Die Kerbelrübe - Scandix (Chaerophyllum) bulbosa - liebt einen kräftigen, aber nicht frisch gedüngten und nicht zu nassen Boden. Sie gedeiht auch in schattigen Lagen.

Der Same, welcher nur knapp ein Jahr keimfähig bleibt, muss gleich nach der Ernte vom September bis zum Oktober breitwürfig oder in Reihen von 10 cm Entfernung ausgesäet werden; er geht im nächsten Frühjahr auf. Für ein Beet von 10 qm Größe sind 5 gr Samen erforderlich.
Öfteres Hacken und Begießen befördert die Ausbildung der Rüben, die bei Trockenheit und schlechter Pflege leicht verholzen und in Samen schießen. Durch Verziehen werden die Pflanzen auf 5 cm Abstand verdichtet, damit sie im ersten Jahr verbrauchsfertig werden.
Im Juli werden die Rüben aus dem Boden genommen und an einem luftigen Ort, in Sand eingeschlagen, aufbewahrt. Ihren feinen Geschmack erhalten sie erst vom Oktober ab und von dieser Zeit an beginnt ihr eigentlicher Verbrauch für die Küche.
Frost schadet ihnen nicht, aber vor den Mäusen müssen sie sorgfältig geschützt werden. Sie sind etwas für Feinschmecker.
Bei der Ernte im ersten Jahre nach der Aussaat erhält man oft nur wenige Rüben von 3—4 cm Größe für den Verbrauch.
Die noch kleineren kann man zur Weiterzucht fürs nächste Jahr benutzen, vorläufig werden sie gleichfalls nach dem Herausnehmen - wie die zum Verspeisen geeigneten - in trockenen Sand gelegt. Im Herbst steckt man sie in 10 cm weite Reihen, 5 cm in der Reihe voneinander entfernt. Diese Rüben werden, im anderen Jahre sehr schön, nur muss man sie bei Trockenheit durch fleißiges Begießen von der Bildung von Samenstengeln abhalten, da sie naturgemäß im zweiten Jahre leichter in Samen gehen als im ersten.
Im Juni färbt sich das Kraut gelb, das Zeichen der Reife, und nun werden sie aus dem Lande genommen und aufbewahrt, wie oben angegeben.
Man kann sich also den Anbau sehr erleichtern, wenn man alljährlich im Herbst dicht aussäet, um fürs andere Jahr nur Rüben zum Stecken zu ernten.
**********
Bei den Artikeln, Tipps und Tricks, usw. auf dieser Webseite handelt es sich zum größten Teil um Auszüge aus Büchern, die um 1900 erschienen. Daher sind die Rezepte und Anleitungen nicht auf dem neuestem wissenschaftlichen Stand. D.h.: Es ist gut möglich, dass manchmal Mittel und Chemikalien verwendet werden, von denen man heute weiß, dass sie giftig sind. Bevor ihr irgendetwas davon anwendet, solltet ihr euch also auf jeden Fall über die verschiedenen Chemikalien, deren Wirkungsweise und deren Gefahren erkundigen.
**********

