Der Kopfkohl verlangt einen sehr kräfigen, tief gelockerten, gut gedüngten, am besten lehmigen Sandboden mit genügender Feuchtigkeit. In etwas kühlerer Lage gedeiht er besonders gut. Der Anbau erfolgt in erster Tracht.
Bild: Rotkraut, Erfurter Schwarzkopf
Die Aussaat der früheren Sorten für den Sommerbedarf im Juli und August geschieht im März oder, wie beim Blumenkohl beschrieben, schon im Herbst ins Mistbeet die der Sorten für den Herbst- und Winterbedarf von Mitte bis Ende April auf Saatbeete ins freie Land.
Das Auspflanzen der frühen Sorten erfolgt mit etwa 50 cm Abstand im April, das der Spätsorten mit 60—70 cm im Mai und Juni. Bei 50 cm Abstand gehen auf 1 Ar (100 qm) 400 Pflanzen, auf den Morgen 10000 Pflanzen. Bei einem Abstand von 60—70 cm in Quadratpflanzung sind auf den Morgen etwa 6000 Pflanzen unterzubringen, bei Dreieckspflanzung etwas mehr.
Rotkraut, das immer etwas kleinblätteriger ist, pflanzt man durchschnittlich 50 cm weit. Für die Erzielung von 600O Setzpflanzen sind etwa 30 gr Samen erforderlich.
Im übrigen ist die Kultur dieser Kohlarten ähnlich der des Blumenkohls. Sie verlangen viel Kalk, Kali und Stickstoff, weniger Phosphorsäure. Man gibt davon, um Höchsterträge zu erzielen, auf den Morgen Land 8—10 Zentner Aetzkalk, 1 Zentner Kali und 1 1/2 Zentner schwefelsaures Ammoniak. Das Ammoniak ist niemals gleichzeitig mit dem Kalk unterzubringen. Wer den Stickstoff in Form von Chilesalpeter geben will, streue bei Regenwetter in 2 bis 3 Gaben 2 Zentner davon auf die gleich große Fläche. Von Stalldünger sind etwa 250 Zentner erforderlich. Als Phosphorsäuredünger wird 2 Zentner Superphosphat gegeben. Bei dieser Düngergabe und genügend weiter Pflanzung ist eine Zwischenkultur von kleinblättrigem Kohlrabi und von Salat zu empfehlen.
Für die Aufbewahrung im Winter sind die Köpfe abgeschnitten und von den breiten Blättern befreit in einem luftigen trockenen Keller unterzubringen oder noch mit dem Strünke versehen in einem Mistbeetkasten oder im Freien in einer Grube einzuschlagen. Die Strünke müssen dabei nach oben stehen. So kann man, während man zwischen die einzelnen Köpfe genügend trockene Erde tut, damit sie sich nicht berühren, auch mehrere Schichten übereinandersetzen und seinen Kohl bei genügendem Schutz durch Erde, Laub usw. gegen strenge Kälte bis zum Frühjahr aufbewahren.
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Bei den Artikeln, Tipps und Tricks, usw. auf dieser Webseite handelt es sich zum größten Teil um Auszüge aus Büchern, die um 1900 erschienen. Daher sind die Rezepte und Anleitungen nicht auf dem neuestem wissenschaftlichen Stand. D.h.: Es ist gut möglich, dass manchmal Mittel und Chemikalien verwendet werden, von denen man heute weiß, dass sie giftig sind. Bevor ihr irgendetwas davon anwendet, solltet ihr euch also auf jeden Fall über die verschiedenen Chemikalien, deren Wirkungsweise und deren Gefahren erkundigen.
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