Die Erbse (Pisum sativum) liebt einen mittelschweren Boden, in trockenem Sandboden werden die Hülsen leicht herb. Aus diesem Grund legt man sie in letzteren so früh wie möglich, weil bei später Aussaat der Boden schnell austrocknet und der Aufgang infolge dessen unregelmäßig wird. Leichter Boden erwärmt sich im Frühjahr eher als schwerer, weshalb eine frühe Frühjahrsaussaat bei ihm berechtigt ist. In schwerem Boden geht eine frühe Aussaat dagegen leicht zugrunde, weil ihr die nötige Wärme zum Keimen fehlt. Die Körner quellen auf und verfaulen oder werden von Tausendfüßlern oder anderen Schädigern vernichtet.
Man düngt für Erbsen nicht gern frisch, sondern bringt sie auf Land in alter Kraft. Hat man dies nicht zur Verfügung, so rate ich, den Universal-Gartendünger zu nutzen, und zwar 30 Gramm auf ein Quadratmeter.
Im Garten werden alle Erbsensorten an und für sich schon höher als in freier Feldlage, man bringe sie deshalb nicht an zu abgeschlossene Teile des Gartens, da sie dann noch höher werden und auch zur Folge hat, dass die meisten Sorten schlecht ansetzen.
Man teilt die Erbsen ein in Schalerbsen, von denen nur die Körner benutzt, und in Zuckererbsen, deren junge Hülsen mit den Körnern verspeist werden. Erstere zerfallen wieder in Schalerbsen, mit runden glatten Körnern, die grün wie auch trocken in der Küche Verwendung finden, und Markerbsen, mit meistens runzligen und eckigen Körnern.
Die Markerbsen sind im grünen Zustande die feinsten Erbsen für die Tafel, sie sind selbst noch recht gut verwendbar, wenn die Körner schon etwas groß sind. In der besseren Küche sollten eigentlich nur Markerbsen verwendet werden, und zwar schon deshalb, weil sie auf dem Gemüsemarkt in der Regel nicht zu haben sind, da die Gemüsegärtner aus besonderen Gründen sich der Markerbsenkultur nicht, wie es erwünscht wäre, annehmen.
Zuckererbsen.
Wenn der Boden offen ist, kann die Aussaat der Erbsen Ende Februar bis Anfang März erfolgen. Um die Ernte auf einen möglichst langen Zeitraum hinauszuziehen, ist es zweckmäßiger, nicht Aussaaten bis in das Spätfrühjahr hinein vorzunehmen, sondern Sorten zu wählen, die in der Reife einander folgen. Anfang April sollten die letzten Erbsen gelegt werden, weil die Hülsen später ausgelegter nicht nur leicht hart, sondern in den meisten Fällen auch von Meltau und tierischen Schädlingen befallen werden. Das bezieht sich auch auf den Feldanbau. Für ein zweireihiges Beet von 10 m Länge sind 3/4 kg Saaterbsen erforderlich.
Die Erbsenbeete werden je nach der Starkwüchsigkeit der Sorte 75—90 cm abgeteilt. Auf jedem Beete werden 15—20 cm vom Rande aus zwei Furchen von 10 cm Tiefe gezogen und die Samen darin so verteilt, dass auf 20 cm Länge 12 bis 15 Stück liegen. Dreireihige Erbsenfelder von hochwachsenden Sorten sind sehr unvorteilhaft, weil sich die Pflanzen gegenseitig in die Höhe treiben und die mittlere infolgedessen nur wenig ansetzt. Nach dem Aufgehen der Samen wird gleich gehackt und 8 Tage später angehäufelt und Reisig gesteckt.
Hat man keine Reiser, so verwende man statt ihrer billiges Drahtgeflecht, wie man es zu Einzäunungen benutzt. Nachdem das Land zurecht gemacht, zieht man alle 80 bis 100 cm eine Linie, schlägt bei ungefähr 10 m Beetlänge an die Enden und in die Mitte je einen Pfahl und befestigt an ihnen das Drahtgeflecht. Man kann nun die Erbsen an beiden Seiten des Drahtgeflechts entlang in Stufen legen oder auch nur an einer Seite in einer Reihe (siehe die nachstehende Zeichnung).

Sorten, die nicht höher als 60—70 cm werden, brauchen nicht gereisert zu werden.
Beim Legen obenauf liegengebliebene Erbsen bringe man sorgfältig unter. Werden sie nämlich von Tauben bemerkt, so kommen diese, namentlich im Felde, bald in großen Schwärmen und suchen und hacken die eingelegten Erbsen heraus, wenn sie auch schon im Keimen liegen. Man hackt und häufelt gleichfalls bald nach dem Aufgang. Das Drahtgeflecht kann man lange Jahre benutzen, man rollt es nach dem Abernten der Erbsen wieder zusammen oder verwendet es sonst nach Belieben. Jedenfalls wird die einmalige höhere Ausgabe belohnt durch sauberes Aussehen des Gartens, bequemes Pflücken und durch größere Ausnutzung der einzelnen Erbsenstaude.
Die Aussaaten der Erbse bemesse man nie zu klein, da es doch sehr unangenehm ist, wenn das einmalige Pflücken einer Sorte zu einem Gericht für den Familientisch nicht ausreicht.
Markerbsen sollte man nicht zu früh legen, da sie in nicht genügend erwärmten Boden ungleichmäßig aufgehen. Nachstehend ein erprobtes Kulturverfahren eines meiner Geschäftsfreunde für frühzeitiges Legen bzw. Ernten:
Um sehr frühzeitig und sehr volltragende Erbsen zu bekommen, lege man den Samen anfangs Februar in 18 bis 20 cm hohe handliche Kasten; diese werden zu dreiviertel mit nahrhafter Erde gefüllt. Aus Zeitungspapier, von 12 cm Höhe und 22 cm Breite, werden Stücke geschnitten, diese in der Hand leicht zu Tüten gedreht, zu dreiviertel mit Erde gefüllt und eine dicht neben die andere in den Kasten gesetzt, so daß die späteren Wurzeln nach unten ausreichend Platz behalten.
Danach legt man in jede der Tüten 12 bis 15 vorher angekeimte Erbsen und bedeckt diese mit Erde. Bis zum Aufgehen der Samen kommen die Kästen ins Warme (Küche) und später in einen kühleren Raum nahe ans Licht. Hier werden sie durch Öffnen der Fenster genügend abgehärtet und schließlich im Freien angepflanzt. Gegen plötzlich eintretende stärkere Fröste sind Vorkehrungen zum Decken zu treffen.
Erforderliches Saatgut für 1 Morgen 35 bis 40 kg. Viele Landwirte stiefeln die Erbsen nicht wegen der hohen Kosten und drillen die ganze Fläche mit 30 bis 40 cm Reihenentfernung. Die erforderliche Saatmenge ist 40 — 50 kg. Kurzrankige Sorten werden hierbei bevorzugt. Werden hochwerdende Sorten ungestiefelt angebaut, so werden vor dem Pflücken 4 Reihen gegeneinander gedrückt (man nennt das Scheiteln), wodurch 30 bis 40 cm breite Wege zum Pflücken entstehen. Für 1 Morgen sind 6 bis 7 Pflücker nötig. Der Ertrag ist je nach den Jahren schwankend. Man erntet von 1 Morgen 30 bis 80 Zentner Hülsen.
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Bei den Artikeln, Tipps und Tricks, usw. auf dieser Webseite handelt es sich zum größten Teil um Auszüge aus Büchern, die um 1900 erschienen. Daher sind die Rezepte und Anleitungen nicht auf dem neuestem wissenschaftlichen Stand. D.h.: Es ist gut möglich, dass manchmal Mittel und Chemikalien verwendet werden, von denen man heute weiß, dass sie giftig sind. Bevor ihr irgendetwas davon anwendet, solltet ihr euch also auf jeden Fall über die verschiedenen Chemikalien, deren Wirkungsweise und deren Gefahren erkundigen.
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