtner und Gartenfreund.
Die Aussaat muss je nach der Gegend von Ende August bis Mitte September erfolgen. Empfehlenswert ist, zu zwei verschiedenen Zeiten eine Aussaat vorzunehmen, damit man Pflanzen in geeigneter Stärke für das Aussetzen erhält. Auf kräftige aber nicht zu große Pflanzen ist für die Durchwinterung besonderer Wert zu legen, weil schwache Pflanzen entweder auswintern oder im nächsten Frühjahr zu spät verbrauchsfertig werden.
Vorteilhaft für die Kultur ist ein hochgelegenes Beet in sanft abfallender Lage. Man zieht Furchen von 10 cm Tiefe und 15—20 cm Abstand und zwar möglichst von Osten nach Westen, in die die Pflanzen in Abständen von 15—20 cm gesetzt werden und zwar deshalb so dicht, weil immer ein Teil auswintert. Die Richtung der Furchen von Osten nach Westen soll das wiederholte Auftauen und Gefrieren der Salatpflanzen verhindern, die gerade hiergegen empfindlicher sind als gegen strenge Kälte. Die Furchen müssen aber so angelegt sein, daß keine stauende Nässe vom Schneewasser entsteht. Bei schneelosem Frostwetter empfiehlt es sich, die Pflanzen leicht mit Fichtenreisig zu bedecken, das auch gegen das öftere Auftauen schützt.
Wintersalat in Furchen gepflanzt
Alle Kopfsalatsorten eignen sich wie kein anderes Gemüse zur Zwischenpflanzung, sie lassen sich auch überall leicht unterbringen und sind auch als Vor- wie als Nachfrucht anzubauen. 5 gr Samen enthalten 1800—2000 Korn. Von den Sommersalaten pflanzt man auf 1 qm etwa 16 Pflanzen, auf ein Beet von 10 qm demnach 160—170, auf ein Ar oder 100 qm 1600—1700.
Kopfsalat "Riesen-Kristallkopf"
März
In diesem Monat nehmen, wenn auch nicht so ausgedehnt in der ersten Hälfte, was meistens von der Witterung abhängig ist, so doch in der zweiten Hälfte die Arbeiten im Küchengarten an Umfang zu. Wenn es nicht schon Ende Februar geschehen ist, müssen jetzt Mistbeete und Ländereien für die zeitige Aussaat hergerichtet werden. In erstere säet man außer den bereits für Februar aufgeführten Arten: Broccoll, Artischocken, Kardonen, Rhabarber, Tomaten, Eierfrucht, Neuseeländer Spinat, Knollensellerie, Lauch, Basilikum, und zieht diese inzwischen zu kräftigen Pflanzen heran. Ins freie Land können ausgesäet werden: Kresse, Spinat, Sauerampfer, Erbsen, Puffbohnen, Haferwurzel, Schwarzwurzel, Zuckerwurzel, Möhren (Karotten), Radies, Weißrüben, Anis, Schnittpetersilie. Man legt die Brutzwiebeln von Knoblauch, Rokambole, Schalotten, Steckzwiebeln. Die Artischockenbeete werden abgedeckt, der Meerkohl zum Bleichen behäufelt. Man gräbt oder lockert die Dauerbeete, wie Spargel, Rhabarber, Meerkohl und Artischocken. Im Mistbeet herangezogene Pflänzchen von Salat, Blumenkohl, Kohlrabi, Wirsing usw. können ins freie Land gesetzt werden. Beete mit mehrjährigen Küchengewächsen und Erdbeeren werden gereinigt, erstere gegraben, letztere nur gehackt oder mit der Grabegabel umgegraben, wobei der im Herbst aufgelegte Dünger mit untergebracht wird.
Artischocke
Die Artischocke (Cynara Scolymus), eine mehrjährige Pflanze, verlangt einen bis 90 cm tief gelockerten, in starker Dungkraft stehenden Boden in sehr warmer, geschützter, freier Lage und eine reichliche Bewässerung.
Zur Anzucht legt man die Samen einzeln zeitig in ein Mistbeet oder in Töpfe, welche warm gestellt werden und setzt unter sorgsamer Pflege kräftig herangewachsenen Pflanzen Mitte Mai auf die gut zubereiteten Beete in Abständen von 1 m.
Unter sorgsamer Abwartung und besonders bei reichlicher Bewässerung mit Dunggaben wachsen die Pflanzen kräftig heran und geben im August bis Herbst schon einige schöne Blütenköpfe, deren Fruchtboden, sowie der untere fleischige Teil der Kelche in der Küche verbraucht werden.
Man kann die Artischocke auch Mai bis Juni einzeln oder zu zweien (dann läßt man nach dem Aufgehen nur die stärkste Pflanze stehen) in hohe Töpfe aussäen, frostfrei überwintern und im Mai im Freien auspflanzen.
Im freien Lande stehende Pflanzen können an Ort und Stelle überwintert werden, indem man die Stengel und Blätter beim Eintreten des Frostes abschneidet, 40 cm hoch mit Erde überhäufelt und dann mit Mist oder Torfmull überdeckt.
In kälteren Gegenden und feuchten Lagen ist es sicherer, die Pflanzen mit Ballen herauszunehmen und in einem trockenen Keller in Sand einzuschlagen. Im Frühjahr werden die Pflanzen, nachdem die vorhandenen Seitensprossen bis auf drei der stärksten abgelöst sind, wieder gepflanzt. Das Abnehmen der Sprossen muss auch bei den im Freien überwinterten Pflanzen geschehen. Die abgenommenen Sprossen werden nach Bedürfnis zur Vermehrung benutzt, vorher jedoch gepflanzt und nach der Bewurzelung ausgepflanzt. Wenn man gute und normale Mutterpflanzen hat, ist diese Vermehrungsweise einer frischen Aussaat vorzuziehen, weil aus letzterer nicht immer den Anforderungen an die Güte entsprechende Pflanzen hervor gehen, da sie aus Samen nicht immer treu bleiben. Um recht große Blütenköpfe zu erzielen, läßt man nur je 3 an jedem Blütenstengel stehen und bricht alle übrigen aus. Bis die Pflanzen sich ausbreiten, können die Zwischenräume der Pflanzenreihen zum Zwischenanbau verschiedener sich schnell entwickelnder Gemüsearten verwertet werden. Die Pflanzung ist alle 3 bis 4 Jahre zu erneuern, denn in dieser Zeit haben sich die Pflanzen abgetragen.
April
Verfasst von Gartenfrau am Mi, 04/22/2009 - 01:47.Alle für den März angeführten Arbeiten werden, wenn sie wegen ungünstiger Witterung nicht ganz ausgeführt werden konnten, jetzt nachgeholt und beendet. Der April spielt im Küchengarten eine hervorragende Rolle, während seiner Dauer wird der Grund für die Sommer- und Herbsternte gelegt. Man kann ihn den Monat den Aussäens und des Pflanzens nennen.
Ländereien, die im Herbst oder im Verlauf des Winters gedüngt und gestürzt oder auch rigolt worden sind, werden jetzt durch die Hacken und Harken geebnet und den Zwecken entsprechend abgeteilt. weiter lesen ...
Kümmel
Der Kümmel - Carum Carvi - ist eine zweijährige Pflanze. Er verlangt einen kräftigen, nicht zu sandigen, gut gedüngten und 40 cm tief gelockerten Boden in feuchter und warmer Lage. Man säet ihn im April oder August dünn auf ein Saatbeet. Die starken Pflanzen versetzt man später in Abständen von 30 cm und pflegt sie gut.
Im Herbst wird das Land mit verrottetem Mist stark bedeckt, der im nächsten Frühjahr untergegraben wird.
Die Ernte ist im Juni. Wenn die Stengel gelb werden und die Körner sich braun färben, schneidet man sie am besten am Morgen, wenn sie noch betaut sind, ab, läßt sie in kleinen Häufchen abtrocknen und nachreifen und drischt sie aus. Bei guter Pflege hält die Kultur drei Jahre an.
Die Samenkörner des Kümmels finden vielseitige küchenwirtschaftliche Verwendung, deshalb sollte diese Gewürzpflanze viel mehr als bisher im Hausgarten angebaut werden, weil die im Handel billig gekauften Kümmelkörner gewöhnlich alt und abgelagert sind und im Geschmack und Weingeruch gar keinen Vergleich mit dem frischen Gartenerzeugnis aufnehmen können.
Löffelkraut
Das Löffelkraut - Cochlearia officinalis -, eine zweijährige Pflanze, verlangt einen leichten humusreichen Boden in etwas schattiger, feuchter Lage. Es nimmt aber auch mit geringerem Boden fürlieb. Der Same wird im April oder im August ausgesäet und die jungen Pflanzen werden später in Abständen von 15 cm ausgepflanzt. Die Blätter werden zu Salat und auch als Mittel gegen den Skorbut verwendet.
Pfefferminze
Die Pfefferminze (Mentha piperita), eine ausdauernde Pflanze, wird wie Krauseminze angebaut. Die beste und sicherste Art, gute gewürzige Pflanzen zu gewinnen, ist die Teilung alter Stöcke. Bei Trockenheit darf man es am Gießen nicht fehlen lassen.
Das gewürzige Kraut der Pfefferminze wie auch das der Krauseminze wird in der Küche wie auch in der Medizin verwertet. Krauseminzentee ist ein vorzügliches Hausmittel gegen Blähungen, Pfefferminzentee ist schweißtreibend. Für den Winterbedarf wird das Kraut getrocknet und luftig aufbewahrt.
Krauseminze
Die Krauseminze - Mentha crispa - eine ausdauernde Pflanze, gedeiht in fast jedem Boden in etwas schattiger, feuchter Lage. Man säet den Samen im April, am besten in Schalen oder Kästen, da er sehr teuer ist, dünn aus und verpflanzt später in Abständen von 30 cm. Für den Bedarf eines Haushaltes genügt 1/2 g Samen. Besser ist es, einige junge Pflanzen zu beziehen.
Im Herbst werden die Stengel abgeschnitten und der Boden mit verrottetem Mist bedeckt, der im Frühjahr untergegraben wird. Nach vier Jahren wird ein Umpflanzen auf ein anderes Beet notwendig, wobei die Stöcke zerteilt und die Teilstücke in den genannten Entfernungen zu Neuanpflanzungen benutzt werden.
Wenn die Zweige blühen, werden sie abgeschnitten, an einem luftigen und schattigen Ort auf Papier ausgebreitet, getrocknet oder in lockeren Bündeln zusammengebunden aufgehängt.
Lavendel
Der Lavendel - Spike - Lavandula Spica -, eine ausdauernde, strauchartige Pflanze, gedeiht in jedem nahrhaften und trockenen Boden, besonders aber in kalkhaltigem Erdreich. Der Same wird im März oder April in ein kaltes Mistbeet oder in einen flachen Topf gesäet, die Sämlinge werden bald pikiert und nach genügender Erstarkung in Abständen von 15 cm ins freie Land gesetzt. Sie können auch zu Einfassungen benutzt werden.
Sobald die Triebkraft der Pflanzen nachläßt, was etwa nach 3 bis 4 Jahren eintritt, werden sie zerteilt und die Teilstücke zu Neuanpflanzungen verwendet. Eine Herbstdüngung ist von guter Wirkung.
Man schneidet die Stengel ab, wenn sie blühen, bindet kleine Bündel zusammen und hängt sie auf dem Boden zum Trocknen auf; im Wäscheschrank geben sie der Wäsche einen sehr angenehmen Geruch.
Der echte Lavendel, Lavandula vera, übertrifft an Feinheit des Wohlgeruchs den gewöhnlichen bedeutend. Seine Kultur ist die gleiche.
Fenchel
Der Fenchel (Foeniculum vulgare) ist eine mehrjährige Pflanze, die ein mürbes, dungreiches, nicht schweres Erdreich verlangt. Man unterscheidet den Thüringer, den Bologneser großen und den Florentiner Fenchel, besonders letzterer liefert das bekannte Fenchelgemüse, das man in Italien oft vorgesetzt bekommt. Bei uns ist der Fenchel dagegen nur wenig in Kultur. Im Handel wird er meist nur von den Delikatessgeschäften geführt.
Der Same wird im April in 30 cm entfernten Reihen in gleichen Abständen, zu je 2 bis 3, stufenweise ausgelegt; von den aufgehenden Pflänzchen wird später nur das stärkste beibehalten.
Das Beet wird vom Unkraut rein gehalten, aufgelockert und begossen. Bevor die Stengel im Herbst absterben, werden sie abgeschnitten und der Bologneser große Fenchel wird für den Winter mit Laub bedeckt.
Letzterer und der Florentiner Fenchel werden in Italien sehr viel angebaut und genossen. Sie erinnern im Geschmack etwas an Bleich-Sellerie, sind nur süßer und haben einen feinen Geruch.
Um Fenchel zu ziehen, wie er in Italien verbraucht wird, muss man in etwas vertiefte (10 bis 15 cm), etwa 45 cm weite Reihen pflanzen mit einem Abstand von 20 cm in der Reihe. Man säet im März bis April und verbraucht ihn gegen Ende des Sommers und im Herbst. Die Pflanzen müssen ebenfalls unkrautfrei gehalten und fleißig (auch mit Dungguss) begossen werden. Wenn sie die Größe eines Eies erreicht haben, werden sie zum Zweck des Bleichens mit Erde bis zur Hälfte ihrer Größe behäufelt; nach 14 Tagen kann mit der Ernte der stärksten Pflanzen begonnen werden, die man nach Bedarf verbraucht.
In Italien wird der Fenchel das ganze Jahr hindurch gezogen, in unserem Klima gelingt dagegen nur die angegebene Kultur.
Als Salatwürze oder in Essig eingemacht, sind die Stengel und Blätter des Meerfenchels wertvoll für den Küchengebrauch.
Die Samenernte ist im dritten und vierten Jahre am ergiebigsten. Da jedoch der Same nicht gleichzeitig reift, müssen die Stengel nach und nach abgeschnitten und an einem luftigen Ort aufgehängt nachreifen.
Schnittpetersilie
Die Schnittpetersilie (Petroselinum sativum), auch Feterlin, wird nur ihres würzigen und feingekrausten Krautes halber als Würze und zur Verzierung von Schüsseln gezogen, weshalb die fein- und starkgekrausten Sorten bevorzugt werden. Viele Hausfrauen bevorzugen aber dennoch die nicht-gekrauste, einfache Petersilie, weil sie einen kräftigeren Geschmack hat. Ihre Verwendung ist aber zu verwerfen, da sie zu leicht mit dem giftigen Schierling verwechselt werden kann.
Die Anzucht kann durch Aussaat im März in ein warmes Mistbeet mit nachfolgendem Auspflanzen ins Freie erfolgen, empfehlenswerter aber ist die Aussaat im März—April an Ort und Stelle im Freien in 25 cm voneinander entfernte Reihen, weil die nicht versetzten Pflanzen eine größere Lebenskraft besitzen. 1 g Samen enthält etwa 600 Korn. Da der Samen oft 3 Wochen zum Keimen nötig hat, muss auf gleichmäßiges Feuchthalten des Erdreiches geachtet werden. Der Boden muss locker und gut gepflegt sein. Reinhalten von Unkraut, öfteres Hacken in der Jugendzeit der Pflanzen, sowie nach Erfordernis gießen, sind unerlässliche Bedingungen für gutes Gedeihen.
Um während des Winters für einen größeren Bedarf stets frische Blätter zu haben, säet man den Samen Ende Juli — Anfang August auf ein geschütztes Pflanzenbeet, pflegt gut und überdeckt die Pflanzen beim Eintreten des Frostes mit einem Mistbeetkasten und Fenstern, nach Erfordernis auch mit Mistumschlägen und Strohdecken, um das Einfrieren zu verhüten. Für einen weniger großen Winterbedarf kann man im September Wurzeln aus der Erde nehmen und diese nach Entfernung der älteren Blätter einzeln oder zu mehreren in entsprechende Töpfe mit Mistbeeterde pflanzen, zum Anwurzeln unter Fenster stellen und dann in einem frostfreien hellen Raum überwintern. Stellt man nach Bedarf in entsprechender Reihenfolge einen oder mehrere Töpfe an das Fenster eines erwärmten Raumes, z. B. der Küche, so entwickeln sich bald junge Blätter, so dass man während des Winters stets solche zur Verfügung hat. Zu gleichem Zweck nimmt man auch mit Seitenlöchern ringsum versehene Gefäße (Petersilien- oder Küchenkräutersäule), bepflanzt sie mit Petersilienwurzeln, so dass durch jedes Loch ein Kopf hervorragt und behandelt sie wie die in Töpfe eingepflanzten Wurzeln. Oben hinein kann man noch eine Pflanze Schnittlauch oder Winterheckezwiebel pflanzen, damit man auch etwas frisches Zwiebelgrün im Winter hat.
Majoran
Sommer-Majoran, Wurstkraut - Origanum majorana - verlangt einen im Herbst gut gedüngten Boden, der durch grobes Umgraben den Einflüssen des Frostes ausgesetzt war.
Französischer Sommermajoran
Es empfiehlt sich, für seine Kultur ein Stück Land in geschützter Lage zu wählen. Die Aussaat erfolgt im kleinen im März in Rillensaat, im großen mit der ein- oder zweischarigen Drillmaschine in 25 cm voneinander entfernten Reihen, wobei für den Morgen 1 1/2 bis 2 kg Saatgut erforderlich ist. Wenn der Boden nicht zu nass ist, wird er nach dem Aussäen gut festgewalzt, im andern Falle muss das Festwalzen bald nach dem Abtrocknen des Bodens erfolgen, damit sich der äußerst feine Same, der nicht mit Erde bedeckt zu werden braucht, dem Erdreich innig anschmiegt.
Später werden die zu dicht stehenden Pflanzen verzogen und an kahlen Stellen nachgepflanzt.
Im kleinen kann man die Aussaat auch im März in ein lauwarmes Mistbeet vornehmen und die erstarkten Sämlinge Anfang Mai in Abständen von 15 cm im Freien auspflanzen.
Sobald die Blüten erscheinen, wird das Kraut kurz über dem Boden abgeschnitten, in lockere Bündel zusammengebunden und an einem trokenen Orte aufbewahrt. Im Großanbau wird das Kraut vorteilhaft mit der Sichel oder Sense gemäht. Der Anbau zu Erwerbszwecken ist sehr zu empfehlen und lohnend.
Majoran hat sich als Aufguß (1 Teelöffel auf 1/4 Liter Wasser) als schnupfenlinderndes Mittel außerordentlich bewährt. Daneben ist die Anwendung eines der zahlreichen Schnupfenpulver oder der Schnupfenlyra zu empfehlen.
Rosenkohl
Der Rosen- oder Sprossenkohl (Brassica oleracea bullata gemmifera) stellt nicht so hohe Ansprüche an die Bodenverhältnisse wie der Kopf- und Wirsingkohl; Land in zweiter Tracht ist am geeignetsten. Dagegen beansprucht er eine warme, recht geschützte Lage.
Der Same wird Mitte April auf ein Saatbeet ins freie Land ausgesäet und die jungen Pflanzen gegen Ende Mai o der im Juni in Entfernungen von 60—80 cm gepflanzt. Wenn die Pflanzen soweit ausgebildet sind, dass in den Blattachsen die kleinen Köpfchen, Rosen oder Sprossen erscheinen, was etwa Ende September der Fall sein wird, so wird der Kopf der Pflanzen ausgeschnitten, worauf eine stärkere Ausbildung der Sprossen erfolgt; bei Pflanzen, die bereits gut ausgebildete Röschen haben, ist dies zu unterlassen. Die abgeschnittenen Köpfe geben ein vorzügliches Gemüse.
Das Ausschneiden der Blätter, um den sich ausbildenden Röschen mehr Licht zuzuführen, ist nicht ratsam, es ist geradezu falsch.
Der Rosenkohl eignet sich besonders gut für eine Zwischenpflanzung von spätem Kopfsalat, Kohlrabi, Radies usw. Die erforderliche Saatmenge ist etwa die gleiche wie beim Kopfkohl, doch säet man bei allen Kohlarten immer etwas mehr aus, um nachpflanzen zu können. Bei der angegebenen Pflanzweite sind etwa 250 Pflanzen für ein Ar Land erforderlich. Auf magerem Boden gibt man von künstlichen Düngern etwa die Hälfte der beim Kopfkohl angegebenen Mengen.
Für den Winterbedarf werden die mit Sprossen besetzten Strünke mit den Wurzeln aus dem Boden genommen, der größten Blätter entledigt, in tiefen Gruben so eingeschlagen, dass sie sich nicht berühren und bei eintretender Kälte mit Stangen bedeckt, über welche Strohdecken oder Rohrmatten ausgebreitet werden.
Man pflückt die größeren Rosen nach Bedarf ab und läßt die kleineren stehen, welche sich weiter entwickeln. In gelinden Wintern bzw. bei günstigen Witterungsverhältnissen können die Strünke auch auf den Beeten bleiben.
Pfeffer
Spanischer Pfeffer (Capsicum annuum) auch Paprika, Beißbeere oder auch Pfefferschote genannt, verlangt zum Gedeihen einen sehr warmen Standort und wird wie die Eierpflanze - Aubergine - kultiviert. Im Freien kann er nur in besonders gutem Boden und im Schutze einer Mauer gezogen werden. Am erfolgreichsten ist die Kultur in Töpfen oder Mistbeeten unter dem Schutz von Fenstern. Die verschiedenen Sorten unterscheiden sich durch ihr mehr oder weniger kräftiges Wachtum und durch Form und Farbe ihrer Früchte. Erwähnt sei der rote bukettständige Pfeffer, dessen Schoten sich in grünem Zustande vorzüglich als Zutat beim Einmachen von grünen Tomaten bewähren.
Bild: Pfeffer, Ruby King
Kerbel
Kerbel, Kerbelkraut - Anthriscus Cerefolium - ist ein einjähriges Küchenkraut, das ungemein rasch in Samen schießt und dann seinen Wert als Würze verliert. Um ihn deshalb immer frisch zur Hand zu haben, empfiehlt es sich, vom Frühjahr bis zum Herbst Aussaaten in drei- bis vier-wöchentlichen Abständen vorzunehmen. Die letzte Aussaat im Oktober für die Verwendung im nächsten Frühjahr ist vor dem Eintritt des Frostes mit langem Pferdemist oder Torfmull zu bedecken. Am anbauwürdigsten ist der krausblätterige Kerbel, der in den erwähnten Abständen zu je 3—4 gr, entweder breit-würfig recht dünn, oder besser in 25—30 cm voneinander entfernten Reihen ausgesäet wird. Das Kraut findet Verwendung als Würze zu Suppen oder zu Endiviensalat.
Um es auch im Winter zur Verfügung zu haben, wird es kurz vor der Blüte abgeschnitten, in Bündelchen getrocknet und an einem luftigen Orte aufbewahrt.
Bild: Kerbel, krauser oder gefüllter
Der spanische Riesenkerbel oder Süßkerbel ist wohlriechend und hat einen süßen, anisähnlichen Geschmack. Er wird gleich nach der Reife im Herbst ausgesäet und geht im folgenden Frühjahr auf, Frühjahrsaussaat dagegen keimt erst ein Jahr später. Man pflanzt die jungen, kräftig gewordenen Pflanzen etwa 50 cm weit voneinander entfernt und gießt öfter bis zu ihrem Anwachsen. Der Riesenkerbel ist sehr anspruchslos.
Portulak
Der Portulak (Portulaca oleracea), auch Bürgelkraut oder Burzelkraut genannt, ist eine einjährige Pflanze, die einen leichten, sandigen, nahrhaften und gut gelockerten Boden in sonniger Lage verlangt. Man hat eine grün- und eine goldgelbblätterige Sorte. Die Aussaat wird vorteilhaft Ende März, Anfang April in Töpfen oder Samenschalen vorgenommen, die in ein warmes Mistbeet gesetzt werden, da die Pflanzen äußerst frostempfindlich sind.
Bild: Portulak, goldgelber breitblätteriger
Von Mai ab können die gut abgehärteten Sämlinge mit einem Abstand von 10—15 cm im Freien ausgepflanzt werden. Die Aussaat im Freien erfolgt im April breitwürfig ohne sie zu bedecken. Gut ist ein leichtes Einkratzen mit der Hacke und Festklopfen des Erdreichs. Später wird auf die angegebene Entfernung gelichtet.
Der Portulak eignet sich gut zum Zwischenanbau und kann nach Erfordernis bis zum Juni ausgesäet werden. Der goldgelbe Portulak gibt auch ein in manchen Gegenden gern gegessenes Spinatgemüse.
Schnittlauch
Der Schnittlauch oder Graslauch (Allium schoenoprasum) ist mehrjährig, liebt einen kräftigen, nicht zu schweren Boden in warmer Lage und ist dennoch nicht anspruchsvoll, er sollte auch im kleinsten Garten nicht fehlen. 
Die Vermehrung geschieht durch Teilung der alten Stauden im März oder besser im August. Die Teilstauden werden mit 20 cm Entfernung in Reihen gesetzt. Man kann den Schnittlauch auch zu Einfassungen verwenden.
Im Herbst ist das Grüne dicht über dem Boden abzuschneiden und mit verrottetem Mist zu bedecken. Alle drei Jahre müssen die Stöcke herausgenommen, zerteilt und auf andere Stellen gepflanzt werden. Schnittlauch aus Samen heranzuziehen dient nur zum Notbehelf, wenn man Pflanzen nicht beschaffen kann.
Um im Winter frisches Schnittlauchgrün zu haben, nimmt man Ende Oktober einige Büsche heraus, schlägt sie bis ungefähr Ende November in Sand im Keller ein (damit sie eine kleine Ruhezeit durchmachen), pflanzt sie dann in Töpfe, die man ins Fenster oder an einen anderen sonnigen hellen, frostfreien Platz stellt. Bei einiger Pflege wächst er freudig heran.
Topinambour
Der Topinambour (Helianthus tuberosut.), auch Erdbirne genannt, ist ausdauernd und bildet Knollen von der Größe der Kartoffel. In bezug auf Boden und Lage ist er sehr genügsam, doch je besser beides ist, um so reichlicher ist der Knollenansatz. Er kann auch eine Reihe von Jahren denselben Platz behalten. Man verwendet deshalb zum Anbau eine sonst unbenutzte Stelle im Garten, lockert vor dem Pflanzen den Boden und legt Ende März bis Mitte April größere Knollen einzeln, kleinere zu zweien, in Abständen von 60 cm 10 cm tief. Außer Reinhalten von Unkraut und Behacken bedarf er während des Sommers keiner besonderen Pflege. Im Herbst nach dem Abschneiden der Stengel überdeckt man den Boden mit kurzem Mist, der im Frühjahr untergehackt wird. Die Knollen sind gegen Frost unempfindlich und können, soweit sie nicht gebraucht werden, den Winter über in der Erde bleiben.

Im Handel kommen zwei verschiedene Sorten vor, und zwar der rotschalige und der weißschalige Topinambour. Man baut den Topinambour auch als Wildfutter auf Ackerland, im Walde oder am Waldrande an. Das Rot- wie auch das Schwarzwild scharrt sich die Knollen selbst heraus. Wird der Topinambour im freien Felde angebaut, so schneidet man die Stengel im Herbst nicht ab, denn sie bilden hier, wenn kein anderer Schutz vorhanden ist, eine ausgezeichnete Hühnerremise. Auch die Hasen gewöhnen sich an den Topinambour als Winterfutter, unter dem vom Frost und Schnee zusammengebrochenen Blattwerk können sie die Knollen leicht zur Aesung herausscharren.
Knollenziest
Knollenziest
Der Knollenziest (Stachys taberifera) ist eine ausdauernde Pflanze, die einen warmen, lockeren, lehm- oder sandhaltigen, sowie durchlässigen Boden verlangt, der in guter Dungkraft stehen muß.
Die Knöllchen werden zeitig im Frühjahr in Abständen von 30 bis 40 cm zu je drei in Stufen wie die Kartoffeln gelegt und im übrigen auch wie diese behandelt. Sie brauchen längere Zeit zum Austreiben, wachsen anfangs langsam, dann schneller, bis sie Ende Oktober oder anfangs November ihre Reife erlangt haben, die an dem Absterben der Stengel und des Krautes erkennbar ist.
Die Knollen widerstehen ohne Schaden der Kälte, sind beim Herausnehmen weiß, werden jedoch, der Luft ausgesetzt, braun, welken und verlieren an Güte, weshalb sie sogleich verbraucht oder in Sand eingeschlagen werden müssen. Man kann seinen Bedarf stets frisch aus der Erde nehmen, wobei sehr sorgfältig jedes Knöllchen ausgelesen werden muß, da es, zurückbleibend, im Frühjahr austreibt und den Boden verunkrautet.
Schwarzwurzel
Die Schwarzwurzel oder Seorzonere (Scorzonera hispanica) stellt Ansprüche an den Boden und Kultur wie bei der Haferwurzel. Die Wurzeln sind auch im zweiten Jahre noch brauchbar. Um schöne glatte Wurzeln zu erzielen, ist besonders für Schwarzwurzeln ein tief gelockertes Erdreich erforderlich. In festem und schwerem Boden verzweigen sich die Wurzeln zu sehr und geben dann zu viel Abfall. Bei der Ernte wird es sich immer empfehlen, die Wurzeln mit der Grabgabel aus dem Boden zu nehmen, weil sie ungemein leicht brechen.
Im zweiten Jahre blühen die Schwarzwurzeln, oft auch schon im ersten Jahre, was jedoch der Ausbildung der Wurzeln wenig oder gar nichts schadet. Es empfiehlt sich, die Blüten oben abzureißen oder auszuschneiden, damit die Pflanze nicht auch noch zur Samenbildung kommt.
Für die einjährige Kultur wird der Same im März oder Anfang April ausgesäet, für die zweijährige im August, und im Spätsommer und Herbst des darauffolgendenjahres geerntet.
Der Boden muß in guter Tracht sein, doch nicht frisch gedüngt, stets reingehalten und mit der Hacke, solange es die Ausbreitung der Blätter zuläßt, gelockert werden. Für den Winterbedarf werden die Wurzeln im Herbst vorsichtig herausgenommen, und nachdem man das Kraut abgedreht hat, im Keller in sandige Erde eingeschlagen, oder man läßt sie mit Schutz gegen Frost im Freien und verbraucht sie nach Bedarf.
Für ein Beet von 10 qm Größe sind 50 gr Samen erforderlich.
Kohlrabi
Der Kohlrabi (Brassica oleracea gongylodes (caulo-rapa)), auch Oberkohlrabi oder Kopfkohlrabi ist genügsamer als die bisher aufgeführten Kohlarten, er gedeiht recht gut in Land zweiter Tracht, verlangt aber 30 cm tief gelockerten Boden in warmer Lage und reichliche Bewässerung.
Die erste Aussaat kann bereits im Februar ins Mistbeet geschehen, eine zweite, wozu auch die mittelfrühe Sorte benutzt werden kann, im März in gleicher Weise oder auf ein Pflanzenbeet.
Die späten Sorten werden im Mai im freien Lande ausgesäet. In einem richtig ausgenutzten Gemüsegarten sollten die Aussaaten je nach Bedarf bis Juli so erfolgen, daß fortwährend gebrauchsfertige Kohlrabi vorhanden sind. Vorteilhaft kultiviert man die Kohlrabi im Spätsommer, also auf solchen Beeten, die schon einmal im Laufe des Sommers abgeerntet worden sind. Die Pflanzen müssen spätestens Mitte August gesetzt werden. Diese Gemüseart eignet sich wie keine andere sehr gut zum Zwischenanbau, auch wo sonst ein kleines Fleckchen Land im Garten frei ist, sollte dies, wenn nicht mit anderem, mit Kohlrabi bepflanzt werden. Aus 20 gr Samen erzielt man etwa 4000 Pflanzen. Die frühen Sorten pflanzt man 20 — 25 cm weit, demnach auf ein Ar (100 qm), je nachdem, ob im Quadrat oder Dreiecksverband, 1600 bis 2500 Stück, das sind auf den Morgen Land 40000 bis 62 500 Pflanzen. Die späten Sorten erhalten einen Abstand von 30 bis 35 cm.
Zur Überwinterung eignet sich nur die Ernte der letzten Aussaat. Die Knollen werden vor dem Eintreten des Frostes herausgenommen, die größten Blätter sowie die Wurzeln abgeschnitten und dann im Keller auf feuchten Sand ausgebreitet, oder man schlägt sie mit den Wurzeln und den kleinen Herzblättchen in frostfreien Gruben oder im Keller in Sand ein.
Der Geschmack der kleinen Frühkohlrabi ist feiner als der der späten und großen Sorten.
Die blauen Sorten bevorzugt man gegenüber den weißen besonders in rauhen und in Gebirgsgegenden, weil sie widerstandsfähiger sind. Das Vorurteil, das manche Hausfrau gegen die blauen Kohlrabi hat, ist ganz unbegründet. Im Geschmack sind sie den grünen bzw. weißen gleich und haben diesen gegenüber zum Vorteil, daß sie viel länger zart bleiben, selbst wenn sie schon recht dick geworden sind.
Das Platzen der Kohlrabi ist darauf zurückzuführen, daß den Pflanzen nach langanhaltender Trockenheit plötzlich viel Wasser zugeführt worden ist. Es tritt besonders nach einem heftigen Regen auf.
Die jungen Pflanzen im Mistbeet, wie auch die im freien Lande sind gegen Fröste sehr empfindlich. Die ersteren schießen nach der Frosteinwirkung sehr leicht in Samen (diese Erscheinung ist also nicht ohne weiteres dem Samen zur Last zu legen), während die in den Herbstmonaten noch im Freien verbliebenen durch die Einwirkung des Frostes einen süßlichen Geschmack annehmen. Es sind deshalb für beide Fälle Vorkehrungen zu treffen. Das Durchgehen oder in Samen schießen der Kohlrabi kann auch schon von vornherein durch zu enge Aussaat verursacht sein.
Puffbohne
Die Puffbohne (Vicia Faba), auch Acker-, Dicke, Garten- oder Große Bohne, nicht zu verwechseln mit der Sau- oder Pferdebohne, gedeiht in fast jedem Boden, wenn er nur mit genügender Dungkraft versehen umd etwas feucht ist. Sie verlangt 40 cm tiefe Lockerung des Erdreichs und wird in erster Tracht angebaut.

Die Aussaat kann von März bis Anfang Juni erfolgen. Die früheste Aussaat ist aber meist die erfolgreichste. Man säet in Reihen von 30 bis 40 cm Abstand, etwa 5 cm tief oder bei gleichem Reihenabstand in 10 cm voneinander entfernten Stufen je 5 bis 6 Bohnen. Für ein zweireihiges Beet von 10 m Länge sind 3/4 kg Samen erforderlich. Sobald die Pflanzen das sechste Blatt gebildet haben, werden sie behackt und behäufelt. Wenn eine hinreichende Anzahl von Hülsen angesetzt sind, wird die Spitze mit dem jungen Blütenansatz ausgekniffen, worauf die verbleibenden Hülsen sich besser ausbilden und der Verbreitung eines gefährlichen Feindes, der schwarzen Blattlaus, die hauptsächlich bei spät gelegten auftritt, vorgebeugt wird.
Man benutzt die jungen, unreifen Bohnen, solange die Haut noch weich und zart ist, was man auch schon daran erkennen kann, daß der sogenannte Bart noch nicht gelb, also noch grün wie die Bohne ist und die darunter befindliche Narbe sich noch nicht gelb oder gar dunkel gefärbt hat. Auch die Zubereitung der grünen Hülsen findet man hier und dort. Will man sie in dieser Weise verspeisen, so muß man die Hülsen so jung pflücken, daß das Innere noch nicht wollig ist, die Kerne sind dann noch ganz klein.
Salbei
Der Salbei (Salvia officinalis), eine halbstrauchartige, ausdauernde Pflanze, wird wie Lavendel mit 30 cm Abstand angebaut. Nach etwa 3 Jahren muß die Pflanzung erneuert werden. Die Blätter werden vor der Blüte abgepflückt und schattig getrocknet.
Er gehört zu den sogenannten Aalkräutern, die zur Aalsuppe verwendet werden. Salbeiblätter als Zutat an gebackenen Aal sind allgemein bekannt, ebenso werden sie als Tee oder als Fleischspeisenwürze verwendet.
Thymian
Thymian oder Quendel (Thymus vulgaris) ist ausdauernd. Er verlangt einen sandigen, trockenen, tief gelockerten Boden in geschützter Lage. Anbau wie Lavendel.
Das Kraut wird vor der Blüte abgeschnitten, in kleine Bündel gebunden und auf dem Boden aufgehangen.
Nach Mitte August sollten die Pflanzen nicht mehr abgeschnitten werden, da sie sonst infolge ungenügender Ausreife im Winter erfrieren.
Man baut gewöhnlich nur den deutschen Winter-Thymian, der aber nach 2 bis 3 Jahren neu ausgesäet oder durch Teilung alter Stöcke neu angepflanzt werden muss.
Junge Tauben bekommen einen sehr feinen Geschmack, wenn man einen kleinen Zweig Thymian ins Innere derselben steckt und mitbrät. Im Gebrauchswert und in der Art der Veiwendung steht der Thymian dem Majoran am nächsten.
Waldmeister
Der Waldmeister (Asperula odorata), der bekanntlich ein wertvolles Bowlenkraut liefert, ist eine ausdauernde Pflanze und verlangt einen fruchtbaren, feuchten Boden in beschatteter Lage. Stalldünger sagt ihm nicht zu, dagegen kann sein würziger Geschmack bei ausgiebiger Verwendung von Buchenlaub, Laub- und Holzerde als Nährboden der Pflanzen außerordentlich gesteigert werden.
Man streut den frisch geernteten Samen im Herbst an den Standort und harkt ihn ein, wie z. B. zwischen nicht zu dick stehendes Gebüsch, kann jedoch auch durch Aussaat auf schattig gelegenen Saatbeeten die Pflanzen heranziehen und im nächsten Frühjahr an den Standort in Abständen von 20 cm auspflanzen. Der Same ist bis zum Aufgehen mit feuchtem Moos zu bedecken.
Nach 3 bis 4 Jahren wird ein Zerteilen und Neuanpflanzen notwendig.
Der im Herbst gesäete Samen geht im Frühjahr auf, der im Frühjahr gesäete liegt meist bis zum andern Frühjahr, ehe er keimt und aufgeht, deshalb ist Herbstaussaat vorzuziehen.
Buschbohnen
Im Hinblick auf die Empfindlichkeit der Buschbohnen (Phaseolus vulgaris nanus), auch Krup-, Stauden- oder Zwergbohnen genannt, gegen Kälte, besonders gegen Nachtfröste, erfolgt die Aussaat 5 cm tief in Stufen zu je 6—8 Samen und mit 40 cm gegenseitigem Abstand Anfang bis Mitte Mai, Nie früher als bis der Boden genügend erwärmt ist. Für ein Beet von 10 qm Größe ist 1/2 kg Samen erforderlich. Für den Hausgarten empfiehlt es sich sehr, einen Teil der Bohnen schon Ende April zu je 4—5 Stück in kleinen Abständen in flache Kistchen oder in Töpfe zu legen und die Pflanzen in einem Mistbeet oder in einem Zimmer heranzuziehen. Sie sind dann Mitte Mai zum Ansetzen in das freie Land fertig und liefern 2—3 Wochen früher eine Ernte als wie Freilandaussaat. Die Aussaat muss für einen größeren Bedarf in Büschelsaat im Mistbeet erfolgen, von wo die Pflanzen büschelweise mit gutem Ballen ins freie Land zu setzen sind. Sobald die Pflanzen 4—5 Blätter entwickelt haben, werden sie behäufelt.
Bei Großanbau legt man bei einer Keimkraft von 80 bis 90 % je 4 Bohnen in ein Loch. Die Reihen erhalten einen Abstand von 50X50 cm, um die Bearbeitung mit dem Hackpflug durchführen zu können. Für 1 Morgen Land sind 20 bis 30 kg Saatgut je nach Größe des Kornes erforderlich. Das rechtzeitige Abernten der Buschbohnen ist sowohl im Hausgarten wie auch im Großanbau von besonderer Wichtigkeit, da die grünen Hülsen schnell hart und damit für die Verwendung zu Schnittbohnen unbrauchbar werden. Die erste Pflücke muß erfolgen, sobald die Kerne etwas mehr als linsengroß geworden sind. 1 Morgen liefert je nach Sorte, Pflege und Wetter 20—80 Zentner grüne Bohnen oder 4—6 Zentner Samenbohnen. Wer im Hausgarten aus irgend einem Grunde keine Stangenbohnen anbauen will, aber bis zum Herbst frische grüne Bohnen haben möchte, der lege etwa anfangs Juni oder Juli nochmals Buschbohnen, denn ihre Blüte dauert im Gegensatz zu der der Stangenbohnen, die fast den ganzen Sommer über anhält, nur wenige Tage.
Estragon
Der Estragon, auch Dragun, Dragant, Gartenbertram (Artemisia Dracunculus) genannt, ist ausdauernd. Er gedeiht in jedem Gartenboden, wächst aber in trockenen und freien Lagen besser wie in schattigen und feuchten; auch wird in ersteren das Kraut würziger. Man setzt die Pflanzen in einer allseitigen Entfernung von 50 cm. Der echte würzige Estragon wird nur durch Teilung alter Pflanzen gewonnen; aus Samen gezogener ist nicht immer gewürzig. Der Bezug junger Stecklingspflanzen in kleinen Töpfen von guten gewürzigen Stöcken ist daher zu empfehlen. Zwei Pflanzen genügen für einen mittleren Haushalt. Im Herbst werden die Triebe des Estragon etwa 10 cm über dem Boden abgeschnitten, die Stöcke und die Erde mit halbverrottetem Mist bedeckt, der im Frühjahr untergegraben wird. Die Stöcke müssen alle vier Jahre in frischen Boden umgesetzt werden, wobei sie zerteilt, und die Teilstücke in der oben angegebenen Entfernung neu zu pflanzen sind.
Als Zutat zu Tunken und als Zubereitung von Kräuteressig ist Estragon gleich wertvoll. Am gewürzigsten ist das Kraut vor der Blüte und man sucht aus diesem Grunde die Blüte durch vorheriges Abschneiden der Stengel zu unterdrücken.
Ein gutes Ersatzmittel ist auch Tagetes lucida, ein gelb-blühendes Sommergewächs, das die gleiche Kultur wie das Basilikum beansprucht. Hiervon werden die jungen Blätter benutzt, die einen dem Estragon auffällig ähnlichen Geschmack haben.
Sauerampfer
Der Sauerampfer oder auch Säuerling genannt (Rumex acetosa), eine mehrjährige Pflanze, gedeiht überall; je nahrhafter der Boden ist, um so kräftiger ist die Entwicklung.
Man benutzt ihn als Einfassung an Gartenwegen, da er einige Jahre aushält.
Die Aussaat geschieht von März bis April oder im August in Reihen (30 cm Entfernung) oder an die Wegkante. Die Pflänzchen müssen auf 5—10 cm Abstand gelichtet werden.
In der Küche werden die grössten Blätter mit Spinat und Gartenmelde zu Gemüse oder für sich allein zu Salat (mit saurem Rahm) benutzt.
Die Aussaaten sind alle 3—4 Jahre zu erneuern; das Teilen der alten Stöcke zu Neupflanzungen ist nach neueren Erfahrungen nicht zu empfehlen.
rigolt
Rigolen bedeutet tief pflügen
Kopfsalat
Kopfsalat wird auch grüner Salat, Lattichsalait und Gartensalat (Lactuca sativa capitata) genannt.
Kopfsalat
Der Kopfsalat verlangt einen 30 cm tief gelockerten, gut gedüngten (am besten mit verrottetem Mist) und warmen Boden in freier, sonniger Lage mit reichlicher Feuchtigkeit. Eignet sich vorzüglich zum Zwischenanbau zwischen starkzehrenden Gewächsen, die zu ihrer Ausbildung eine längere Zeit als 2 bis 3 Monate bedürfen.
Kopfsalat "Maikönig"
Je nach Sorte werden zeitig im Dezember oder Januar in Kästen, für den Kleinbedarf auch in Samenschalen oder Töpfen, ausgesäet und auf Treibbeete mit einem Abstand von 20 cm gepflanzt. Vorteilhaft zieht man sie mit solchen Pflanzen, wie z. B. Gurken, Melonen usw., zusammen, die später nach der Aberntung des Salats den ganzen Platz einnehmen sollen. Die Frühland-Salate werden von Mitte Februar ab bis März allein oder zwischen Kohlarten u.a. in ein mäßig warmes Mistbeet ausgesäet und im April ins freie Land gesetzt. Auch können sie im März auf ein Freilandsaatbeet gesäet werden, um darauf die benötigten Setzpflanzen zu gewinnen.
Winterkopfsalat "Kaiser Wilhelm II:"
Die Sommersalate bilden große und feste Köpfe und sind besonders widerstandsfähig gegen Hitze. Man säet sie vom März ab in Abständen von 14 Tagen ins freie Land auf Saatbeete, anfänglich an geschützter Stelle
Saatbeet im Schutze eines Zaunes
und pflanzt nach Bedarf. Abstand 25—30 cm. Um recht große und feste Köpfe zu erzielen, ist die Aussaat an Ort und Stelle zu empfehlen. Man drückt zu diesem Zwecke in den angegebenen Entfernungen je zwei Samenkörner flach in die Erde. Von den daraus sich entwickelnden Pflanzen bleibt nur die stärkste stehen, die die während der heißen Monate versetzten Pflanzen in ihrer Haltbarkeit bei weitem übertrifft.
Die Kultur des Wintersalats ist nicht nur für den Gemüsegärtner von Beruf in der Nähe größerer Städte lohnend, sondern ebenso wichtig für den Herrschaftsgärtner und Gartenfreund.
Die Aussaat muss je nach der Gegend von Ende August bis Mitte September erfolgen. Empfehlenswert ist, zu zwei verschiedenen Zeiten eine Aussaat vorzunehmen, damit man Pflanzen in geeigneter Stärke für das Aussetzen erhält. Auf kräftige aber nicht zu große Pflanzen ist für die Durchwinterung besonderer Wert zu legen, weil schwache Pflanzen entweder auswintern oder im nächsten Frühjahr zu spät verbrauchsfertig werden.
Vorteilhaft für die Kultur ist ein hochgelegenes Beet in sanft abfallender Lage. Man zieht Furchen von 10 cm Tiefe und 15—20 cm Abstand und zwar möglichst von Osten nach Westen, in die die Pflanzen in Abständen von 15—20 cm gesetzt werden und zwar deshalb so dicht, weil immer ein Teil auswintert. Die Richtung der Furchen von Osten nach Westen soll das wiederholte Auftauen und Gefrieren der Salatpflanzen verhindern, die gerade hiergegen empfindlicher sind als gegen strenge Kälte. Die Furchen müssen aber so angelegt sein, daß keine stauende Nässe vom Schneewasser entsteht. Bei schneelosem Frostwetter empfiehlt es sich, die Pflanzen leicht mit Fichtenreisig zu bedecken, das auch gegen das öftere Auftauen schützt.
Wintersalat in Furchen gepflanzt
Alle Kopfsalatsorten eignen sich wie kein anderes Gemüse zur Zwischenpflanzung, sie lassen sich auch überall leicht unterbringen und sind auch als Vor- wie als Nachfrucht anzubauen. 5 gr Samen enthalten 1800—2000 Korn. Von den Sommersalaten pflanzt man auf 1 qm etwa 16 Pflanzen, auf ein Beet von 10 qm demnach 160—170, auf ein Ar oder 100 qm 1600—1700.
Kopfsalat "Riesen-Kristallkopf"
Spinat
Echter Spinat, Minetsch (Spinacea oleracea), verlangt einen kräftigen, frisch gedüngten, 30 cm tief gelockerten Boden in sonniger Lage, möglichst in erster Tracht, er eignet sich aber auch als Nachfrucht bei Gemüsen, die in erster Tracht standen.
Für den Frühjahrs- und Sommerbedarf werden die Sorten zu verschiedenen Zeiten ausgesäet. Für ein Beet von etwa 10 qm Größe sind etwa 25 gr Samen erforderlich, für den Großanbau auf 1 Morgen in Reihen gedrillt 7 kg, zum Zwischenanbau knapp halb so viel. Man säet, sobald der Frost aus dem Boden ist, in Reihen von 30 cm Abstand und macht in entsprechenden Zwischenräumen neue Aussaaten.
Je mehr der Sommer sich nähert, um so mehr ist reichliche Bewässerung notwendig, da der Spinat bei trockener und warmer Witterung schnell Samenstengel treibt.
Für den Herbst-, Winter- uod Frühjahrsbedarf säet man im August und September in gleicher Weise aus. Viele sorten können in den meisten Gegenden auch zur Winteraussaat benutzt werden.
Der Spinat eignet sich vorzüglich zum Zwischenanbau, z. B. bei Grünkohl, zur Benutzung als Nachfrucht im Herbst und für solche Ländereien, die erst später bestellt werden können, als Vorfrucht im Frühjahr. Im ersteren Falle besäet man z. B. Spargelbeete, streut Körner zwischen Möhren und Zwiebeln aus und bestellt vor allem solches Land mit Spinat, auf dem später Gurken, Blumenkohl, Spätkohlsorten usw. gezogen werden sollen, da der Spinat unter guter Pflege schnell verbrauchsfähig wird. Als Nachfrucht kann er bei genügender Vorbereitung des Bodens nach jeder frühgeernteten Gemüseart gezogen werden. Bei guter Pflege ist er in 4—6 Wochen verbrauchsfertig. Es empfiehlt sich, den Spinat, der meist zu dicht gesäet wird, wenn er handhoch geworden ist, ordentlich zu verziehen, dann entwickeln sich die einzelnen Pflanzen bei genügend Feuchtigkeit zu ansehnlicher Größe und gehen nicht so rasch durch wie dichtstehende.
Spinat ist, weil schnellwüchsig, für künstliche Dünger sehr empfänglich, man verwendet am besten den Universaldünger dazu (als Kopfdüngung mit darauffolgendem durchdringendem Gießen bzw. Regen), man erzielt damit erstaunliche Resultate. Für den Großanbau gibt man auf 1 Morgen im Herbst 1 Ztr. schwefelsaures Ammoniak, 1 1/2 Ztr. 40%iges Kalisalz, 1 1/2 Ztr. Superphosphat. Bei Spätsommer- oder Herbstaussaat ist ebenfalls vorher entsprechend zu düngen. Ein Morgen liefert dann 40—50 Ztr. Jauchen im Herbst ist ebenfalls zu empfehlen.
Mangold
Der Mangold - auch Beißkohl, Beete oder Römischer Kohl (Beta Cicla) gedeiht am besten in einem kräftigen, frisch gedüngten, tief gelockerten Boden. Es werden sowohl die jungen Blätter wie Spinat, als auch die Blattstiele zu Gemüse wie Spargel verwendet.
Zu diesem Zweck wird der Same Ende April in Reihen von 25 cm Entfernung ziemlich dick ausgesäet; für den zuletzt genannten Fall werden die Körner in Stufen von 40 cm Abstand gelegt. Sorten mit hellem Blattstiel werden bevorzugt.
Bei der Frühjahrsaussat werden die abgeschnittenen Blätter den ganzen Sommer hindurch benutzt, wenn sie ziemlich ausgewachsen sind. Die Pflanzen liefern so 3—4 Ernten und bilden als Ersatz für Spinat auch Mitte des Sommers ein ganz vorzügliches Gemüse.
Die Aussaat ist alle Jahre neu vorzunehmen, weil junge Pflanzen die kräftigsten Stiele und die größten Blätter entwickeln.
Zweckmäßig säet man den Mangold in 25 cm entfernten Reihen, verdünnt stark und benützt die ausgezogenen Pflanzen wie Spinat. Die mittleren Reihen zieht man nach und nach ganz aus. Das Verdünnen muss dem Wachstum entsprechend erfolgen, so dass junge Pflanzen, von denen man im Herbst die Stiele benutzen will, entsprechend wachsen und gedeihen können.
Gartenmelde
Die Gartenmelde (Atriplex hortensis) - auch Melden oder Molten genannt, gedeiht fast überall, je besser jedoch der Boden ist, um so kräftiger ist die Entwicklung. Man hat Sorten mit gelben, blutroten und grünen Blättern, letztere als Riesenmelde bezeichnet. Man legt die Samen im Frühjahr zu je 6 bis 10 in Stufen von 30 cm Abstand und läßt nach dem Aufgehen nur die kräftigsten stehen. Sobald diese Pflanzen das achte Blatt entwickelt haben, werden die ausgewachsene Blätter abgezupft und wie Spinat oder mit Spinat- oder Sauerampfergemüse zusammen verbraucht. Die Spitzen der jungen Pflanzen sind in gleicher Weise zu verwerten.
Um stets junge Blätter zu haben, kann die Aussaat von Zeit zu Zeit wiederholt werden. Die Aussaat in Reihen und Abschneiden der jungen Pflanzen ist gleichfalls empfehlenswert.
April
Alle für den März angeführten Arbeiten werden, wenn sie wegen ungünstiger Witterung nicht ganz ausgeführt werden konnten, jetzt nachgeholt und beendet. Der April spielt im Küchengarten eine hervorragende Rolle, während seiner Dauer wird der Grund für die Sommer- und Herbsternte gelegt. Man kann ihn den Monat den Aussäens und des Pflanzens nennen. Ländereien, die im Herbst oder im Verlauf des Winters gedüngt und gestürzt oder auch rigolt worden sind, werden jetzt durch die Hacken und Harken geebnet und den Zwecken entsprechend abgeteilt. Man säet ins freie Land an die bleibenden Standorte: Kresse, Löwenzahn, Zichorie, Spinat, Gartenmelde, Mangold, spinatblätterigen chinesischen Senf, Meerkohl, Buschbohnen (erst gegen Ende), Erbsen, Puffbohnen, Haferwurzel, Schwarzwurzel, Möhren, Pastinake, Wurzelpetersilie, Radies, Rapontika, Sommerrettich, Roterübe, Zwiebel, Bohnenkraut, Boretsch, Fenchel, Kerbel, Schnittpetersilie, Portulak, Waldmeister usw. Auf Saatbeete zum späteren Auspflanzen werden gesäet: Blumenkohl, Kopfkohl, Wirsing, Rosenkohl, Kohlrabi, Kopfsalat, Sommerampfer, Kohlrübe, Winterzwiebel, Estragon, Krauseminze, Kümmel, Lavendel, Löffelkraut, Majoran, Melisse, Pfefferminze, Pimpinelle, Raute, Salbei etc. Man kann bereits Spargelbeete anlegen. Beim vorhandenen Spargel wird jetzt die Erde an die Pflanzen herangezogen, damit das Stechen im nächsten Monat beginnen kann. Erdbeeren sind spätestens jetzt zu pflanzen und zwar auf frisch gedüngtes Land. Monatserdbeeren kommen als Einfassung der Abteilungen im Gemüsegarten gepflanzt werden. Man legt Frühkartoffeln, Knollenziest, Helianthi, Topinambour. Man pflanzt die im Keller eingeschlagenen Artischocken aus und löst dabei Sprossen ab. Man zerteilt und verpflanzt mehrjährige Gewürzkräuter, wie Sauerampfer, Schnittlauch, Estragon, Fetthenne, Krauseminze, Löffelkraut, Pfefferminze, Pimpinelle, Raute, Salbei, Thymian. Man verdünnt die aufgegangenen Sämereien, pikiert, jätet, lockert auf und begießt nach Bedürfnis. Man pflanzt in Mistbeeten angezogene Pflänzchen, wie die Kohlarten, Kopfsalat usw. auf die bleibenden Standorte in sonniger und geschützter Lage zum Frühverbrauch. Man legt neue Meerrettichbeete an. Man legt Anfang April Gurken, Melonen, Kurbisse in Töpfe und zieht sie heran zum Auspflanzen nach Mitte Mai ins freie Land. Die Mistbeete müssen, je höher die Sonne steigt und je wärmer das Wetter wird, tagsüber mehr und mehr gelüftet werden.
Mai
Man säet noch für die Folge zum späteren Auspflanzen einige der im April ausgesäeten Sämereien, so die Kohlarten, Winterendivie, Kopfsalat, Kohlrübe, Roterübe, Kapontika; ebenso an die bleibenden Standorte: Kresse, Gartenmelde, spinatblätterigen chinesischen Senf, Buschbohne (Anfang Mai), Stangenbohne (Mitte Mai), Gurke, Kürbis, Erbse, Möhre, Radies, Winterrettich, Dill, Portulak.
Wie der April der Hauptmonat des Säens ist, so ist der Mai der des Pflanzens. Es werden alle im März und Anfang April im Mistbeete und im freien Lande herangezogenen Gemüsepflanzen auf die bleibenden Standorte ausgepflanzt. So die Kohlarten, Sommerendivien, Kopfsalat, Rhabarber, Kardone, Artischocke, Sellerie, Gurke, Melone, Kürbis, Tomate, Eierfrucht, letztere 5 Gemüse nach Mitte Mai, Basilikum, Lauch. Die erste Erbsenaussaat wird gestengelt.
Kartoffeln werden behackt und behäufelt.
Es wird verdünnt, gejätet, gelockert, behackt und gegossen von nun ab am Abend, je nach Bedürfnis.
Dem Unkraute, das nun anfängt, sich breit zu machen, ist emsig nachzustellen.
Die Fenster der vorgeschrittensten Mistbeetpflanzungen müssen bei Tage und gegen Ende des Monats, wenn die Wärme zunimmt auch des Nachts abgenommen werden.
Löwenzahn
Der Löwenzahn oder Milchbuschsalat (Leontoden Taraxacum, Taraxacum hortense), eine mehrjährige Pflanze, stellt keine besonderen Ansprüche an den Boden, je besser und kräftiger dieser jedoch ist, um so größer ist der Erfolg. Löwenzahn verdient als ein sehr wohlschmeckender Salat häufiger angebaut zu werden.
Man säet den Samen im April bis Mitte Mai auf ein Anzuchtbeet, versetzt die jungen Pflanzen im Juni oder Juli auf Entfernung von 30 bis 40 cm und befördert die Entwicklung durch fleißiges Gießen und Behacken.
Im Verlauf des Sommers werden die Blätter ein- oder zweimal abgeschnitten, um das Blattwachstum zu fördern, bzw. zur Bleiche und Ernte vorzubereiten. Im September behäufelt man die Pflanzen 10 cm hoch mit Sand oder sandiger Erde so, daß das Herz frei bleibt, und zwar wird dies dadurch bewirkt, daß man die Blätter leicht zusammenfaßt, jedoch ohne sie fest zu binden. Fangen dann die Pflanzen zu treiben an, so wird die Erd- beziehentlich Sandschicht bis 15 cm erhöht; die Blätter werden auf diese Weise gebleicht und sobald sie über der erhöhten Erdschicht erscheinen, etwas über dem Wurzelhals abgeschnitten. Der sonst bittere Geschmack geht durch die Bleiche verloren. Man deckt mit Eintritt des Frostwetters das Ganze mit Laub, Fichtenreisig oder trockenem Mist zu. Statt der Anhäufelung von Sand kann man auch Blumentöpfe verwenden, die man über jede einzelne Pflanze deckt, nachdem man vorher auch hiebei die Blätter leicht zusammengefaßt hat. Ein Beet mit Löwenzahn kann mehrere Jahre benutzt werden. Um den ganzen Winter Salat zu haben, nimmt man die Pflanzen im Herbst heraus, schlägt sie im Keller oder sonstigem Ueberwinterungsraum in Sand ein, verhindert aber Lichtzutritt. Im Einschlag gießt man ab und zu und erntet die infolge des Lichtabschlusses gebleichten längsten Triebe vom Januar an. Für ein Beet von 10 qm Größe sind 30 gr Samen erforderlich.
Blumenkohl
Der Blumenkohl oder Karfiol (Brassica oleracea botrytis cauliflora) verlangt einen kräftigen, gut gedüngten, 50 bis 60 cm tief gelockerten Boden in freier, luftiger und dennoch geschützter Lage mit sehr reichlicher Bewässerung. Er wird in erster Tracht angebaut.
Der Same wird schon Ende September, Anfang Oktober, ausgesäet; die Pflanzen werden frostfrei überwintert und Ende März, Anfang April ins Freie gesetzt. Um für das Auspflanzen kräftige Setzlinge zu haben, empfiehlt es sich, diese schon im Februar einzeln in Töpfe zu pflanzen, wodurch ihre Entwicklung sehr begünstigt wird. Sie werden im Mistbeet weiterkultiviert und zu der angegebenen Zeit unter größter Schonung des Wurzelballens im Freien ausgesetzt.
Die Aussaat selbst geschieht sowohl im Herbst als auch im Frühjahr für den Sommerbedarf recht weitläufig ins Mistbeet, das in seiner oberen Erdschicht keinen frischen Dünger enthalten darf, weil er die Bildung sogenannter „schwarzer Füße" begünstigt. Die im Herbst besäeten Mistbeetkästen werden bei starken Frösten mit Deckläden und wenn nötig auch mit einer 5 —10 cm hohen Laubschicht bedeckt. An schönen Tagen muss ausreichend gelüftet und die Pflanzen müssen mit Beginn wärmerer Witterung an Licht und Luft gewöhnt werden. Später hebt man die Fenster allmählich ganz ab. In dieser Weise werden auch die Frühjahrsaussaaten behandelt. Die Aussaat der späten Sorten geschieht Ende April im kalten Kasten oder auf ein gut vorbereitetes Saatbeet im freien Grunde. Natürlich kann man bei kleinem Bedarf sich seine Pflanzen auch in Töpfen heranziehen. Auch die Aussaat sämtlicher frühen und mittelfrühen Sorten im März oder April auf ein Freilandsaatbeet führt zu Erfolgen. Die Pflanzen werden Ende Mai oder Anfang Juni ins Freie ausgepflanzt.
10 gr Samen enthalten etwa 2000 Körner. Sie genügen für die Besäung eines Mistbeetfensters in der Größe von 1,5 x 1 m.
Die Pflanzweite der frühen und mittelfrühen Sorten beträgt 50- 60 cm im Quadrat, die der späteren Sorten 75 cm.
Unter allen Gemüsen stellt keines so hohe Anforderungen an den Boden wie der Blumenkohl. Der Boden muß von Natur genügend feucht, nahrhaft und tiefgründig sein. Ausreichende Stallmistdüngung, daneben 4 kg Kalidüngesalz, 3 kg Superphosphat und 2 kg Chilisalpeter auf 100 qm bei gründlicher Bewässerung bringen hohe Erträge. Die Anwendung von Jauche hat vor der Entwicklung der Blumenkäse zu geschehen, weil sich sonst übler Geruch beim Kochen einstellt. Die etwas herangewachsenen Pflanzen werden angehäufelt und sobald sich die Käse ausgebildet haben, werden diese durch Einknicken einiger Blätter vor den Sonnenstrahlen geschützt, damit sie zart und weiß bleiben. Reichliche Wassergaben sind unbedingt erforderlich, um gute Erfolge zu erzielen.
Bild: Blumenkohl im Herbst in einem Mistbeetkasten eingeschlagen, um ihn vor Frost zu schützen
Die späten Sorten können, wenn sie im Herbst noch nicht voll ausgebildet sind, in einem luftigen Keller oder besser im Mistbeetkasten mit einem Erdballen eingeschlagen werden, wo sie sich dann voll entwickeln. Wem hierzu die geeigneten Räume fehlen, der kann sich mit einer etwa 40 bis 50 cm tiefen Grube im Freien helfen, die gegen das Eindringen von Frösten mit Matten oder Brettern geschützt wird. Wenn die Köpfe der eingeschlagenen Pflanzen welk geworden sind, muss der Strunk etwa 24 Stunden vor dem Gebrauch an mehreren Stellen mit dem Messer angestochen und ins Wasser gestellt werden. Das macht die Köpfe wieder vollständig frisch.
Kopfkohl
Kopfkohl, Kraut, Kappus (Brassica oleracea capitata). Nach der Färbung der Blätter ist ein Unterschied zu machen zwischen Weiß- und Rotkraut (in manchen Gegenden aueh Blaukraut genannt). Die Anzahl der Sorten ist bei beiden außerordentlich groß.
Der Kopfkohl verlangt einen sehr kräfigen, tief gelockerten, gut gedüngten, am besten lehmigen Sandboden mit genügender Feuchtigkeit. In etwas kühlerer Lage gedeiht er besonders gut. Der Anbau erfolgt in erster Tracht.
Bild: Rotkraut, Erfurter Schwarzkopf
Die Aussaat der früheren Sorten für den Sommerbedarf im Juli und August geschieht im März oder, wie beim Blumenkohl beschrieben, schon im Herbst ins Mistbeet die der Sorten für den Herbst- und Winterbedarf von Mitte bis Ende April auf Saatbeete ins freie Land.
Das Auspflanzen der frühen Sorten erfolgt mit etwa 50 cm Abstand im April, das der Spätsorten mit 60—70 cm im Mai und Juni. Bei 50 cm Abstand gehen auf 1 Ar (100 qm) 400 Pflanzen, auf den Morgen 10000 Pflanzen. Bei einem Abstand von 60—70 cm in Quadratpflanzung sind auf den Morgen etwa 6000 Pflanzen unterzubringen, bei Dreieckspflanzung etwas mehr.
Rotkraut, das immer etwas kleinblätteriger ist, pflanzt man durchschnittlich 50 cm weit. Für die Erzielung von 600O Setzpflanzen sind etwa 30 gr Samen erforderlich.
Im übrigen ist die Kultur dieser Kohlarten ähnlich der des Blumenkohls. Sie verlangen viel Kalk, Kali und Stickstoff, weniger Phosphorsäure. Man gibt davon, um Höchsterträge zu erzielen, auf den Morgen Land 8—10 Zentner Aetzkalk, 1 Zentner Kali und 1 1/2 Zentner schwefelsaures Ammoniak. Das Ammoniak ist niemals gleichzeitig mit dem Kalk unterzubringen. Wer den Stickstoff in Form von Chilesalpeter geben will, streue bei Regenwetter in 2 bis 3 Gaben 2 Zentner davon auf die gleich große Fläche. Von Stalldünger sind etwa 250 Zentner erforderlich. Als Phosphorsäuredünger wird 2 Zentner Superphosphat gegeben. Bei dieser Düngergabe und genügend weiter Pflanzung ist eine Zwischenkultur von kleinblättrigem Kohlrabi und von Salat zu empfehlen.
Für die Aufbewahrung im Winter sind die Köpfe abgeschnitten und von den breiten Blättern befreit in einem luftigen trockenen Keller unterzubringen oder noch mit dem Strünke versehen in einem Mistbeetkasten oder im Freien in einer Grube einzuschlagen. Die Strünke müssen dabei nach oben stehen. So kann man, während man zwischen die einzelnen Köpfe genügend trockene Erde tut, damit sie sich nicht berühren, auch mehrere Schichten übereinandersetzen und seinen Kohl bei genügendem Schutz durch Erde, Laub usw. gegen strenge Kälte bis zum Frühjahr aufbewahren.
Meerkohl
Der Meer- oder Seekohl (Crambe maritima) ist mehrjährig. Er verlangt einen leichten, sandigen, bis 60 cm tief gelockerten Boden und starke Düngung. Der Samen wird im Frühjahr gleich an den Standort in Reihen von 90 cm Entfernung und Abständen von 60 cm stufenweise zu je 3—4 Körner gelegt. 5—10 gr Samen genügen für den Bedarf einer Familie.
Nach dem Aufgehen und dem Entwickeln der Pflanzen läßt man an jeder Stelle nur die kräftigste stehen und befördert das Wachstum durch sorgsame Pflege. Im Herbst werden die Beete mit halbverrottetem Mist bedeckt, der im Frühjahr untergegraben wird. Eine alljährliche reichliche Düngung ist überhaupt unerläßlich.
Nachdem die Pflanzen sich zwei Jahre lang kräftig entwickelt haben, kann im März des dritten Jahres mit der Ernte begonnen werden, indem bei Erscheinen der jungen Triebe, Töpfe oder eigens zu diesem Zweck hergerichtete Bleichglocken aus Glas über die Stöcke gedeckt und mit Erde behäufelt werden. Die Triebe wachsen, bleiben infolge der Dunkelheit weiß und zart und werden, wenn sie 20 bis 25 cm lang geworden sind, abgeschnitten und in die Küche geliefert. Nach dem ersten Schnitt werden die Stöcke wieder bedeckt und langer Mist ausgebreitet, worauf nochmals junge Triebe hervorbrechen, die ebenso gebleicht werden.
Meer- oder Seekohl zum Zwecke des Bleichens mit einer Kiste überdeckt, die, umd das Austreiben der Pflanzen zu begünstigen, außerdem noch mit langem Dünger bedeckt wurde.
Nachdem die Stöcke abgeerntet sind, werden Mist und Erde auseinandergeworfen,untergegraben, die Stöcke gut gepflegt, die erscheinenden Blütenstengel entfernt; die Pflanzen müssen nun ein Jahr lang ruhen, d. h. man darf die Triebe während der Zeit nicht bleichen, sondern läßt sie sich ungestört entwickeln, nur wird das Blühen verhindert.
Eine Anpflanzung gibt bei guter Pflege und reichlicher Düngung 6 bis 8 Jahre einen alljährlichen Ertrag, doch darf man eine Staude nicht in 2 aufeinanderfolgenden Jahren bleichen, sondern muss stets beet- oder reihenweise wechseln.
Der Meer- oder Seekohl läßt sich auch leicht treiben, wenn die Temperatur allmählich gesteigert wird. Am besten pflanzt man mehrere Stöcke dicht zusammen in große Töpfe und bringt diese in einen Raum mit 7 bis 8° C. Zum Lichtabschluss bedeckt man sie mit leeren Blumentöpfen.
Die jungen Triebe werden als Salat verspeist oder spargelähnlich zubereitet, nachdem vor der Zubereitung die äußere feine Haut abgezogen wurde.
Melisse
Die Melisse (Zitronenmelisse, Melissa officinalis) eine ausdauernde Pflanze, verlangt einen guten, nahrhaften Boden in etwas trockener Lage. Man säet den Samen im April auf ein lauwarmes Mistbeet, zieht kräftige Pflanzen heran und setzt diese später in Entfernungen von 30 bis 40 cm aus.
Nach vier Jahren werden die Stöcke im September oder im Frühjahr zerteilt und zu neuen Anpflanzungen benutzt. Sonstige Pflege wie Krauseminze. Man sammelt die Blätter vor der Blütezeit, trocknet sie schnell und bewahrt sie an einem trockenen Ort in Papiersäcken oder Schachteln auf.
Bohnenkraut
Das Bohnenkraut, auch Pfefferkraut oder Kölle (Satureja hoitensis), ist einjährig und muss daher alle Jahre neu im März oder April in sonniger Lage ausgesäet werden. Der Anbau ist auch als Zwischenkultur möglich. Die Verwendung kann schon in ganz jungem Zustande geschehen.
Für den Winterbedarf wird es zur Zeit der Blüte abgeschnitten, in mäßig große Bündel gebunden, getrocknet und in Papiersäckchen aufbewahrt. Es wird meist als Würze an Puffbohnen und an das Grünebohnengemüse benutzt, schmeckt sehr streng und darf nur in geringen Mengen zugesetzt werden, da es sonst zu stark durchschmeckt. Bei frischen Bohnen im Sommer sollte man es gar nicht verwenden, der wirklich feine Geschmack dieses Gemüses wird dadurch einfach unterdrückt. Im Winter kann es dagegen bei eingemachten Bohnen Verwendung finden, weil es den sogenannten Einmachegeschmack verdeckt.
Boretsch
Der Boretsch oder Gurkenkraut (Borago officinalis) ist sowohl ein sehr gesuchtes Gewürzkraut, wie auch eine ausgezeichnete Bienenfutterpflanze. Er gedeiht in jedem Boden. Der Same wird im Herbst oder Frühjahr als Zwischenanbau ausgesäet und die jungen Blätter als Würze an Gurken- und Gartensalat verbraucht.
Einmal angesiedelt, pflanzt er sich selbst fort und kann unter Umständen ein lästiges Unkraut werden. Die ohne Kelch gepflückten Blüten können getrocknet zum Färben des Essigs benutzt werden.
Artischocke
Die Artischocke (Cynara Scolymus), eine mehrjährige Pflanze, verlangt einen bis 90 cm tief gelockerten, in starker Dungkraft stehenden Boden in sehr warmer, geschützter, freier Lage und eine reichliche Bewässerung.
Zur Anzucht legt man die Samen einzeln zeitig in ein Mistbeet oder in Töpfe, welche warm gestellt werden und setzt unter sorgsamer Pflege kräftig herangewachsenen Pflanzen Mitte Mai auf die gut zubereiteten Beete in Abständen von 1 m.
Unter sorgsamer Abwartung und besonders bei reichlicher Bewässerung mit Dunggaben wachsen die Pflanzen kräftig heran und geben im August bis Herbst schon einige schöne Blütenköpfe, deren Fruchtboden, sowie der untere fleischige Teil der Kelche in der Küche verbraucht werden.
Man kann die Artischocke auch Mai bis Juni einzeln oder zu zweien (dann läßt man nach dem Aufgehen nur die stärkste Pflanze stehen) in hohe Töpfe aussäen, frostfrei überwintern und im Mai im Freien auspflanzen.
Im freien Lande stehende Pflanzen können an Ort und Stelle überwintert werden, indem man die Stengel und Blätter beim Eintreten des Frostes abschneidet, 40 cm hoch mit Erde überhäufelt und dann mit Mist oder Torfmull überdeckt.
In kälteren Gegenden und feuchten Lagen ist es sicherer, die Pflanzen mit Ballen herauszunehmen und in einem trockenen Keller in Sand einzuschlagen. Im Frühjahr werden die Pflanzen, nachdem die vorhandenen Seitensprossen bis auf drei der stärksten abgelöst sind, wieder gepflanzt. Das Abnehmen der Sprossen muss auch bei den im Freien überwinterten Pflanzen geschehen. Die abgenommenen Sprossen werden nach Bedürfnis zur Vermehrung benutzt, vorher jedoch gepflanzt und nach der Bewurzelung ausgepflanzt. Wenn man gute und normale Mutterpflanzen hat, ist diese Vermehrungsweise einer frischen Aussaat vorzuziehen, weil aus letzterer nicht immer den Anforderungen an die Güte entsprechende Pflanzen hervor gehen, da sie aus Samen nicht immer treu bleiben. Um recht große Blütenköpfe zu erzielen, läßt man nur je 3 an jedem Blütenstengel stehen und bricht alle übrigen aus. Bis die Pflanzen sich ausbreiten, können die Zwischenräume der Pflanzenreihen zum Zwischenanbau verschiedener sich schnell entwickelnder Gemüsearten verwertet werden. Die Pflanzung ist alle 3 bis 4 Jahre zu erneuern, denn in dieser Zeit haben sich die Pflanzen abgetragen.
Bohne
Die Bohne, auch Vietsbohne oder Fisole, liebt einen milden, leichten Boden, gedeiht jedoch auch in schwerem, wenn er nur gelockert ist und geschützt und sonnig liegt.
Frische Düngung sagt ihr nicht zu, es sei denn, dass der Dünger in nicht zu großen Gaben und möglichst schon im Herbst gegeben wird. Im anderen Falle ist der Anbau im Boden zweiter oder dritter Tracht vorzunehmen.
Man unterscheidet Busch- oder Krup- und Stangenbohnen in zahlreichen Sorten.
Im südlichen Deutschland und am Rhein wird sehr oft die Strauchbohne angebaut, die sich im Gegensatz zu den hochwachsenden Stangenbohnen mit niedrigen Reisern, wie man sie für Erbsen verwendet, begnüngt. Da in manchen Gegenden Bohnenstangen schwer zu beschaffen sind, kReiser dagegen leichter und billiger, so sollte dort mehr wie bisher die Strauchbohne angebaut werden, zumal sie außerordentlich reichtragend ist.
Haferwurzel
Die Haferwurzel oder Weißwurzel (Tragopogon porrifolius) verlangt einen fruchtbaren, 60 cm tief gelockerten, jedoch nicht frisch gedüngten Boden. Man säet den Samen im April in 30 cm voneinander entfernte Reihen und lichtet die Pflanzen nach dem Aufgehen auf 6 bis 10 cm Abstand.
Haferwurzel
Für ein Beet von 10 qm Flächeninhalt sind 30 gr Samen erforderlich. Auflockern und Gießen bei trockener Witterung sind unerläßliche Bedingungen. Die Wurzeln müssen im ersten Jahre verbraucht werden, da sie im zweiten, wenn die Pflanze in Blüte tritt, unbrauchbar sind.
Gegen Frost sind die Haferwurzeln sehr empfindlich. Im Geschmack gleichen sie den Schwarzwurzeln, doch sind sie ertragreicher und leichter zu kultivieren.
Folgender Hinweis (von anonym) dürfte vielen von Interesse sein:
Ich hatte schon oft Haferwurzeln, die an Größe, Zartheit und Güte den Schwarzwurzeln nicht das mindeste nachgaben und gleichzeitig mit diesen, aber getrennt gekocht, im Geschmack nicht zu unterscheiden waren. Beide Gemüsearten stimmen in Zubereitung durchaus überein. Am besten ist es, sie nicht abzukochen, sondern roh mit ein wenig Wasser oder Fleischbrühe sowie der nötigen Butter und Salz anzusetzen und gar zu dünsten, worauf man nur nötig hat, den Sud in beliebiger Weise sämig zu machen, sei es mit Eigelb, süßem Rahm oder etwas Mehl, auch nach Bedarf nachzuwürzen.
Beiläufig sei mir hier die Bemerkung gestattet, dass die jungen, zarten Frühlingstriebe im Boden verbliebener Haferwurzeln, spargelartig zubereitet, ein köstliches Gemüse geben, weit besser als die Wurzeln selbst. Diese Verwendung empfiehlt sieh besonders dann, wenn die Wurzeln sparrig wurden oder nicht gerieten.
In gleicher Weise ziehe ich die 10 bis 15 cm jungen, selbst grünen Frühjahrsschosse der Schwarzwurzel wegen ihres außerordentlichen Wohlgeschmackes und ihrer Zartheit den Wurzeln selbst vor. Man kann sie sogar roh essen.
In manchen Gegenden werden die ausgewachsenen, aber noch zarten Blätter der Schwarzwurzel wie Spinat zubereitet oder dem Spinate zugesetzt.
Wirsing
Der Wirsing (Brassica oleracea capitata bullata), in manchen Gegenden als Welschkraut, Borskohl oder Syoyerkohl bekannt, macht in bezug auf Bodenverhältnisse und Pflege dieselben Ansprüche wie der Kopfkohl, ist jedoch weniger empfindlich und deshalb auch für rauhere Lagen geeignet.
Die Aussaat der frühen, mittelfrühen und späten Sorten, sowie die Pflanzweite, Kultur und Aufbewahrung ist genau wie beim Kopfkohl. Auch hier läßt sich besonders bei den späten Sorten mit Erfolg eine Zwischenkultur von bald gebrauchsfertigen Gemüsen betreiben. (Aussaat und Pflanzenmenge siehe Kopfkohl.)
Pastinake
Die Pastinake, auch Hammelsmöhre genannt, stellt dieselben Ansprüche an den Boden wie die Möhre. Sie wird in gleicher Weise angebaut.
Der Samen wird zeitig im Frühjahr in Reihen mit 30 cm Abstand und in Entfernung von 15 cm ausgesäet, oder es wird bei Breitsaat nach dem Aufgehen der Pflänzchen auf 20 cm verdünnt. Aussaatmenge für ein Beet von 10 qm Größe 20 gr. Der Same erfordert zum Keimen viel Bodenfeuchtigkeit und ist fest anzuklopfen, damit er in innige Berührung mit dem Erdreich kommt.
Die Pastinaken sind ein sehr beliebtes Gemüse, besonders da sie so leicht zu kultivieren sind. man benutzt sie wie Knollensellerie als Salat mit Essig und Öl. Sie schmecken diesem ganz ähnlich.
Ein Rezept für Pastinakensalat gibt es bei der Kochfrau.
März
In diesem Monat nehmen, wenn auch nicht so ausgedehnt in der ersten Hälfte, was meistens von der Witterung abhängig ist, so doch in der zweiten Hälfte die Arbeiten im Küchengarten an Umfang zu. Wenn es nicht schon Ende Februar geschehen ist, müssen jetzt Mistbeete und Ländereien für die zeitige Aussaat hergerichtet werden. In erstere säet man außer den bereits für Februar aufgeführten Arten: Broccoll, Artischocken, Kardonen, Rhabarber, Tomaten, Eierfrucht, Neuseeländer Spinat, Knollensellerie, Lauch, Basilikum, und zieht diese inzwischen zu kräftigen Pflanzen heran. Ins freie Land können ausgesäet werden: Kresse, Spinat, Sauerampfer, Erbsen, Puffbohnen, Haferwurzel, Schwarzwurzel, Zuckerwurzel, Möhren (Karotten), Radies, Weißrüben, Anis, Schnittpetersilie. Man legt die Brutzwiebeln von Knoblauch, Rokambole, Schalotten, Steckzwiebeln. Die Artischockenbeete werden abgedeckt, der Meerkohl zum Bleichen behäufelt. Man gräbt oder lockert die Dauerbeete, wie Spargel, Rhabarber, Meerkohl und Artischocken. Im Mistbeet herangezogene Pflänzchen von Salat, Blumenkohl, Kohlrabi, Wirsing usw. können ins freie Land gesetzt werden. Beete mit mehrjährigen Küchengewächsen und Erdbeeren werden gereinigt, erstere gegraben, letztere nur gehackt oder mit der Grabegabel umgegraben, wobei der im Herbst aufgelegte Dünger mit untergebracht wird.
März
Verfasst von Gartenfrau am Mi, 04/22/2009 - 01:46.In diesem Monat nehmen, wenn auch nicht so ausgedehnt in der ersten Hälfte, was meistens von der Witterung abhängig ist, so doch in der zweiten Hälfte die Arbeiten im Küchengarten an Umfang zu.
Wenn es nicht schon Ende Februar geschehen ist, müssen jetzt Mistbeete und Ländereien für die zeitige Aussaat hergerichtet werden. In erstere säet man außer den bereits für Februar aufgeführten Arten: Broccoll, Artischocken, Kardonen, Rhabarber, Tomaten, Eierfrucht, Neuseeländer Spinat, Knollensellerie, Lauch, Basilikum, und zieht diese inzwischen zu kräftigen Pflanzen heran. weiter lesen ...
Kohlrabi
Der Kohlrabi (Brassica oleracea gongylodes (caulo-rapa)), auch Oberkohlrabi oder Kopfkohlrabi ist genügsamer als die bisher aufgeführten Kohlarten, er gedeiht recht gut in Land zweiter Tracht, verlangt aber 30 cm tief gelockerten Boden in warmer Lage und reichliche Bewässerung.
Die erste Aussaat kann bereits im Februar ins Mistbeet geschehen, eine zweite, wozu auch die mittelfrühe Sorte benutzt werden kann, im März in gleicher Weise oder auf ein Pflanzenbeet.
Die späten Sorten werden im Mai im freien Lande ausgesäet. In einem richtig ausgenutzten Gemüsegarten sollten die Aussaaten je nach Bedarf bis Juli so erfolgen, daß fortwährend gebrauchsfertige Kohlrabi vorhanden sind. Vorteilhaft kultiviert man die Kohlrabi im Spätsommer, also auf solchen Beeten, die schon einmal im Laufe des Sommers abgeerntet worden sind. Die Pflanzen müssen spätestens Mitte August gesetzt werden. Diese Gemüseart eignet sich wie keine andere sehr gut zum Zwischenanbau, auch wo sonst ein kleines Fleckchen Land im Garten frei ist, sollte dies, wenn nicht mit anderem, mit Kohlrabi bepflanzt werden. Aus 20 gr Samen erzielt man etwa 4000 Pflanzen. Die frühen Sorten pflanzt man 20 — 25 cm weit, demnach auf ein Ar (100 qm), je nachdem, ob im Quadrat oder Dreiecksverband, 1600 bis 2500 Stück, das sind auf den Morgen Land 40000 bis 62 500 Pflanzen. Die späten Sorten erhalten einen Abstand von 30 bis 35 cm.
Zur Überwinterung eignet sich nur die Ernte der letzten Aussaat. Die Knollen werden vor dem Eintreten des Frostes herausgenommen, die größten Blätter sowie die Wurzeln abgeschnitten und dann im Keller auf feuchten Sand ausgebreitet, oder man schlägt sie mit den Wurzeln und den kleinen Herzblättchen in frostfreien Gruben oder im Keller in Sand ein.
Der Geschmack der kleinen Frühkohlrabi ist feiner als der der späten und großen Sorten.
Die blauen Sorten bevorzugt man gegenüber den weißen besonders in rauhen und in Gebirgsgegenden, weil sie widerstandsfähiger sind. Das Vorurteil, das manche Hausfrau gegen die blauen Kohlrabi hat, ist ganz unbegründet. Im Geschmack sind sie den grünen bzw. weißen gleich und haben diesen gegenüber zum Vorteil, daß sie viel länger zart bleiben, selbst wenn sie schon recht dick geworden sind.
Das Platzen der Kohlrabi ist darauf zurückzuführen, daß den Pflanzen nach langanhaltender Trockenheit plötzlich viel Wasser zugeführt worden ist. Es tritt besonders nach einem heftigen Regen auf.
Die jungen Pflanzen im Mistbeet, wie auch die im freien Lande sind gegen Fröste sehr empfindlich. Die ersteren schießen nach der Frosteinwirkung sehr leicht in Samen (diese Erscheinung ist also nicht ohne weiteres dem Samen zur Last zu legen), während die in den Herbstmonaten noch im Freien verbliebenen durch die Einwirkung des Frostes einen süßlichen Geschmack annehmen. Es sind deshalb für beide Fälle Vorkehrungen zu treffen. Das Durchgehen oder in Samen schießen der Kohlrabi kann auch schon von vornherein durch zu enge Aussaat verursacht sein.
Knoblauch
Der Knoblauch oder Knofl (Allium sativum) verlangt einen leichten, warmen Boden; in schweren und feuchten Bodenarten faulen die Zwiebeln leicht und dürfen auf solchen nur schwach mit Erde bedeckt werden.
Der Knoblauch trägt keinen Samen, sondern bildet an der Spitze der Stengel kleine Zwiebelbüschel, sogenannte Luftzwiebeln, die zur Fortpflanzung benutzt werden können. In der Hauptsache erfolgt die Fortpflanzung durch Teilung der sich in der Erde bildenden Zwiebeln, sogenannte Zehen, die zur Fortpflanzung stets mit einem Teil des Wurzelbodens abgetrennt werden müssen.
Man legt sie im April in Reihen von 20 cm Entfernung und in denselben in Abständen von 10 bis 12 cm und bedeckt sie 5 cm hoch mit leichter, trockener Erde.
Vom Juli ab können die am besten entwickelten Zwiebelbüsche, deren Reife an dem Gelbwerden der Blätter erkennbar ist, herausgenommen werden. Man läßt sie einige Zeit zum Abtrocknen und Nachreifen an der Luft ausgebreitet liegen. Darauf werden sie büschelweise zusammengebunden und gegen Frost geschützt hängend aufbewahrt.
Puffbohne
Die Puffbohne (Vicia Faba), auch Acker-, Dicke, Garten- oder Große Bohne, nicht zu verwechseln mit der Sau- oder Pferdebohne, gedeiht in fast jedem Boden, wenn er nur mit genügender Dungkraft versehen umd etwas feucht ist. Sie verlangt 40 cm tiefe Lockerung des Erdreichs und wird in erster Tracht angebaut.

Die Aussaat kann von März bis Anfang Juni erfolgen. Die früheste Aussaat ist aber meist die erfolgreichste. Man säet in Reihen von 30 bis 40 cm Abstand, etwa 5 cm tief oder bei gleichem Reihenabstand in 10 cm voneinander entfernten Stufen je 5 bis 6 Bohnen. Für ein zweireihiges Beet von 10 m Länge sind 3/4 kg Samen erforderlich. Sobald die Pflanzen das sechste Blatt gebildet haben, werden sie behackt und behäufelt. Wenn eine hinreichende Anzahl von Hülsen angesetzt sind, wird die Spitze mit dem jungen Blütenansatz ausgekniffen, worauf die verbleibenden Hülsen sich besser ausbilden und der Verbreitung eines gefährlichen Feindes, der schwarzen Blattlaus, die hauptsächlich bei spät gelegten auftritt, vorgebeugt wird.
Man benutzt die jungen, unreifen Bohnen, solange die Haut noch weich und zart ist, was man auch schon daran erkennen kann, daß der sogenannte Bart noch nicht gelb, also noch grün wie die Bohne ist und die darunter befindliche Narbe sich noch nicht gelb oder gar dunkel gefärbt hat. Auch die Zubereitung der grünen Hülsen findet man hier und dort. Will man sie in dieser Weise verspeisen, so muß man die Hülsen so jung pflücken, daß das Innere noch nicht wollig ist, die Kerne sind dann noch ganz klein.
Schnittpetersilie
Die Schnittpetersilie (Petroselinum sativum), auch Feterlin, wird nur ihres würzigen und feingekrausten Krautes halber als Würze und zur Verzierung von Schüsseln gezogen, weshalb die fein- und starkgekrausten Sorten bevorzugt werden. Viele Hausfrauen bevorzugen aber dennoch die nicht-gekrauste, einfache Petersilie, weil sie einen kräftigeren Geschmack hat. Ihre Verwendung ist aber zu verwerfen, da sie zu leicht mit dem giftigen Schierling verwechselt werden kann.
Die Anzucht kann durch Aussaat im März in ein warmes Mistbeet mit nachfolgendem Auspflanzen ins Freie erfolgen, empfehlenswerter aber ist die Aussaat im März—April an Ort und Stelle im Freien in 25 cm voneinander entfernte Reihen, weil die nicht versetzten Pflanzen eine größere Lebenskraft besitzen. 1 g Samen enthält etwa 600 Korn. Da der Samen oft 3 Wochen zum Keimen nötig hat, muss auf gleichmäßiges Feuchthalten des Erdreiches geachtet werden. Der Boden muss locker und gut gepflegt sein. Reinhalten von Unkraut, öfteres Hacken in der Jugendzeit der Pflanzen, sowie nach Erfordernis gießen, sind unerlässliche Bedingungen für gutes Gedeihen.
Um während des Winters für einen größeren Bedarf stets frische Blätter zu haben, säet man den Samen Ende Juli — Anfang August auf ein geschütztes Pflanzenbeet, pflegt gut und überdeckt die Pflanzen beim Eintreten des Frostes mit einem Mistbeetkasten und Fenstern, nach Erfordernis auch mit Mistumschlägen und Strohdecken, um das Einfrieren zu verhüten. Für einen weniger großen Winterbedarf kann man im September Wurzeln aus der Erde nehmen und diese nach Entfernung der älteren Blätter einzeln oder zu mehreren in entsprechende Töpfe mit Mistbeeterde pflanzen, zum Anwurzeln unter Fenster stellen und dann in einem frostfreien hellen Raum überwintern. Stellt man nach Bedarf in entsprechender Reihenfolge einen oder mehrere Töpfe an das Fenster eines erwärmten Raumes, z. B. der Küche, so entwickeln sich bald junge Blätter, so dass man während des Winters stets solche zur Verfügung hat. Zu gleichem Zweck nimmt man auch mit Seitenlöchern ringsum versehene Gefäße (Petersilien- oder Küchenkräutersäule), bepflanzt sie mit Petersilienwurzeln, so dass durch jedes Loch ein Kopf hervorragt und behandelt sie wie die in Töpfe eingepflanzten Wurzeln. Oben hinein kann man noch eine Pflanze Schnittlauch oder Winterheckezwiebel pflanzen, damit man auch etwas frisches Zwiebelgrün im Winter hat.
Basilikum
Das Basilikum (Ocymum Basilicum) ist eine einjährige Pflanze, die einen gut vorbereiteten, milden, 30 cm tief gelockerten Gartenboden in sonniger geschützter Lage verlangt. Man unterscheidet eine klein- und großblätterige Sorte, die beide mit grünen oder violetten Blättern vorkommen.
Der Same wird im März in Töpfe ausgesäet und warm gestellt, die jungen Pflänzchen werden einzeln in Töpfen weiterkultiviert und Ende Mai auf 10 bis 20 cm Entfernung mit dem Ballen im Freien ausgepflanzt.
Basilikum, großblätteriger
Wenn die Blütezeit eingetreten ist, wird das ganze Kraut oder auch nur das Blattwerk abgeschnitten, schmell getrocknet, in verschließbaren Gefäßen aufbewahrt und als Würze verwendet. Man kann das Basilikum auch im Töpfen weiter kultivieren, um es bis im den Winter hinein frisch grün zu haben. In rauher Gegend ist die Topfkultur überhaupt vorzuziehen. Das krausblätterige, feine, grüne, Basilikum hat die feinste Würze und wird besonders zu Schnittfleisch, zur Essig- und Senfbereitung verwendet. Infolge des kräftigen Würzgeschmackes dieses Würzkrautes bedarf man nur sehr wenig davon und der Bedarf ist deshalb für eine kleine Familie durch wenige Töpfe, die im Fenster stehen können, zu decken.
Steckzwiebeln
Dies ist die zweijährige Kultur der Zwiebeln. Um Steckzwiebeln aus Samen heranzuziehen säet man auf mageres unkrautfreies Land Anfang Mai recht dick, damit die Zwiebel klein bleiben. Weiterhin sind sie ähnlich wie die Zwiebel zu behandeln. 
Sie werden, wenn das Kraut abgestorben, an einem trockenes Tage im Herbst zur Überwinterung herausgenommen. Man kann auch dazu Zwiebeln der vorjährigen Aussaat von Taubeneigröße (von guter Handelsware sollen 300 bis 400 Stück ein Kilo wiegen von besonders guter, kleiner Ware 800 bis 1200 Stück), benützen, die an einem recht trockenen Orte überwintert wurden. Je trockener die Überwinterung erfolgte, um so besser werden die Zwiebeln.
Das Stecken in 20 cm entfernten Reihen mit einem Abstand von 10 cm in den Reihen soll nicht vor Mitte April erfolgen, weil angefrorene Zwiebeln leicht in Samen schießen. Feucht überwinterte Steckzwiebeln werden ferner nicht ordentlich fest. Auch zu tief dürfen sie nicht gesteckt werden, was sonst dieselben Erscheinungen zur Folge hat. Es genügt, wenn sie bis zu einem Drittel ihrer Größe in das Erdreich gedrückt werden.
Um recht große Steckzwiebeln zu ernten, muß man Sorten, wie c, d, g, e, wählen, die groß werden können. Von diesen Sorten kann man oft pfundschwere Zwiebeln ernten, die allerdings bis zum Herbst verbraucht sein müssen, da sie sich infolge ihres lockeren Fleisches nickt lange halten.
Steckzwiebeln sind übrigens ein Handelsartikel, der in jeder besseren Samenhandlung im Frühjahr zu haben ist.
Lauch
Der Lauch (Allium Porrum), auch Porree oder Porro genannt, verlangt einen sehr nahrhaften, im Herbst frischgedüngten Boden und gedeiht am besten in nicht zu trockener Lage. Er zehrt den Boden sehr aus.
Man säet ihn je nach Sorte von Februar bis Anfang April in ein Mistbeet, 5 gr Samen auf ein Fenster normaler Größe. Wenn die Pflanzen die Stärke einer Federspule erreicht haben, werden sie in Reihen von 20 bis 30 cm Abstand nach allen Richtungen gepflanzt, wobei die Spitzen der Wurzeln und Blätter etwas verkürzt werden. Das Pflanzen muß sehr vorsichtig geschehen, da der untere Teil der Setzlinge sehr weich ist und leicht zerdrückt wird. Dennoch müssen sie fest stehen.
Während des Sommers hält man die Beete von Unkraut rein, lockert häufig und begießt fleißig, auch mit flüssigem Dünger, und behäufelt das erstemal nur wenig, dann mehr, das letztemal im Oktober, was dann zugleich zum Schutz gegen die Kälte dient. Um recht starke und lange Stangen zu erzielen, kann man während des Sommers 2—3 mal die Blätter auf 30 cm über dem Boden zurückschneiden. Im Herbst nimmt man die Pflanzen heraus und schlägt sie im Keller in Sand ein.
Der Sommerlauch kommt vom Juli ab zur Verwendung. Der Winterlauch hält den Winter im Freien meist gut aus, man tut jedoch gut, ihn bei strenger Kälte mit Stroh oder Spreu zu bedecken.
Knollensellerie
Knollensellerie (Apium graveolens) auch Eppich, verlangt einen feuchten, 60 cm tief gelockerten, stark gedüngten Boden. Er wird in erster Tracht angebaut.
Die Anzucht der Setzpflanzen geschieht folgendermaßen: Da der Same lange Zeit zum Keimen braucht, säet man ihn möglichst Anfang März im warmen Mistbeet aus und verstopft die Pflanzen, wenn sie eine Höhe von 5 bis 10 cm erreicht haben, in ein halbwarmes Mistbeet, wo sie bis zu genügender Erstarkung stehen bleiben.

5 gr Samen enthalten etwa 2000 Korn, von denen im Durchschnitt etwa 1800 gut keimen. Danach kann man sich seinen Bedarf berechnen. Vor dem Aussetzen ins freie Land sind die Pflänzchen durch Lüften der Fenster und Abheben derselben an schönen Tagen gut abzuhärten. Den jungen Selleriepflanzen im Saatbeet ist ganz besondere Sorgfalt zuzuwenden, um dem späteren Hoch- bzw. dem Insamen-schießen der Knollen vorzubeugen. Dies kommt besonders bei zu dichtem Stand vor oder wenn die Pflanzen zu lange im Saatbeete gestanden haben oder im Wachstum durch starke Abkühlung oder auch Trockenheit stocken.
Das Aussetzen ins Freie geschieht von Ende Mai an, auch etwas später, unter größter Schonung der Wurzeln in reich gedüngtes Land. Je nach der Starkwüchsigkeit der Sorte soll der Absfand 40 bis 50 cm betragen. Öfteres Hacken, reichliches Gießen bei Trockenheit und ein gelegentlicher Dungguß aus Jauche oder wöchentlich einmaliges Düngen mit Universaldünger sind unerläßliche Bedingungen zur Erzielung großer, reinweißer Knollen für die Salatbereitung.
Der Sellerie ist eine Strandpflanze, sein Name ist abgeleitet von „Sool", selbst das gewöhnliche Kochsalz, eine kleine Handvoll auf eine große Gießkanne voll Wasser, fördert das Wachstum und die Knollenbildung außerordentlich. Reichliches Gießen verhindert das Braunwerden der Knollen und Verholzen des Knollenfleisches.
Wenn die Pflanzen zu tief gesetzt werden, so entwickeln sie viele Seitenwurzeln, wodurch das Dickenwachstum der Knolle zurückgehalten wird. Man muß deshalb die Pflanzen etwas hochsetzen. Das Entfernen der Seitenwurzeln zur Erzielung dicker Knollen hat sich bisher nicht bewährt. Uebrigens liegt es auch sehr viel an der Sorte, wenn sie zuviel Wurzeln an den Seiten hat.
Vor dem Eintreten des Frostes im Herbst werden die Knollen aus der Erde genommen, von Blättern und Wurzeln gereinigt, wobei die Herzblätter jedoch beibehalten bleiben, und für den Winterbedarf im Keller in Sand so eingeschlagen, daß die Krone der Knolle frei bleibt. Der Knollensellerie eignet sich gut zum Zwischenanbau zwischen Blumenkohl, der im August abgeerntet wird. Man pflanzt zwischen zwei Reihen Blumenkohl je eine Reihe Sellerie. Nach dem Abernten des Blumenkohls wird das Land gut aufgelockert, mit Dunggüssen und reichlichen Wassergaben versehen und der stehengebliebene Knollensellerie gut weitergepflegt.
Schalotte
Die Schallotten (Allium acalonicum), auch Esslauch genannt, verlangen sonnige, trockene Lage und leichten, nicht frisch gedüngten Boden.

Man pflanzt die Brutzwiebeln zeitig im Frühjahr, sobald der Boden abgetrocknet ist, in 25 cm weite Reihen, 10 bis 15 cm in der Reihe, und steckt sie nur flach, daß sie gerade mit Erde überdeckt sind. Die gewöhnliche deutsche Schalotte muß schon im Herbst in geschützten Lagen gepflanzt werden, da sie sich trocken im Winter schlecht hält. Man hackt einige Male, um den Boden locker und unkrautfrei zu erhalten. Ende Juni, oft noch eher, welken die Zwiebeln ab; man nimmt sie dann heraus und bewahrt sie trocken auf. Sobald Zeit dafür vorhanden ist, putzt man sie durch.

Die gebräuchlichste Fortpflanzung geschieht durch Brutzwiebeln, es gibt aber auch eine Sorte, die Samen liefert. Diese wird wie gewöhnliche Zwiebeln behandelt, im April in Reihen oder breitwürfig ausgesäet und im Herbst geerntet. Von dieser Saat erntet man Schalotten in verschiedenen Farben, weiße, gelbe, braune und rote. Alle sind feinschmeckend.
Schwarzwurzel
Die Schwarzwurzel oder Seorzonere (Scorzonera hispanica) stellt Ansprüche an den Boden und Kultur wie bei der Haferwurzel. Die Wurzeln sind auch im zweiten Jahre noch brauchbar. Um schöne glatte Wurzeln zu erzielen, ist besonders für Schwarzwurzeln ein tief gelockertes Erdreich erforderlich. In festem und schwerem Boden verzweigen sich die Wurzeln zu sehr und geben dann zu viel Abfall. Bei der Ernte wird es sich immer empfehlen, die Wurzeln mit der Grabgabel aus dem Boden zu nehmen, weil sie ungemein leicht brechen.
Im zweiten Jahre blühen die Schwarzwurzeln, oft auch schon im ersten Jahre, was jedoch der Ausbildung der Wurzeln wenig oder gar nichts schadet. Es empfiehlt sich, die Blüten oben abzureißen oder auszuschneiden, damit die Pflanze nicht auch noch zur Samenbildung kommt.
Für die einjährige Kultur wird der Same im März oder Anfang April ausgesäet, für die zweijährige im August, und im Spätsommer und Herbst des darauffolgendenjahres geerntet.
Der Boden muß in guter Tracht sein, doch nicht frisch gedüngt, stets reingehalten und mit der Hacke, solange es die Ausbreitung der Blätter zuläßt, gelockert werden. Für den Winterbedarf werden die Wurzeln im Herbst vorsichtig herausgenommen, und nachdem man das Kraut abgedreht hat, im Keller in sandige Erde eingeschlagen, oder man läßt sie mit Schutz gegen Frost im Freien und verbraucht sie nach Bedarf.
Für ein Beet von 10 qm Größe sind 50 gr Samen erforderlich.
Zuckerwurzel
Bodenbedingung und Kultur der Zuckerwurzel oder Goldwurzel (Sium Sisarum) ist wie bei der Haferwurzel. Da jedoch der Samen lange Zeit zum Keimen braucht, oft ein halbes Jahr, so empfiehlt es sich, schon im Oktober oder ganz zeitig im Frühjahr auszusäen.

Die Wurzeln sind nach dem Blühen für die Küche unbrauchbar und müssen deshalb im ersten Jahre verspeist werden. Saatmenge für ein Beet von 5 qm Größe 20 gr.
Anis
Der Anis (Pimpinella Anisum) ist einjährig und liebt einen sandigen, lehm- oder mergelhaltigen, 30 cm tief aufgelockerten Boden in warmer, sonniger Lage. An den Nährstoffgehalt des Bodens stellt er keine besonderen Ansprüche. Der Same wird im März breitwürfig dünn oder in Reihen von 30 cm Entfernung ausgesäet und die Pflanzen werden auf 20 cm Entfernung gelichtet, der Boden von Unkraut rein gehalten und öfter aufgelockert. Die Reife tritt im August bis September ein. Sobald der Same sich bräunt, werden die Stengel abgeschnitten, zum Nachreifen aufgestellt und dann ausgedroschen.
Rhabarber
Der Rhabarber ist ausdauernd. Er verlangt einen bis 60 cm tief gelockerten, kräftigen, reichlich gedüngten Boden mit genügender natürlicher Feuchtigkeit.
Rhabarberstiele
Man erzieht die Pflanzen aus Samen und durch Wurzelteilung. Der Same wird im März in ein lauwarmes Mistbeet, in Töpfe oder Schalen gesäet und später werden die durch sorgsame Pflege erstarkten jungen Pflanzen auf das vorher gut zubereitete Land in Entfernung von 1—1,2 m ausgepflanzt und im Aussaatjahre und dem darauffolgenden gut gepflegt. Vom dritten Jahr nach der Aussaat ab können die Blattstiele in der Küche verwendet werden. Sie sind von Mitte Mai bis Ende Juni, bevor die Blätter vollständig entwickelt sind, an der Ansatzstelle auszubrechen. Die Blüten sind ebenfalls auszubrechen, da die Pflanze ihre Kraft sonst dem Blütenstand zuwendet und die Blätterbildung unterläßt.
Für den Gartenbesitzer und Gemüsegärtner kommt es mehr darauf an, von vornherein solche Stauden zu setzen, die ihm eine sichere Ernte in Aussicht stellen. Die besten und kräftigsten Jungpflanzen gewinnt man durch Teilung alter, aber noch gut entwickelter Wurzelstöcke. Es ist nötig, schon vor der beabsichtigten Neupflanzung solche Pflanzen für die Vermehrung auszusuchen, die sich durch hohen Ertrag und ansehnliche sowie schmackhafte Stiele auszeichnen. Völlig verkehrt ist es, vollständig abgetragene Stöcke zu teilen und die erhaltenen Teilpflanzen neu zu pflanzen, weil sie infolge ihrer geringen Lebenskraft zu lange auf einen entsprechenden Ertrag warten lassen.
Für die vorzunehmende Teilung werden die alten Stöcke mit dem Spaten aus dem Boden genommen, von dem anhaftenden Erdreich befreit und mit einem scharfen Messer derartig geteilt, dass jeder der 3—5 Köpfe der alten Pflanze einige Haupt- und Nebenwurzeln behält, wie es die Abbildung zeigt.
Alter Rhabarberwurzelstock
Es genügt, wenn die Teilstauden 2 bis 3 handlange Wurzeln besitzen. Das Teilen sollte erst kurz vor der Neupflanzung vorgenommen werden. Ist man gezwungen, die alten Stöcke schon im Herbst herauszunehmen, so sind sie gut einzuschlagen und mit Laub, Torf oder Mist gegen Frost und austrocknende Winde zu schützen.
Kräftiges Teilstück zum Neupflanzen
Im Herbst gesetzte Teilstauden frieren im Winter leicht aus und die Schnittwunden an den Wurzeln sind auch leicht dem Faulen ausgesetzt. Da der Rhabarber zu den Pflanzen gehört, die am frühesten austreiben, ist es erforderlich, die Neupflanzung im zeitigsten Frühjahr vorzunehmen, sobald es das Wetter und der Boden erlaubt. Es ist sehr zu empfehlen, um die frischgesetzten Stauden etwas kurzen Dünger, halb verrottetes Laub oder feuchten Torfmull auszubreiten.
Der Boden für eine Rhabarber-Neupflanzung muss besonders gut vorbereitet werden. Man kann alle organischen Stickstoffdünger verwenden und so leicht nicht zu viel davon geben, da der Rhabarber zu den „Fressern" zählt und außerdem ja auch mehrere Jahre hintereinander an derselben Stelle verbleiben soll. Um jedoch den beliebten würzigen Geschmack zu erzielen, müssen auch die übrigen Nährstoffe hinreichend vorhanden sein.
Eine gut gepflegte Anlage bleibt 7-8 Jahre im Ertrag. Die Pflege erstreckt sich auf reichliche Düngung, Lockerhalten des Bodens und wenn nötig, reichliche Bewässerung.
Blumenkohl
Der Blumenkohl oder Karfiol (Brassica oleracea botrytis cauliflora) verlangt einen kräftigen, gut gedüngten, 50 bis 60 cm tief gelockerten Boden in freier, luftiger und dennoch geschützter Lage mit sehr reichlicher Bewässerung. Er wird in erster Tracht angebaut.
Der Same wird schon Ende September, Anfang Oktober, ausgesäet; die Pflanzen werden frostfrei überwintert und Ende März, Anfang April ins Freie gesetzt. Um für das Auspflanzen kräftige Setzlinge zu haben, empfiehlt es sich, diese schon im Februar einzeln in Töpfe zu pflanzen, wodurch ihre Entwicklung sehr begünstigt wird. Sie werden im Mistbeet weiterkultiviert und zu der angegebenen Zeit unter größter Schonung des Wurzelballens im Freien ausgesetzt.
Die Aussaat selbst geschieht sowohl im Herbst als auch im Frühjahr für den Sommerbedarf recht weitläufig ins Mistbeet, das in seiner oberen Erdschicht keinen frischen Dünger enthalten darf, weil er die Bildung sogenannter „schwarzer Füße" begünstigt. Die im Herbst besäeten Mistbeetkästen werden bei starken Frösten mit Deckläden und wenn nötig auch mit einer 5 —10 cm hohen Laubschicht bedeckt. An schönen Tagen muss ausreichend gelüftet und die Pflanzen müssen mit Beginn wärmerer Witterung an Licht und Luft gewöhnt werden. Später hebt man die Fenster allmählich ganz ab. In dieser Weise werden auch die Frühjahrsaussaaten behandelt. Die Aussaat der späten Sorten geschieht Ende April im kalten Kasten oder auf ein gut vorbereitetes Saatbeet im freien Grunde. Natürlich kann man bei kleinem Bedarf sich seine Pflanzen auch in Töpfen heranziehen. Auch die Aussaat sämtlicher frühen und mittelfrühen Sorten im März oder April auf ein Freilandsaatbeet führt zu Erfolgen. Die Pflanzen werden Ende Mai oder Anfang Juni ins Freie ausgepflanzt.
10 gr Samen enthalten etwa 2000 Körner. Sie genügen für die Besäung eines Mistbeetfensters in der Größe von 1,5 x 1 m.
Die Pflanzweite der frühen und mittelfrühen Sorten beträgt 50- 60 cm im Quadrat, die der späteren Sorten 75 cm.
Unter allen Gemüsen stellt keines so hohe Anforderungen an den Boden wie der Blumenkohl. Der Boden muß von Natur genügend feucht, nahrhaft und tiefgründig sein. Ausreichende Stallmistdüngung, daneben 4 kg Kalidüngesalz, 3 kg Superphosphat und 2 kg Chilisalpeter auf 100 qm bei gründlicher Bewässerung bringen hohe Erträge. Die Anwendung von Jauche hat vor der Entwicklung der Blumenkäse zu geschehen, weil sich sonst übler Geruch beim Kochen einstellt. Die etwas herangewachsenen Pflanzen werden angehäufelt und sobald sich die Käse ausgebildet haben, werden diese durch Einknicken einiger Blätter vor den Sonnenstrahlen geschützt, damit sie zart und weiß bleiben. Reichliche Wassergaben sind unbedingt erforderlich, um gute Erfolge zu erzielen.
Bild: Blumenkohl im Herbst in einem Mistbeetkasten eingeschlagen, um ihn vor Frost zu schützen
Die späten Sorten können, wenn sie im Herbst noch nicht voll ausgebildet sind, in einem luftigen Keller oder besser im Mistbeetkasten mit einem Erdballen eingeschlagen werden, wo sie sich dann voll entwickeln. Wem hierzu die geeigneten Räume fehlen, der kann sich mit einer etwa 40 bis 50 cm tiefen Grube im Freien helfen, die gegen das Eindringen von Frösten mit Matten oder Brettern geschützt wird. Wenn die Köpfe der eingeschlagenen Pflanzen welk geworden sind, muss der Strunk etwa 24 Stunden vor dem Gebrauch an mehreren Stellen mit dem Messer angestochen und ins Wasser gestellt werden. Das macht die Köpfe wieder vollständig frisch.
Spinat
Echter Spinat, Minetsch (Spinacea oleracea), verlangt einen kräftigen, frisch gedüngten, 30 cm tief gelockerten Boden in sonniger Lage, möglichst in erster Tracht, er eignet sich aber auch als Nachfrucht bei Gemüsen, die in erster Tracht standen.
Für den Frühjahrs- und Sommerbedarf werden die Sorten zu verschiedenen Zeiten ausgesäet. Für ein Beet von etwa 10 qm Größe sind etwa 25 gr Samen erforderlich, für den Großanbau auf 1 Morgen in Reihen gedrillt 7 kg, zum Zwischenanbau knapp halb so viel. Man säet, sobald der Frost aus dem Boden ist, in Reihen von 30 cm Abstand und macht in entsprechenden Zwischenräumen neue Aussaaten.
Je mehr der Sommer sich nähert, um so mehr ist reichliche Bewässerung notwendig, da der Spinat bei trockener und warmer Witterung schnell Samenstengel treibt.
Für den Herbst-, Winter- uod Frühjahrsbedarf säet man im August und September in gleicher Weise aus. Viele sorten können in den meisten Gegenden auch zur Winteraussaat benutzt werden.
Der Spinat eignet sich vorzüglich zum Zwischenanbau, z. B. bei Grünkohl, zur Benutzung als Nachfrucht im Herbst und für solche Ländereien, die erst später bestellt werden können, als Vorfrucht im Frühjahr. Im ersteren Falle besäet man z. B. Spargelbeete, streut Körner zwischen Möhren und Zwiebeln aus und bestellt vor allem solches Land mit Spinat, auf dem später Gurken, Blumenkohl, Spätkohlsorten usw. gezogen werden sollen, da der Spinat unter guter Pflege schnell verbrauchsfähig wird. Als Nachfrucht kann er bei genügender Vorbereitung des Bodens nach jeder frühgeernteten Gemüseart gezogen werden. Bei guter Pflege ist er in 4—6 Wochen verbrauchsfertig. Es empfiehlt sich, den Spinat, der meist zu dicht gesäet wird, wenn er handhoch geworden ist, ordentlich zu verziehen, dann entwickeln sich die einzelnen Pflanzen bei genügend Feuchtigkeit zu ansehnlicher Größe und gehen nicht so rasch durch wie dichtstehende.
Spinat ist, weil schnellwüchsig, für künstliche Dünger sehr empfänglich, man verwendet am besten den Universaldünger dazu (als Kopfdüngung mit darauffolgendem durchdringendem Gießen bzw. Regen), man erzielt damit erstaunliche Resultate. Für den Großanbau gibt man auf 1 Morgen im Herbst 1 Ztr. schwefelsaures Ammoniak, 1 1/2 Ztr. 40%iges Kalisalz, 1 1/2 Ztr. Superphosphat. Bei Spätsommer- oder Herbstaussaat ist ebenfalls vorher entsprechend zu düngen. Ein Morgen liefert dann 40—50 Ztr. Jauchen im Herbst ist ebenfalls zu empfehlen.
Sauerampfer
Der Sauerampfer oder auch Säuerling genannt (Rumex acetosa), eine mehrjährige Pflanze, gedeiht überall; je nahrhafter der Boden ist, um so kräftiger ist die Entwicklung.
Man benutzt ihn als Einfassung an Gartenwegen, da er einige Jahre aushält.
Die Aussaat geschieht von März bis April oder im August in Reihen (30 cm Entfernung) oder an die Wegkante. Die Pflänzchen müssen auf 5—10 cm Abstand gelichtet werden.
In der Küche werden die grössten Blätter mit Spinat und Gartenmelde zu Gemüse oder für sich allein zu Salat (mit saurem Rahm) benutzt.
Die Aussaaten sind alle 3—4 Jahre zu erneuern; das Teilen der alten Stöcke zu Neupflanzungen ist nach neueren Erfahrungen nicht zu empfehlen.
Neuseeländer Spinat
Der Neuseeländer Spinat (tetragonia expansa) liebt einen fruchtbaren, gedüngten, 30 cm tief gelockerten Boden und verträgt geringere Lage. Herbstaussaat gedeiht am besten. Man säet im Oktober, und zwar je 5 Körner in Abständen von 60 cm oder man legt im Frühjahr zeitig die Körner einzeln in Töfe, stellt dieselben warm und zieht die Pflänzchen heran, die nach Mitte Mai (die Pflanzen sind frostempfindlich) dann in angegebener Entfernung ausgepflanzt werden.
Man benutzt nur die Blätter bzw. Spitzen der Triebe und entfernt die übrig bleibenden Blattstengel, wonach neue Blätter austreiben und so die nächste Ernte liefern. Öfteres Auflockern und Begießen wird notwendig und befördert das Wachstum.
Die Blätter und Spitzen der Triebe werden wie echter Spinat benutzt, für den sie während des Sommers einen willkommenen Ersatz bieten.
Haferwurzel
Die Haferwurzel oder Weißwurzel (Tragopogon porrifolius) verlangt einen fruchtbaren, 60 cm tief gelockerten, jedoch nicht frisch gedüngten Boden. Man säet den Samen im April in 30 cm voneinander entfernte Reihen und lichtet die Pflanzen nach dem Aufgehen auf 6 bis 10 cm Abstand.
Haferwurzel
Für ein Beet von 10 qm Flächeninhalt sind 30 gr Samen erforderlich. Auflockern und Gießen bei trockener Witterung sind unerläßliche Bedingungen. Die Wurzeln müssen im ersten Jahre verbraucht werden, da sie im zweiten, wenn die Pflanze in Blüte tritt, unbrauchbar sind.
Gegen Frost sind die Haferwurzeln sehr empfindlich. Im Geschmack gleichen sie den Schwarzwurzeln, doch sind sie ertragreicher und leichter zu kultivieren.
Folgender Hinweis (von anonym) dürfte vielen von Interesse sein:
Ich hatte schon oft Haferwurzeln, die an Größe, Zartheit und Güte den Schwarzwurzeln nicht das mindeste nachgaben und gleichzeitig mit diesen, aber getrennt gekocht, im Geschmack nicht zu unterscheiden waren. Beide Gemüsearten stimmen in Zubereitung durchaus überein. Am besten ist es, sie nicht abzukochen, sondern roh mit ein wenig Wasser oder Fleischbrühe sowie der nötigen Butter und Salz anzusetzen und gar zu dünsten, worauf man nur nötig hat, den Sud in beliebiger Weise sämig zu machen, sei es mit Eigelb, süßem Rahm oder etwas Mehl, auch nach Bedarf nachzuwürzen.
Beiläufig sei mir hier die Bemerkung gestattet, dass die jungen, zarten Frühlingstriebe im Boden verbliebener Haferwurzeln, spargelartig zubereitet, ein köstliches Gemüse geben, weit besser als die Wurzeln selbst. Diese Verwendung empfiehlt sieh besonders dann, wenn die Wurzeln sparrig wurden oder nicht gerieten.
In gleicher Weise ziehe ich die 10 bis 15 cm jungen, selbst grünen Frühjahrsschosse der Schwarzwurzel wegen ihres außerordentlichen Wohlgeschmackes und ihrer Zartheit den Wurzeln selbst vor. Man kann sie sogar roh essen.
In manchen Gegenden werden die ausgewachsenen, aber noch zarten Blätter der Schwarzwurzel wie Spinat zubereitet oder dem Spinate zugesetzt.
Rokambol
Rokambol, Roggenbolle oder Schlangenlauch (Allium scorodoprasum) wird gewöhnlich als Luftzwiebel verkauft, die nicht viel größer ist als ein Bucheckernkern.
Diese Zwiebelchen steckt man in 25 cm voneinander entfernte Reihen 10-15 cm in diesen und 3 cm tief. Warme Lage und leichter Boden sind ihr besonders zusagend, dagegen frische Düngung durchaus nicht.
Man erhält auf diese Art meistens mehr als walnussgroße runde Zwiebeln, die auch zur Weiterzuckt benutzt werden können. Sie ergeben noch größere Zwiebeln mit Brutansatz (sogenannte Zehen) und tragen außerdem Stengel mit den erwähnten Luftzwiebeln; dies ist jedoch bei den im ersten Jahre aus Luftzwiebeln gezogenen nicht der Fall.
Nach dem Welken der Röhren (Schlotten), im Juli, erntet man ab und bewahrt die Zwiebeln trocken auf. Die Rokambole wird vielfach im Geschmack höher geschätzt als Knoblauch.
Meerkohl
Der Meer- oder Seekohl (Crambe maritima) ist mehrjährig. Er verlangt einen leichten, sandigen, bis 60 cm tief gelockerten Boden und starke Düngung. Der Samen wird im Frühjahr gleich an den Standort in Reihen von 90 cm Entfernung und Abständen von 60 cm stufenweise zu je 3—4 Körner gelegt. 5—10 gr Samen genügen für den Bedarf einer Familie.
Nach dem Aufgehen und dem Entwickeln der Pflanzen läßt man an jeder Stelle nur die kräftigste stehen und befördert das Wachstum durch sorgsame Pflege. Im Herbst werden die Beete mit halbverrottetem Mist bedeckt, der im Frühjahr untergegraben wird. Eine alljährliche reichliche Düngung ist überhaupt unerläßlich.
Nachdem die Pflanzen sich zwei Jahre lang kräftig entwickelt haben, kann im März des dritten Jahres mit der Ernte begonnen werden, indem bei Erscheinen der jungen Triebe, Töpfe oder eigens zu diesem Zweck hergerichtete Bleichglocken aus Glas über die Stöcke gedeckt und mit Erde behäufelt werden. Die Triebe wachsen, bleiben infolge der Dunkelheit weiß und zart und werden, wenn sie 20 bis 25 cm lang geworden sind, abgeschnitten und in die Küche geliefert. Nach dem ersten Schnitt werden die Stöcke wieder bedeckt und langer Mist ausgebreitet, worauf nochmals junge Triebe hervorbrechen, die ebenso gebleicht werden.
Meer- oder Seekohl zum Zwecke des Bleichens mit einer Kiste überdeckt, die, umd das Austreiben der Pflanzen zu begünstigen, außerdem noch mit langem Dünger bedeckt wurde.
Nachdem die Stöcke abgeerntet sind, werden Mist und Erde auseinandergeworfen,untergegraben, die Stöcke gut gepflegt, die erscheinenden Blütenstengel entfernt; die Pflanzen müssen nun ein Jahr lang ruhen, d. h. man darf die Triebe während der Zeit nicht bleichen, sondern läßt sie sich ungestört entwickeln, nur wird das Blühen verhindert.
Eine Anpflanzung gibt bei guter Pflege und reichlicher Düngung 6 bis 8 Jahre einen alljährlichen Ertrag, doch darf man eine Staude nicht in 2 aufeinanderfolgenden Jahren bleichen, sondern muss stets beet- oder reihenweise wechseln.
Der Meer- oder Seekohl läßt sich auch leicht treiben, wenn die Temperatur allmählich gesteigert wird. Am besten pflanzt man mehrere Stöcke dicht zusammen in große Töpfe und bringt diese in einen Raum mit 7 bis 8° C. Zum Lichtabschluss bedeckt man sie mit leeren Blumentöpfen.
Die jungen Triebe werden als Salat verspeist oder spargelähnlich zubereitet, nachdem vor der Zubereitung die äußere feine Haut abgezogen wurde.
Kardone
Die Kardone, auch Kardy (Cynara Cardunculus) oder spanische Artischocke, ist ebenfalls eine mehrjährige Pflanze. Sie stellt dieselben Ansprüche an den Boden und an die Pflege wie die Artischocke. Anzucht und Pflanzweite sind gleich.
Wenn die Blätter eine Länge von 1 cm erreicht haben, was bei guter Behandlung im August der Fall sein wird, fängt man an, diese für die Küche zu bleichen, da nur die fleischigen Blattrippen als Gemüse und Salat benutzt werden. Man reinigt die Pflanzen von allen gelben und schlechten Blättern, fasst die übrigen zusammen und bindet sie unten, in der Mitte, nicht zu fest, und an der Spitze zusammen, was am besten wegen der langen Dornen mit einem Strick oder mit Weiden geschieht. Man umhüllt nun die ganze Pflanze, um sie in aufrechter Stellung zu erhalten, mit langem Stroh, das mit der Spitze nach oben steht, befestigt es mit Strohbändern und häufelt Erde um den Stock, so dass die unteren Strohenden 15 cm hoch bedeckt werden. Je dichter die Umhüllung ist, um so vollständiger wird das Bleichen. Bei trockener Witterung wird die Pflanze nach dem Einbinden einmal tüchtig angegossen. Nach 14 Tagen sind die gebleichten Teile verbrauchsfähig und müssen gleich verwendet werden, weshalb das Einbinden nur nach und nach, dem Bedarf entsprechend, vorgenommen Werden darf.
Vor dem Eintreten des Frostes werden die noch ungebleichten Pflanzen aus der Erde genommen, im Keller eingeschlagen, gebunden und mit Erde bedeckt, wodurch die Blattrippen gleichfalls in der oben angegebenen Zeit verbrauchsfähig werden.
Artischocke
Die Artischocke (Cynara Scolymus), eine mehrjährige Pflanze, verlangt einen bis 90 cm tief gelockerten, in starker Dungkraft stehenden Boden in sehr warmer, geschützter, freier Lage und eine reichliche Bewässerung.
Zur Anzucht legt man die Samen einzeln zeitig in ein Mistbeet oder in Töpfe, welche warm gestellt werden und setzt unter sorgsamer Pflege kräftig herangewachsenen Pflanzen Mitte Mai auf die gut zubereiteten Beete in Abständen von 1 m.
Unter sorgsamer Abwartung und besonders bei reichlicher Bewässerung mit Dunggaben wachsen die Pflanzen kräftig heran und geben im August bis Herbst schon einige schöne Blütenköpfe, deren Fruchtboden, sowie der untere fleischige Teil der Kelche in der Küche verbraucht werden.
Man kann die Artischocke auch Mai bis Juni einzeln oder zu zweien (dann läßt man nach dem Aufgehen nur die stärkste Pflanze stehen) in hohe Töpfe aussäen, frostfrei überwintern und im Mai im Freien auspflanzen.
Im freien Lande stehende Pflanzen können an Ort und Stelle überwintert werden, indem man die Stengel und Blätter beim Eintreten des Frostes abschneidet, 40 cm hoch mit Erde überhäufelt und dann mit Mist oder Torfmull überdeckt.
In kälteren Gegenden und feuchten Lagen ist es sicherer, die Pflanzen mit Ballen herauszunehmen und in einem trockenen Keller in Sand einzuschlagen. Im Frühjahr werden die Pflanzen, nachdem die vorhandenen Seitensprossen bis auf drei der stärksten abgelöst sind, wieder gepflanzt. Das Abnehmen der Sprossen muss auch bei den im Freien überwinterten Pflanzen geschehen. Die abgenommenen Sprossen werden nach Bedürfnis zur Vermehrung benutzt, vorher jedoch gepflanzt und nach der Bewurzelung ausgepflanzt. Wenn man gute und normale Mutterpflanzen hat, ist diese Vermehrungsweise einer frischen Aussaat vorzuziehen, weil aus letzterer nicht immer den Anforderungen an die Güte entsprechende Pflanzen hervor gehen, da sie aus Samen nicht immer treu bleiben. Um recht große Blütenköpfe zu erzielen, läßt man nur je 3 an jedem Blütenstengel stehen und bricht alle übrigen aus. Bis die Pflanzen sich ausbreiten, können die Zwischenräume der Pflanzenreihen zum Zwischenanbau verschiedener sich schnell entwickelnder Gemüsearten verwertet werden. Die Pflanzung ist alle 3 bis 4 Jahre zu erneuern, denn in dieser Zeit haben sich die Pflanzen abgetragen.
Wirsing
Der Wirsing (Brassica oleracea capitata bullata), in manchen Gegenden als Welschkraut, Borskohl oder Syoyerkohl bekannt, macht in bezug auf Bodenverhältnisse und Pflege dieselben Ansprüche wie der Kopfkohl, ist jedoch weniger empfindlich und deshalb auch für rauhere Lagen geeignet.
Die Aussaat der frühen, mittelfrühen und späten Sorten, sowie die Pflanzweite, Kultur und Aufbewahrung ist genau wie beim Kopfkohl. Auch hier läßt sich besonders bei den späten Sorten mit Erfolg eine Zwischenkultur von bald gebrauchsfertigen Gemüsen betreiben. (Aussaat und Pflanzenmenge siehe Kopfkohl.)
Februar
Die Erd- und Düngerarbeiten sind zu beendigen und die Überwachung der Wintervorräte ist fortzusetzen. Die im Freien überwinterten und gegen Kälte geschützten ausdauernden Gemüsearten, wie Artischocken, sind bei milder Witterung etwas zu lüften. Ist die Witterung andauernd mild und dor Boden abgetrocknet, so kann man gegem Ende des Monats Beete für Frühgemüse und zeitige Aussaaten zurecht machen und im sonnigen und geschützten Stellen schon aussäen, so z. B. Karotten, Erbsen, Puffbohnen, Haferwurzeln, Schwarzwurzeln für einjährige Anzucht. Wer über ein Mistbeet verfügt, setzt es in den Stand für Aussaaten von frühen Gemüsearten, wie Blumenkohl, Kopfkohl, Wirsing, Kohlrabi, Kopfsalat, Sellerie, Lauch, Schnittpetersilie u. a. Das in Kellern, Gruben usw. eingeschlagene Gemüse muß jetzt so oft wie möglich gelüftet werden.
Februar
Verfasst von Gartenfrau am Mi, 04/22/2009 - 01:46.Die Erd- und Düngerarbeiten sind zu beendigen und die Überwachung der Wintervorräte ist fortzusetzen.
Die im Freien überwinterten und gegen Kälte geschützten ausdauernden Gemüsearten, wie Artischocken, sind bei milder Witterung etwas zu lüften.
Ist die Witterung andauernd mild und dor Boden abgetrocknet, so kann man gegem Ende des Monats Beete für Frühgemüse und zeitige Aussaaten zurecht machen und im sonnigen und geschützten Stellen schon aussäen, so z. B. Karotten, Erbsen, Puffbohnen, Haferwurzeln, Schwarzwurzeln für einjährige Anzucht. weiter lesen ...
Puffbohne
Die Puffbohne (Vicia Faba), auch Acker-, Dicke, Garten- oder Große Bohne, nicht zu verwechseln mit der Sau- oder Pferdebohne, gedeiht in fast jedem Boden, wenn er nur mit genügender Dungkraft versehen umd etwas feucht ist. Sie verlangt 40 cm tiefe Lockerung des Erdreichs und wird in erster Tracht angebaut.

Die Aussaat kann von März bis Anfang Juni erfolgen. Die früheste Aussaat ist aber meist die erfolgreichste. Man säet in Reihen von 30 bis 40 cm Abstand, etwa 5 cm tief oder bei gleichem Reihenabstand in 10 cm voneinander entfernten Stufen je 5 bis 6 Bohnen. Für ein zweireihiges Beet von 10 m Länge sind 3/4 kg Samen erforderlich. Sobald die Pflanzen das sechste Blatt gebildet haben, werden sie behackt und behäufelt. Wenn eine hinreichende Anzahl von Hülsen angesetzt sind, wird die Spitze mit dem jungen Blütenansatz ausgekniffen, worauf die verbleibenden Hülsen sich besser ausbilden und der Verbreitung eines gefährlichen Feindes, der schwarzen Blattlaus, die hauptsächlich bei spät gelegten auftritt, vorgebeugt wird.
Man benutzt die jungen, unreifen Bohnen, solange die Haut noch weich und zart ist, was man auch schon daran erkennen kann, daß der sogenannte Bart noch nicht gelb, also noch grün wie die Bohne ist und die darunter befindliche Narbe sich noch nicht gelb oder gar dunkel gefärbt hat. Auch die Zubereitung der grünen Hülsen findet man hier und dort. Will man sie in dieser Weise verspeisen, so muß man die Hülsen so jung pflücken, daß das Innere noch nicht wollig ist, die Kerne sind dann noch ganz klein.
Kohlrabi
Der Kohlrabi (Brassica oleracea gongylodes (caulo-rapa)), auch Oberkohlrabi oder Kopfkohlrabi ist genügsamer als die bisher aufgeführten Kohlarten, er gedeiht recht gut in Land zweiter Tracht, verlangt aber 30 cm tief gelockerten Boden in warmer Lage und reichliche Bewässerung.
Die erste Aussaat kann bereits im Februar ins Mistbeet geschehen, eine zweite, wozu auch die mittelfrühe Sorte benutzt werden kann, im März in gleicher Weise oder auf ein Pflanzenbeet.
Die späten Sorten werden im Mai im freien Lande ausgesäet. In einem richtig ausgenutzten Gemüsegarten sollten die Aussaaten je nach Bedarf bis Juli so erfolgen, daß fortwährend gebrauchsfertige Kohlrabi vorhanden sind. Vorteilhaft kultiviert man die Kohlrabi im Spätsommer, also auf solchen Beeten, die schon einmal im Laufe des Sommers abgeerntet worden sind. Die Pflanzen müssen spätestens Mitte August gesetzt werden. Diese Gemüseart eignet sich wie keine andere sehr gut zum Zwischenanbau, auch wo sonst ein kleines Fleckchen Land im Garten frei ist, sollte dies, wenn nicht mit anderem, mit Kohlrabi bepflanzt werden. Aus 20 gr Samen erzielt man etwa 4000 Pflanzen. Die frühen Sorten pflanzt man 20 — 25 cm weit, demnach auf ein Ar (100 qm), je nachdem, ob im Quadrat oder Dreiecksverband, 1600 bis 2500 Stück, das sind auf den Morgen Land 40000 bis 62 500 Pflanzen. Die späten Sorten erhalten einen Abstand von 30 bis 35 cm.
Zur Überwinterung eignet sich nur die Ernte der letzten Aussaat. Die Knollen werden vor dem Eintreten des Frostes herausgenommen, die größten Blätter sowie die Wurzeln abgeschnitten und dann im Keller auf feuchten Sand ausgebreitet, oder man schlägt sie mit den Wurzeln und den kleinen Herzblättchen in frostfreien Gruben oder im Keller in Sand ein.
Der Geschmack der kleinen Frühkohlrabi ist feiner als der der späten und großen Sorten.
Die blauen Sorten bevorzugt man gegenüber den weißen besonders in rauhen und in Gebirgsgegenden, weil sie widerstandsfähiger sind. Das Vorurteil, das manche Hausfrau gegen die blauen Kohlrabi hat, ist ganz unbegründet. Im Geschmack sind sie den grünen bzw. weißen gleich und haben diesen gegenüber zum Vorteil, daß sie viel länger zart bleiben, selbst wenn sie schon recht dick geworden sind.
Das Platzen der Kohlrabi ist darauf zurückzuführen, daß den Pflanzen nach langanhaltender Trockenheit plötzlich viel Wasser zugeführt worden ist. Es tritt besonders nach einem heftigen Regen auf.
Die jungen Pflanzen im Mistbeet, wie auch die im freien Lande sind gegen Fröste sehr empfindlich. Die ersteren schießen nach der Frosteinwirkung sehr leicht in Samen (diese Erscheinung ist also nicht ohne weiteres dem Samen zur Last zu legen), während die in den Herbstmonaten noch im Freien verbliebenen durch die Einwirkung des Frostes einen süßlichen Geschmack annehmen. Es sind deshalb für beide Fälle Vorkehrungen zu treffen. Das Durchgehen oder in Samen schießen der Kohlrabi kann auch schon von vornherein durch zu enge Aussaat verursacht sein.
Schwarzwurzel
Die Schwarzwurzel oder Seorzonere (Scorzonera hispanica) stellt Ansprüche an den Boden und Kultur wie bei der Haferwurzel. Die Wurzeln sind auch im zweiten Jahre noch brauchbar. Um schöne glatte Wurzeln zu erzielen, ist besonders für Schwarzwurzeln ein tief gelockertes Erdreich erforderlich. In festem und schwerem Boden verzweigen sich die Wurzeln zu sehr und geben dann zu viel Abfall. Bei der Ernte wird es sich immer empfehlen, die Wurzeln mit der Grabgabel aus dem Boden zu nehmen, weil sie ungemein leicht brechen.
Im zweiten Jahre blühen die Schwarzwurzeln, oft auch schon im ersten Jahre, was jedoch der Ausbildung der Wurzeln wenig oder gar nichts schadet. Es empfiehlt sich, die Blüten oben abzureißen oder auszuschneiden, damit die Pflanze nicht auch noch zur Samenbildung kommt.
Für die einjährige Kultur wird der Same im März oder Anfang April ausgesäet, für die zweijährige im August, und im Spätsommer und Herbst des darauffolgendenjahres geerntet.
Der Boden muß in guter Tracht sein, doch nicht frisch gedüngt, stets reingehalten und mit der Hacke, solange es die Ausbreitung der Blätter zuläßt, gelockert werden. Für den Winterbedarf werden die Wurzeln im Herbst vorsichtig herausgenommen, und nachdem man das Kraut abgedreht hat, im Keller in sandige Erde eingeschlagen, oder man läßt sie mit Schutz gegen Frost im Freien und verbraucht sie nach Bedarf.
Für ein Beet von 10 qm Größe sind 50 gr Samen erforderlich.
Schnittpetersilie
Die Schnittpetersilie (Petroselinum sativum), auch Feterlin, wird nur ihres würzigen und feingekrausten Krautes halber als Würze und zur Verzierung von Schüsseln gezogen, weshalb die fein- und starkgekrausten Sorten bevorzugt werden. Viele Hausfrauen bevorzugen aber dennoch die nicht-gekrauste, einfache Petersilie, weil sie einen kräftigeren Geschmack hat. Ihre Verwendung ist aber zu verwerfen, da sie zu leicht mit dem giftigen Schierling verwechselt werden kann.
Die Anzucht kann durch Aussaat im März in ein warmes Mistbeet mit nachfolgendem Auspflanzen ins Freie erfolgen, empfehlenswerter aber ist die Aussaat im März—April an Ort und Stelle im Freien in 25 cm voneinander entfernte Reihen, weil die nicht versetzten Pflanzen eine größere Lebenskraft besitzen. 1 g Samen enthält etwa 600 Korn. Da der Samen oft 3 Wochen zum Keimen nötig hat, muss auf gleichmäßiges Feuchthalten des Erdreiches geachtet werden. Der Boden muss locker und gut gepflegt sein. Reinhalten von Unkraut, öfteres Hacken in der Jugendzeit der Pflanzen, sowie nach Erfordernis gießen, sind unerlässliche Bedingungen für gutes Gedeihen.
Um während des Winters für einen größeren Bedarf stets frische Blätter zu haben, säet man den Samen Ende Juli — Anfang August auf ein geschütztes Pflanzenbeet, pflegt gut und überdeckt die Pflanzen beim Eintreten des Frostes mit einem Mistbeetkasten und Fenstern, nach Erfordernis auch mit Mistumschlägen und Strohdecken, um das Einfrieren zu verhüten. Für einen weniger großen Winterbedarf kann man im September Wurzeln aus der Erde nehmen und diese nach Entfernung der älteren Blätter einzeln oder zu mehreren in entsprechende Töpfe mit Mistbeeterde pflanzen, zum Anwurzeln unter Fenster stellen und dann in einem frostfreien hellen Raum überwintern. Stellt man nach Bedarf in entsprechender Reihenfolge einen oder mehrere Töpfe an das Fenster eines erwärmten Raumes, z. B. der Küche, so entwickeln sich bald junge Blätter, so dass man während des Winters stets solche zur Verfügung hat. Zu gleichem Zweck nimmt man auch mit Seitenlöchern ringsum versehene Gefäße (Petersilien- oder Küchenkräutersäule), bepflanzt sie mit Petersilienwurzeln, so dass durch jedes Loch ein Kopf hervorragt und behandelt sie wie die in Töpfe eingepflanzten Wurzeln. Oben hinein kann man noch eine Pflanze Schnittlauch oder Winterheckezwiebel pflanzen, damit man auch etwas frisches Zwiebelgrün im Winter hat.
Lauch
Der Lauch (Allium Porrum), auch Porree oder Porro genannt, verlangt einen sehr nahrhaften, im Herbst frischgedüngten Boden und gedeiht am besten in nicht zu trockener Lage. Er zehrt den Boden sehr aus.
Man säet ihn je nach Sorte von Februar bis Anfang April in ein Mistbeet, 5 gr Samen auf ein Fenster normaler Größe. Wenn die Pflanzen die Stärke einer Federspule erreicht haben, werden sie in Reihen von 20 bis 30 cm Abstand nach allen Richtungen gepflanzt, wobei die Spitzen der Wurzeln und Blätter etwas verkürzt werden. Das Pflanzen muß sehr vorsichtig geschehen, da der untere Teil der Setzlinge sehr weich ist und leicht zerdrückt wird. Dennoch müssen sie fest stehen.
Während des Sommers hält man die Beete von Unkraut rein, lockert häufig und begießt fleißig, auch mit flüssigem Dünger, und behäufelt das erstemal nur wenig, dann mehr, das letztemal im Oktober, was dann zugleich zum Schutz gegen die Kälte dient. Um recht starke und lange Stangen zu erzielen, kann man während des Sommers 2—3 mal die Blätter auf 30 cm über dem Boden zurückschneiden. Im Herbst nimmt man die Pflanzen heraus und schlägt sie im Keller in Sand ein.
Der Sommerlauch kommt vom Juli ab zur Verwendung. Der Winterlauch hält den Winter im Freien meist gut aus, man tut jedoch gut, ihn bei strenger Kälte mit Stroh oder Spreu zu bedecken.
Wirsing
Der Wirsing (Brassica oleracea capitata bullata), in manchen Gegenden als Welschkraut, Borskohl oder Syoyerkohl bekannt, macht in bezug auf Bodenverhältnisse und Pflege dieselben Ansprüche wie der Kopfkohl, ist jedoch weniger empfindlich und deshalb auch für rauhere Lagen geeignet.
Die Aussaat der frühen, mittelfrühen und späten Sorten, sowie die Pflanzweite, Kultur und Aufbewahrung ist genau wie beim Kopfkohl. Auch hier läßt sich besonders bei den späten Sorten mit Erfolg eine Zwischenkultur von bald gebrauchsfertigen Gemüsen betreiben. (Aussaat und Pflanzenmenge siehe Kopfkohl.)
Blumenkohl
Der Blumenkohl oder Karfiol (Brassica oleracea botrytis cauliflora) verlangt einen kräftigen, gut gedüngten, 50 bis 60 cm tief gelockerten Boden in freier, luftiger und dennoch geschützter Lage mit sehr reichlicher Bewässerung. Er wird in erster Tracht angebaut.
Der Same wird schon Ende September, Anfang Oktober, ausgesäet; die Pflanzen werden frostfrei überwintert und Ende März, Anfang April ins Freie gesetzt. Um für das Auspflanzen kräftige Setzlinge zu haben, empfiehlt es sich, diese schon im Februar einzeln in Töpfe zu pflanzen, wodurch ihre Entwicklung sehr begünstigt wird. Sie werden im Mistbeet weiterkultiviert und zu der angegebenen Zeit unter größter Schonung des Wurzelballens im Freien ausgesetzt.
Die Aussaat selbst geschieht sowohl im Herbst als auch im Frühjahr für den Sommerbedarf recht weitläufig ins Mistbeet, das in seiner oberen Erdschicht keinen frischen Dünger enthalten darf, weil er die Bildung sogenannter „schwarzer Füße" begünstigt. Die im Herbst besäeten Mistbeetkästen werden bei starken Frösten mit Deckläden und wenn nötig auch mit einer 5 —10 cm hohen Laubschicht bedeckt. An schönen Tagen muss ausreichend gelüftet und die Pflanzen müssen mit Beginn wärmerer Witterung an Licht und Luft gewöhnt werden. Später hebt man die Fenster allmählich ganz ab. In dieser Weise werden auch die Frühjahrsaussaaten behandelt. Die Aussaat der späten Sorten geschieht Ende April im kalten Kasten oder auf ein gut vorbereitetes Saatbeet im freien Grunde. Natürlich kann man bei kleinem Bedarf sich seine Pflanzen auch in Töpfen heranziehen. Auch die Aussaat sämtlicher frühen und mittelfrühen Sorten im März oder April auf ein Freilandsaatbeet führt zu Erfolgen. Die Pflanzen werden Ende Mai oder Anfang Juni ins Freie ausgepflanzt.
10 gr Samen enthalten etwa 2000 Körner. Sie genügen für die Besäung eines Mistbeetfensters in der Größe von 1,5 x 1 m.
Die Pflanzweite der frühen und mittelfrühen Sorten beträgt 50- 60 cm im Quadrat, die der späteren Sorten 75 cm.
Unter allen Gemüsen stellt keines so hohe Anforderungen an den Boden wie der Blumenkohl. Der Boden muß von Natur genügend feucht, nahrhaft und tiefgründig sein. Ausreichende Stallmistdüngung, daneben 4 kg Kalidüngesalz, 3 kg Superphosphat und 2 kg Chilisalpeter auf 100 qm bei gründlicher Bewässerung bringen hohe Erträge. Die Anwendung von Jauche hat vor der Entwicklung der Blumenkäse zu geschehen, weil sich sonst übler Geruch beim Kochen einstellt. Die etwas herangewachsenen Pflanzen werden angehäufelt und sobald sich die Käse ausgebildet haben, werden diese durch Einknicken einiger Blätter vor den Sonnenstrahlen geschützt, damit sie zart und weiß bleiben. Reichliche Wassergaben sind unbedingt erforderlich, um gute Erfolge zu erzielen.
Bild: Blumenkohl im Herbst in einem Mistbeetkasten eingeschlagen, um ihn vor Frost zu schützen
Die späten Sorten können, wenn sie im Herbst noch nicht voll ausgebildet sind, in einem luftigen Keller oder besser im Mistbeetkasten mit einem Erdballen eingeschlagen werden, wo sie sich dann voll entwickeln. Wem hierzu die geeigneten Räume fehlen, der kann sich mit einer etwa 40 bis 50 cm tiefen Grube im Freien helfen, die gegen das Eindringen von Frösten mit Matten oder Brettern geschützt wird. Wenn die Köpfe der eingeschlagenen Pflanzen welk geworden sind, muss der Strunk etwa 24 Stunden vor dem Gebrauch an mehreren Stellen mit dem Messer angestochen und ins Wasser gestellt werden. Das macht die Köpfe wieder vollständig frisch.
Kopfkohl
Kopfkohl, Kraut, Kappus (Brassica oleracea capitata). Nach der Färbung der Blätter ist ein Unterschied zu machen zwischen Weiß- und Rotkraut (in manchen Gegenden aueh Blaukraut genannt). Die Anzahl der Sorten ist bei beiden außerordentlich groß.
Der Kopfkohl verlangt einen sehr kräfigen, tief gelockerten, gut gedüngten, am besten lehmigen Sandboden mit genügender Feuchtigkeit. In etwas kühlerer Lage gedeiht er besonders gut. Der Anbau erfolgt in erster Tracht.
Bild: Rotkraut, Erfurter Schwarzkopf
Die Aussaat der früheren Sorten für den Sommerbedarf im Juli und August geschieht im März oder, wie beim Blumenkohl beschrieben, schon im Herbst ins Mistbeet die der Sorten für den Herbst- und Winterbedarf von Mitte bis Ende April auf Saatbeete ins freie Land.
Das Auspflanzen der frühen Sorten erfolgt mit etwa 50 cm Abstand im April, das der Spätsorten mit 60—70 cm im Mai und Juni. Bei 50 cm Abstand gehen auf 1 Ar (100 qm) 400 Pflanzen, auf den Morgen 10000 Pflanzen. Bei einem Abstand von 60—70 cm in Quadratpflanzung sind auf den Morgen etwa 6000 Pflanzen unterzubringen, bei Dreieckspflanzung etwas mehr.
Rotkraut, das immer etwas kleinblätteriger ist, pflanzt man durchschnittlich 50 cm weit. Für die Erzielung von 600O Setzpflanzen sind etwa 30 gr Samen erforderlich.
Im übrigen ist die Kultur dieser Kohlarten ähnlich der des Blumenkohls. Sie verlangen viel Kalk, Kali und Stickstoff, weniger Phosphorsäure. Man gibt davon, um Höchsterträge zu erzielen, auf den Morgen Land 8—10 Zentner Aetzkalk, 1 Zentner Kali und 1 1/2 Zentner schwefelsaures Ammoniak. Das Ammoniak ist niemals gleichzeitig mit dem Kalk unterzubringen. Wer den Stickstoff in Form von Chilesalpeter geben will, streue bei Regenwetter in 2 bis 3 Gaben 2 Zentner davon auf die gleich große Fläche. Von Stalldünger sind etwa 250 Zentner erforderlich. Als Phosphorsäuredünger wird 2 Zentner Superphosphat gegeben. Bei dieser Düngergabe und genügend weiter Pflanzung ist eine Zwischenkultur von kleinblättrigem Kohlrabi und von Salat zu empfehlen.
Für die Aufbewahrung im Winter sind die Köpfe abgeschnitten und von den breiten Blättern befreit in einem luftigen trockenen Keller unterzubringen oder noch mit dem Strünke versehen in einem Mistbeetkasten oder im Freien in einer Grube einzuschlagen. Die Strünke müssen dabei nach oben stehen. So kann man, während man zwischen die einzelnen Köpfe genügend trockene Erde tut, damit sie sich nicht berühren, auch mehrere Schichten übereinandersetzen und seinen Kohl bei genügendem Schutz durch Erde, Laub usw. gegen strenge Kälte bis zum Frühjahr aufbewahren.
Haferwurzel
Die Haferwurzel oder Weißwurzel (Tragopogon porrifolius) verlangt einen fruchtbaren, 60 cm tief gelockerten, jedoch nicht frisch gedüngten Boden. Man säet den Samen im April in 30 cm voneinander entfernte Reihen und lichtet die Pflanzen nach dem Aufgehen auf 6 bis 10 cm Abstand.
Haferwurzel
Für ein Beet von 10 qm Flächeninhalt sind 30 gr Samen erforderlich. Auflockern und Gießen bei trockener Witterung sind unerläßliche Bedingungen. Die Wurzeln müssen im ersten Jahre verbraucht werden, da sie im zweiten, wenn die Pflanze in Blüte tritt, unbrauchbar sind.
Gegen Frost sind die Haferwurzeln sehr empfindlich. Im Geschmack gleichen sie den Schwarzwurzeln, doch sind sie ertragreicher und leichter zu kultivieren.
Folgender Hinweis (von anonym) dürfte vielen von Interesse sein:
Ich hatte schon oft Haferwurzeln, die an Größe, Zartheit und Güte den Schwarzwurzeln nicht das mindeste nachgaben und gleichzeitig mit diesen, aber getrennt gekocht, im Geschmack nicht zu unterscheiden waren. Beide Gemüsearten stimmen in Zubereitung durchaus überein. Am besten ist es, sie nicht abzukochen, sondern roh mit ein wenig Wasser oder Fleischbrühe sowie der nötigen Butter und Salz anzusetzen und gar zu dünsten, worauf man nur nötig hat, den Sud in beliebiger Weise sämig zu machen, sei es mit Eigelb, süßem Rahm oder etwas Mehl, auch nach Bedarf nachzuwürzen.
Beiläufig sei mir hier die Bemerkung gestattet, dass die jungen, zarten Frühlingstriebe im Boden verbliebener Haferwurzeln, spargelartig zubereitet, ein köstliches Gemüse geben, weit besser als die Wurzeln selbst. Diese Verwendung empfiehlt sieh besonders dann, wenn die Wurzeln sparrig wurden oder nicht gerieten.
In gleicher Weise ziehe ich die 10 bis 15 cm jungen, selbst grünen Frühjahrsschosse der Schwarzwurzel wegen ihres außerordentlichen Wohlgeschmackes und ihrer Zartheit den Wurzeln selbst vor. Man kann sie sogar roh essen.
In manchen Gegenden werden die ausgewachsenen, aber noch zarten Blätter der Schwarzwurzel wie Spinat zubereitet oder dem Spinate zugesetzt.
Kopfsalat
Kopfsalat wird auch grüner Salat, Lattichsalait und Gartensalat (Lactuca sativa capitata) genannt.
Kopfsalat
Der Kopfsalat verlangt einen 30 cm tief gelockerten, gut gedüngten (am besten mit verrottetem Mist) und warmen Boden in freier, sonniger Lage mit reichlicher Feuchtigkeit. Eignet sich vorzüglich zum Zwischenanbau zwischen starkzehrenden Gewächsen, die zu ihrer Ausbildung eine längere Zeit als 2 bis 3 Monate bedürfen.
Kopfsalat "Maikönig"
Je nach Sorte werden zeitig im Dezember oder Januar in Kästen, für den Kleinbedarf auch in Samenschalen oder Töpfen, ausgesäet und auf Treibbeete mit einem Abstand von 20 cm gepflanzt. Vorteilhaft zieht man sie mit solchen Pflanzen, wie z. B. Gurken, Melonen usw., zusammen, die später nach der Aberntung des Salats den ganzen Platz einnehmen sollen. Die Frühland-Salate werden von Mitte Februar ab bis März allein oder zwischen Kohlarten u.a. in ein mäßig warmes Mistbeet ausgesäet und im April ins freie Land gesetzt. Auch können sie im März auf ein Freilandsaatbeet gesäet werden, um darauf die benötigten Setzpflanzen zu gewinnen.
Winterkopfsalat "Kaiser Wilhelm II:"
Die Sommersalate bilden große und feste Köpfe und sind besonders widerstandsfähig gegen Hitze. Man säet sie vom März ab in Abständen von 14 Tagen ins freie Land auf Saatbeete, anfänglich an geschützter Stelle
Saatbeet im Schutze eines Zaunes
und pflanzt nach Bedarf. Abstand 25—30 cm. Um recht große und feste Köpfe zu erzielen, ist die Aussaat an Ort und Stelle zu empfehlen. Man drückt zu diesem Zwecke in den angegebenen Entfernungen je zwei Samenkörner flach in die Erde. Von den daraus sich entwickelnden Pflanzen bleibt nur die stärkste stehen, die die während der heißen Monate versetzten Pflanzen in ihrer Haltbarkeit bei weitem übertrifft.
Die Kultur des Wintersalats ist nicht nur für den Gemüsegärtner von Beruf in der Nähe größerer Städte lohnend, sondern ebenso wichtig für den Herrschaftsgärtner und Gartenfreund.
Die Aussaat muss je nach der Gegend von Ende August bis Mitte September erfolgen. Empfehlenswert ist, zu zwei verschiedenen Zeiten eine Aussaat vorzunehmen, damit man Pflanzen in geeigneter Stärke für das Aussetzen erhält. Auf kräftige aber nicht zu große Pflanzen ist für die Durchwinterung besonderer Wert zu legen, weil schwache Pflanzen entweder auswintern oder im nächsten Frühjahr zu spät verbrauchsfertig werden.
Vorteilhaft für die Kultur ist ein hochgelegenes Beet in sanft abfallender Lage. Man zieht Furchen von 10 cm Tiefe und 15—20 cm Abstand und zwar möglichst von Osten nach Westen, in die die Pflanzen in Abständen von 15—20 cm gesetzt werden und zwar deshalb so dicht, weil immer ein Teil auswintert. Die Richtung der Furchen von Osten nach Westen soll das wiederholte Auftauen und Gefrieren der Salatpflanzen verhindern, die gerade hiergegen empfindlicher sind als gegen strenge Kälte. Die Furchen müssen aber so angelegt sein, daß keine stauende Nässe vom Schneewasser entsteht. Bei schneelosem Frostwetter empfiehlt es sich, die Pflanzen leicht mit Fichtenreisig zu bedecken, das auch gegen das öftere Auftauen schützt.
Wintersalat in Furchen gepflanzt
Alle Kopfsalatsorten eignen sich wie kein anderes Gemüse zur Zwischenpflanzung, sie lassen sich auch überall leicht unterbringen und sind auch als Vor- wie als Nachfrucht anzubauen. 5 gr Samen enthalten 1800—2000 Korn. Von den Sommersalaten pflanzt man auf 1 qm etwa 16 Pflanzen, auf ein Beet von 10 qm demnach 160—170, auf ein Ar oder 100 qm 1600—1700.
Kopfsalat "Riesen-Kristallkopf"
Artischocke
Die Artischocke (Cynara Scolymus), eine mehrjährige Pflanze, verlangt einen bis 90 cm tief gelockerten, in starker Dungkraft stehenden Boden in sehr warmer, geschützter, freier Lage und eine reichliche Bewässerung.
Zur Anzucht legt man die Samen einzeln zeitig in ein Mistbeet oder in Töpfe, welche warm gestellt werden und setzt unter sorgsamer Pflege kräftig herangewachsenen Pflanzen Mitte Mai auf die gut zubereiteten Beete in Abständen von 1 m.
Unter sorgsamer Abwartung und besonders bei reichlicher Bewässerung mit Dunggaben wachsen die Pflanzen kräftig heran und geben im August bis Herbst schon einige schöne Blütenköpfe, deren Fruchtboden, sowie der untere fleischige Teil der Kelche in der Küche verbraucht werden.
Man kann die Artischocke auch Mai bis Juni einzeln oder zu zweien (dann läßt man nach dem Aufgehen nur die stärkste Pflanze stehen) in hohe Töpfe aussäen, frostfrei überwintern und im Mai im Freien auspflanzen.
Im freien Lande stehende Pflanzen können an Ort und Stelle überwintert werden, indem man die Stengel und Blätter beim Eintreten des Frostes abschneidet, 40 cm hoch mit Erde überhäufelt und dann mit Mist oder Torfmull überdeckt.
In kälteren Gegenden und feuchten Lagen ist es sicherer, die Pflanzen mit Ballen herauszunehmen und in einem trockenen Keller in Sand einzuschlagen. Im Frühjahr werden die Pflanzen, nachdem die vorhandenen Seitensprossen bis auf drei der stärksten abgelöst sind, wieder gepflanzt. Das Abnehmen der Sprossen muss auch bei den im Freien überwinterten Pflanzen geschehen. Die abgenommenen Sprossen werden nach Bedürfnis zur Vermehrung benutzt, vorher jedoch gepflanzt und nach der Bewurzelung ausgepflanzt. Wenn man gute und normale Mutterpflanzen hat, ist diese Vermehrungsweise einer frischen Aussaat vorzuziehen, weil aus letzterer nicht immer den Anforderungen an die Güte entsprechende Pflanzen hervor gehen, da sie aus Samen nicht immer treu bleiben. Um recht große Blütenköpfe zu erzielen, läßt man nur je 3 an jedem Blütenstengel stehen und bricht alle übrigen aus. Bis die Pflanzen sich ausbreiten, können die Zwischenräume der Pflanzenreihen zum Zwischenanbau verschiedener sich schnell entwickelnder Gemüsearten verwertet werden. Die Pflanzung ist alle 3 bis 4 Jahre zu erneuern, denn in dieser Zeit haben sich die Pflanzen abgetragen.
Januar
Verfasst von Gartenfrau am Mi, 04/22/2009 - 01:44.Wurzelgewächse
Januar
Im Januar, wenn die Erde unter der Schneedecke schlummert, ruht meistens jede Arbeit im Garten. Nur bei offenem Boden können etwa im Vorjahre noch nicht beendete Arbeiten, wie Düngen, Stürzen, Rigolen, Umsetzen der Komposthaufen noch ausgeführt werden. Die Wintervorräte sind nachzusehen, von etwa faulenden Teilen zu reinigen, bei gelinder Witterung zu lüften, und sollte die Erde der eingeschlagenen Wurzelgewächse stark ausgetrocknet sein, so ist sie vorsichtig anzufeuchten. Man reinigt Sämereien, setzt die Gartengeräte in Stand, entwirft den Plan für die Frühjahr- und Sommerbestellung und bestellt rechtzeitig seinen Bedarf an Sämereien, damit man pünktlich und gut bedient werden kann.



