Die Sojabohne gleicht im Wuchs etwa einer Buschbohne, nur ist sie bedeutend starkwüchsiger und wird in gutem Boden bis zu dreiviertel Meter hoch. Die Körner sitzen in kleinen Schoten zu 2—4 Stück. Man legt 2—3 Korn in ein ungefähr 3—5 cm tiefes Pflanzloch und zwar in einem Reihenabstand von 40—50 cm und 30 cm Entfernung in der Reihe.
Die Aussaat kann schon im Laufe des Monats April geschehen, da die Sojabohne gegen leichte Nachtfröste unempfindlich ist.
Sie liebt einen guten kalkhaltigen Boden in warmer Lage und gedeiht am besten auf Land, daß schon Hülsenfrüchte trug und natürlich auch nach sich selbst. Impfung des Bodens mit Nitragin ist unter Umständen zu empfehlen. Doch auch eine kleine Stickstoffgabe In Frühjahr, um die jungen Pflanzen Im Wuchs zu fördern, ist angebracht. Hacken ist selbstverständlich von großem Nutzen.
Die Reifezeit fällt je nach Witterung im September bis Anfang Oktober. Man zieht die Pflanze auf oder schneidet sie ab und läßt sie eventl. noch nachtrocknen und reifen.
Gegen Kaninchen und Hasen, die den Sojabohnen sehr nachstellen, ist sie jedoch zu schützen.
Der Ertrag ist je nach Boden und Dungung wechselnd. Die Körnerernte reicht an die der Buschbohne heran, der Ertrag an Stroh ist bedeutend größer.
Das junge Grün der Sojabohne kann man abmähen und verfüttern, es wird vom Vieh gern genommen.
Hat man beim Mähen die Stengel 10—15 cm hoch stehen gelassen, so treiben sie wieder und geben noch einen zweiten Schnitt.
Der Hauptwert der Sojabohne besteht in ihrem hohen Gehalt an Eiweiß und Fett. Der Inhalt an Eiweiß schwankt je nach Art zwischen 30—45 Prozent und an Fett zwischen 15—23 Prozent. Außerdem enthält sie 1,64 Prozent Lezithin und fast 5 Prozent Nährsalze. Die Sojabohne ist also sehr nährstoffreich und übertrifft andere Hülsenfrüchte darin bei weitem.
Die grünen Sojabohnen kann man wie andere Bohnen und Erbsen in grünem Zustande gekocht essen. Man kann sie aber auch durch die Fleischmühle mahlen, kochen und mit Zwiebeln, Pfeffer, Majoran als Würze erhält man einen der Leberwurst ähnlichen sehr schmackhaften Brotaufstrich, den man auch wie Wurst behandeln kann.
Die trockenen Sojabohnen werden wie andere Hülsenfrüchte nur etwas länger gekocht, das Wasser einmal abgegossen und dann macht man einen nahrhaften Brei, den man am besten mit Kartoffeln vermischt oder anderen Gemüsen beigibt, wobei die Sojabohne vollkommen Fett oder Fleisch ersetzt. Ein solches Gemüse ist sehr nahrhaft und doch leicht verdaulich.
Trockene Sojabohnen geröstet geben einen ganz vorzüglich schmeckenden Kaffeersatz.
Alle diese Nährkräfte können natürlich auch für tierische Ernährung ausgenutzt werden. Das Blatt der Sojabohne ist nämlich ebenfalls sehr eiweiß- und fetthaltig und kann daher besonders als die Milchbildung fördernd verfüttert werden. Trockene Bohnen bilden gequetscht oder geschrotet ein kaum zu übertreffendes Futtermittel.
**********
Bei den Artikeln, Tipps und Tricks, usw. auf dieser Webseite handelt es sich zum größten Teil um Auszüge aus Büchern, die um 1900 erschienen. Daher sind die Rezepte und Anleitungen nicht auf dem neuestem wissenschaftlichen Stand. D.h.: Es ist gut möglich, dass manchmal Mittel und Chemikalien verwendet werden, von denen man heute weiß, dass sie giftig sind. Bevor ihr irgendetwas davon anwendet, solltet ihr euch also auf jeden Fall über die verschiedenen Chemikalien, deren Wirkungsweise und deren Gefahren erkundigen.
**********

