Der Küchen- oder Gemüsegarten
Gurkensetzlinge
Verfasst von Gartenfrau am Mi, 03/03/2010 - 01:31.Gurkensetzlinge (Pflänzchen) kann man selbst heranziehen, wenn man die Samen Anfang März in feuchte Sägespäne legt, sie in einen warmen Raum stellt und ständig gelinde feucht hält. weiter lesen ...
Gurkensetzlinge
Gurkensetzlinge (Pflänzchen) kann man selbst heranziehen, wenn man die Samen Anfang März in feuchte Sägespäne legt, sie in einen warmen Raum stellt und ständig gelinde feucht hält. So erzielt man Riesen-Ernten.
März
In diesem Monat nehmen, wenn auch nicht so ausgedehnt in der ersten Hälfte, was meistens von der Witterung abhängig ist, so doch in der zweiten Hälfte die Arbeiten im Küchengarten an Umfang zu. Wenn es nicht schon Ende Februar geschehen ist, müssen jetzt Mistbeete und Ländereien für die zeitige Aussaat hergerichtet werden. In erstere säet man außer den bereits für Februar aufgeführten Arten: Broccoll, Artischocken, Kardonen, Rhabarber, Tomaten, Eierfrucht, Neuseeländer Spinat, Knollensellerie, Lauch, Basilikum, und zieht diese inzwischen zu kräftigen Pflanzen heran. Ins freie Land können ausgesäet werden: Kresse, Spinat, Sauerampfer, Erbsen, Puffbohnen, Haferwurzel, Schwarzwurzel, Zuckerwurzel, Möhren (Karotten), Radies, Weißrüben, Anis, Schnittpetersilie. Man legt die Brutzwiebeln von Knoblauch, Rokambole, Schalotten, Steckzwiebeln. Die Artischockenbeete werden abgedeckt, der Meerkohl zum Bleichen behäufelt. Man gräbt oder lockert die Dauerbeete, wie Spargel, Rhabarber, Meerkohl und Artischocken. Im Mistbeet herangezogene Pflänzchen von Salat, Blumenkohl, Kohlrabi, Wirsing usw. können ins freie Land gesetzt werden. Beete mit mehrjährigen Küchengewächsen und Erdbeeren werden gereinigt, erstere gegraben, letztere nur gehackt oder mit der Grabegabel umgegraben, wobei der im Herbst aufgelegte Dünger mit untergebracht wird.
Schneeglöckchen
Verfasst von Gartenfrau am Sa, 11/28/2009 - 04:03.Bekannter und allgemein beliebter Frühlingsblüher, der besonders in älteren Horsten und großen Siedlungen zur Blütezeit in unseren Gärten von großer Schönheit sein kann. weiter lesen ...
August
Die Arbeiten des Juli werden nachgeholt und beendet.
Man säet Ackersalat (Rapünzchen), Karotten, Kopfsalat für den Winter, Spinat für das nächste Frühjahr, Schwarzwurzeln für zweijährige Kultur, Teltower Rüben, bindet Kardone und Sommerendivien, behäufelt Stengelsellerie.
Man legt Perlzwiebeln und die Jakobszwiebel und kann jetzt auch die für April bezeichneten mehrjährigen Gewürzpflanzen zerteilen und neue Anpflanzungen machen.
Auflockern und Begießen nicht versäumen.
Raupeneier an Kohlarten sind zu vernichten.
Möhren für den Herbst zu säen.
Auf den Gurkenbeeten läßt man die größten und schönsten Früchte zu sogenannten Samengurken völlig ausreifen um späterhin das Fleisch dieser ausgereiften Früchte zu Senfgurken zu verwenden.
Ende August kann man mit Neuanlage von Erdbeerpflanzungen beginnen, wozu man gut gedüngte und gegrabene Beete in sonniger Lage wählt.
Juli
Man beendet die für Juni angegebenen Auspflanzungen bezw. Aussaaten.
Man räumt die Erde um den Meerrettich weg und entfernt die Seitenwurzeln.
Man bindet Sommerendivien ein und behäufelt Stengelsellerie zum Zwecke des Bleichens.
Man nimmt Knoblauch, Rokambole, Schalotte, Perlzwiebeln aus der Erde, wenn das Kraut abgestorben ist.
Man sammelt und trocknet Stengel oder Blätter von Gewürzkräutern, wie Basilikum, Bohnenkraut, Krauseminze, Lavendel, Majoran, Melisse, Pfefferminze, Raute, Salbei, Thymian.
Etwa abgetragene Beete von Frühgemüse, wie Kohlrabi, Früherbsen, Karotten, auch Frühkartoffeln werden abgeräumt, nach Bedürfnis gedüngt, gegraben und für den Winterbedarf mit den Aussaaten vom Mai und Anfang Juni, soweit sie nicht an die Standorte gemacht waren, bepflanzt.
Das Auflockern darf nicht versäumt werden, besonders nach starkem Schlagregen.
Man nimmt Kerbelrüben aus dem Boden, pflanzt Winterendivien.
Etwa gereifte Sämereien werden abgenommen und zum Abtrocknen und Nachreifen luftig und schattig ausgebreitet.
Spargelbeete sind mit künstlichem Dünger zu düngen.
Die Erdbeerbeete werden gründlich bejaucht und behackt.
Beim Blumenkohl sind die Blätter nach innen über die Blumenkäse zu knicken, damit diese fest, zart und weiß bleiben.
Petersilienwurzel
Verfasst von Gartenfrau am Mi, 10/21/2009 - 02:03.Wird die Petersilie (Petroselinum sativum) zur Gewinnung der Wurzeln angebaut, so muß man ihr einen fruchtbaren, jedoch nicht frisch gedüngten, aber tief gelockerten Boden geben.
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Rote Rübe
Verfasst von Gartenfrau am Fr, 10/16/2009 - 02:54.Die rote Rübe (Beta vulgaris hortensis), auch Salatbeete, Beete oder Kalme, verlangt einen kräftigen, nicht frisch gedüngten, 50 cm tief gelockerten Boden. weiter lesen ...
Juni
Die Beete mit Erbsen, Bohnen, Kohl, Kartoffeln usw. sind jetzt regelmäßig zu behacken.
Stangenbohnen müssen, soweit sie nicht selbst sich festhalten, etwas geheftet werden, die Erbsen sind zu Stengeln.
Von Mitte dieses Monats ab pflanzt man für den Herbst- und Winterbedarf die zu diesem Zweck Ende April ausgesäeten Kohlarten. Winterendivien, Kopfsalat, Kohlrübe, Weißrübe und Roterübe.
Man verdünnt die im April ausgesäeten Wurzelgewächse, wie Möhren, Zichorie, Löwenzahn, Wurzelpetersilie, Pastinake, Rapontika.
Man reinigt, lockert, behackt, behäufelt und begießt.
Nach und nach werden Beete vom ersten Salat, Kohlrabi, Steckzwiebeln und dergl. abgeerntet, neu vorbereitet und mit einer zweiten Folge früher Sorten bepflanzt.
An den Gurken, Melonen und Kürbissen müssen die Ranken gleichmäßig ausgebreitet werden. Der Schnitt der Melonen geschieht zunächst über dem 7. Blatte einer jeden Ranke, weiterhin über jeder Frucht.
Erdbeerbeete sind von nun ab ständig zu entranken.
April
Alle für den März angeführten Arbeiten werden, wenn sie wegen ungünstiger Witterung nicht ganz ausgeführt werden konnten, jetzt nachgeholt und beendet. Der April spielt im Küchengarten eine hervorragende Rolle, während seiner Dauer wird der Grund für die Sommer- und Herbsternte gelegt. Man kann ihn den Monat den Aussäens und des Pflanzens nennen. Ländereien, die im Herbst oder im Verlauf des Winters gedüngt und gestürzt oder auch rigolt worden sind, werden jetzt durch die Hacken und Harken geebnet und den Zwecken entsprechend abgeteilt. Man säet ins freie Land an die bleibenden Standorte: Kresse, Löwenzahn, Zichorie, Spinat, Gartenmelde, Mangold, spinatblätterigen chinesischen Senf, Meerkohl, Buschbohnen (erst gegen Ende), Erbsen, Puffbohnen, Haferwurzel, Schwarzwurzel, Möhren, Pastinake, Wurzelpetersilie, Radies, Rapontika, Sommerrettich, Roterübe, Zwiebel, Bohnenkraut, Boretsch, Fenchel, Kerbel, Schnittpetersilie, Portulak, Waldmeister usw. Auf Saatbeete zum späteren Auspflanzen werden gesäet: Blumenkohl, Kopfkohl, Wirsing, Rosenkohl, Kohlrabi, Kopfsalat, Sommerampfer, Kohlrübe, Winterzwiebel, Estragon, Krauseminze, Kümmel, Lavendel, Löffelkraut, Majoran, Melisse, Pfefferminze, Pimpinelle, Raute, Salbei etc. Man kann bereits Spargelbeete anlegen. Beim vorhandenen Spargel wird jetzt die Erde an die Pflanzen herangezogen, damit das Stechen im nächsten Monat beginnen kann. Erdbeeren sind spätestens jetzt zu pflanzen und zwar auf frisch gedüngtes Land. Monatserdbeeren kommen als Einfassung der Abteilungen im Gemüsegarten gepflanzt werden. Man legt Frühkartoffeln, Knollenziest, Helianthi, Topinambour. Man pflanzt die im Keller eingeschlagenen Artischocken aus und löst dabei Sprossen ab. Man zerteilt und verpflanzt mehrjährige Gewürzkräuter, wie Sauerampfer, Schnittlauch, Estragon, Fetthenne, Krauseminze, Löffelkraut, Pfefferminze, Pimpinelle, Raute, Salbei, Thymian. Man verdünnt die aufgegangenen Sämereien, pikiert, jätet, lockert auf und begießt nach Bedürfnis. Man pflanzt in Mistbeeten angezogene Pflänzchen, wie die Kohlarten, Kopfsalat usw. auf die bleibenden Standorte in sonniger und geschützter Lage zum Frühverbrauch. Man legt neue Meerrettichbeete an. Man legt Anfang April Gurken, Melonen, Kurbisse in Töpfe und zieht sie heran zum Auspflanzen nach Mitte Mai ins freie Land. Die Mistbeete müssen, je höher die Sonne steigt und je wärmer das Wetter wird, tagsüber mehr und mehr gelüftet werden.
Rapunzelwurzel
Verfasst von Gartenfrau am So, 10/11/2009 - 02:28.Der Samen der Rapunzelwurzel (Campanula Rapunculus) wird Ausgang Mai breitwürfig oder in Reihen von 25 cm Entfernung auf nicht zu schwerem, noch in guter Dungkraft stehenden Boden ausgesäet. weiter lesen ...
Rapunzelwurzel
Der Samen der Rapunzelwurzel (Campanula Rapunculus) wird Ausgang Mai breitwürfig oder in Reihen von 25 cm Entfernung auf nicht zu schwerem, noch in guter Dungkraft stehenden Boden ausgesäet. Erforderliche Saatmenge für ein Beet von 10 qm Größe 5 gr.

Das erste Gießen muß sehr vorsichtig erfolgen, da der sehr feine Samen leicht verschlemmt wird. Man verzieht die Pflänzchen, wenn sie zu dicht stehen, hackt fleißig und ist auch mit dem Wasser nicht sparsam.
Das Herausnehmen und Einschlagen der Wurzeln im Keller ist nicht zu empfehlen, weil die Blätter leicht faulen und man von der Rapunzel beides, Blätter und Wurzel, genießt. Man läßt sie besser im Freien und hält das Einfrieren durch Überdecken der Beete mit Laub oder Stroh, auch Torfmull, ab.
Der Geschmack des Salats ist eigenartig und feiner als Rapünzchensalat; mit diesem wird er dem Namen nach oft verwechselt, ist aber vollkommen verschieden davon.
Mai
Man säet noch für die Folge zum späteren Auspflanzen einige der im April ausgesäeten Sämereien, so die Kohlarten, Winterendivie, Kopfsalat, Kohlrübe, Roterübe, Kapontika; ebenso an die bleibenden Standorte: Kresse, Gartenmelde, spinatblätterigen chinesischen Senf, Buschbohne (Anfang Mai), Stangenbohne (Mitte Mai), Gurke, Kürbis, Erbse, Möhre, Radies, Winterrettich, Dill, Portulak.
Wie der April der Hauptmonat des Säens ist, so ist der Mai der des Pflanzens. Es werden alle im März und Anfang April im Mistbeete und im freien Lande herangezogenen Gemüsepflanzen auf die bleibenden Standorte ausgepflanzt. So die Kohlarten, Sommerendivien, Kopfsalat, Rhabarber, Kardone, Artischocke, Sellerie, Gurke, Melone, Kürbis, Tomate, Eierfrucht, letztere 5 Gemüse nach Mitte Mai, Basilikum, Lauch. Die erste Erbsenaussaat wird gestengelt.
Kartoffeln werden behackt und behäufelt.
Es wird verdünnt, gejätet, gelockert, behackt und gegossen von nun ab am Abend, je nach Bedürfnis.
Dem Unkraute, das nun anfängt, sich breit zu machen, ist emsig nachzustellen.
Die Fenster der vorgeschrittensten Mistbeetpflanzungen müssen bei Tage und gegen Ende des Monats, wenn die Wärme zunimmt auch des Nachts abgenommen werden.
Kartoffelzwiebel
Verfasst von Gartenfrau am Fr, 10/09/2009 - 02:24.Die Kartoffelzwiebel (Allium ascal. var.), der dänischen Schalotte ähnlich, wird etwas größer als diese, im Geschmack ist sie nicht so fein. weiter lesen ...
Allium
Von dieser Gattung ist eine ganze Anzahl Arten im Handel, die weniger wichtig sind und deren Blumen keinen angenehmen Duft verraten.
Als die schönsten Sorten sind von diesem Lauch zu empfehlen A. fragrans, aus Nordamerika, bis 1 m hoch wachsend, mit grünlichweißen, angenehm duftenden Blüten im Mai-Juni; A. Hermittei grandiflorum, großblumig, reinweiß; A. karatawiense, aus Turkestan, im Mai weiß mit rot blühend, ebenso die in Italien beheimatete A. Candidissimum (neapolitanum), mit großen milchweißen Blumen im Juni-Juli, A. Ostrowskianum, schön karminrosa blühend im Frühsommer, und A. pedemontanum, leuchtend pupurrot.
Entwickelt sich am schönsten im leichten, sandigen, kalkhaltigen Boden in recht sonniger und warmer Lage.
Im Herbst durch Brutzwiebeln oder auch durch Samenaussaat vermehrbar.
Kartoffelzwiebel
Die Kartoffelzwiebel (Allium ascal. var.), der dänischen Schalotte ähnlich, wird etwas größer als diese, im Geschmack ist sie nicht so fein. Sie wird ebenso kultiviert, wie dies bei der Schalotte angegeben ist und vorteilhaft auch durch Brutzwiebeln vermehrt. In Nordamerika gibt es eine weiße Abart davon, die dort sehr geschätzt wird, man nennt sie „White Multiplier Onion Sets".
Schalotte
Die Schallotten (Allium acalonicum), auch Esslauch genannt, verlangen sonnige, trockene Lage und leichten, nicht frisch gedüngten Boden.

Man pflanzt die Brutzwiebeln zeitig im Frühjahr, sobald der Boden abgetrocknet ist, in 25 cm weite Reihen, 10 bis 15 cm in der Reihe, und steckt sie nur flach, daß sie gerade mit Erde überdeckt sind. Die gewöhnliche deutsche Schalotte muß schon im Herbst in geschützten Lagen gepflanzt werden, da sie sich trocken im Winter schlecht hält. Man hackt einige Male, um den Boden locker und unkrautfrei zu erhalten. Ende Juni, oft noch eher, welken die Zwiebeln ab; man nimmt sie dann heraus und bewahrt sie trocken auf. Sobald Zeit dafür vorhanden ist, putzt man sie durch.

Die gebräuchlichste Fortpflanzung geschieht durch Brutzwiebeln, es gibt aber auch eine Sorte, die Samen liefert. Diese wird wie gewöhnliche Zwiebeln behandelt, im April in Reihen oder breitwürfig ausgesäet und im Herbst geerntet. Von dieser Saat erntet man Schalotten in verschiedenen Farben, weiße, gelbe, braune und rote. Alle sind feinschmeckend.
Schwarzwurzel
Verfasst von Gartenfrau am Mi, 10/07/2009 - 02:16.Die Schwarzwurzel oder Seorzonere (Scorzonera hispanica) stellt Ansprüche an den Boden und Kultur wie bei der Haferwurzel. Die Wurzeln sind auch im zweiten Jahre noch brauchbar. weiter lesen ...
Schwarzwurzel
Die Schwarzwurzel oder Seorzonere (Scorzonera hispanica) stellt Ansprüche an den Boden und Kultur wie bei der Haferwurzel. Die Wurzeln sind auch im zweiten Jahre noch brauchbar. Um schöne glatte Wurzeln zu erzielen, ist besonders für Schwarzwurzeln ein tief gelockertes Erdreich erforderlich. In festem und schwerem Boden verzweigen sich die Wurzeln zu sehr und geben dann zu viel Abfall. Bei der Ernte wird es sich immer empfehlen, die Wurzeln mit der Grabgabel aus dem Boden zu nehmen, weil sie ungemein leicht brechen.
Im zweiten Jahre blühen die Schwarzwurzeln, oft auch schon im ersten Jahre, was jedoch der Ausbildung der Wurzeln wenig oder gar nichts schadet. Es empfiehlt sich, die Blüten oben abzureißen oder auszuschneiden, damit die Pflanze nicht auch noch zur Samenbildung kommt.
Für die einjährige Kultur wird der Same im März oder Anfang April ausgesäet, für die zweijährige im August, und im Spätsommer und Herbst des darauffolgendenjahres geerntet.
Der Boden muß in guter Tracht sein, doch nicht frisch gedüngt, stets reingehalten und mit der Hacke, solange es die Ausbreitung der Blätter zuläßt, gelockert werden. Für den Winterbedarf werden die Wurzeln im Herbst vorsichtig herausgenommen, und nachdem man das Kraut abgedreht hat, im Keller in sandige Erde eingeschlagen, oder man läßt sie mit Schutz gegen Frost im Freien und verbraucht sie nach Bedarf.
Für ein Beet von 10 qm Größe sind 50 gr Samen erforderlich.
Haferwurzel
Die Haferwurzel oder Weißwurzel (Tragopogon porrifolius) verlangt einen fruchtbaren, 60 cm tief gelockerten, jedoch nicht frisch gedüngten Boden. Man säet den Samen im April in 30 cm voneinander entfernte Reihen und lichtet die Pflanzen nach dem Aufgehen auf 6 bis 10 cm Abstand.
Haferwurzel
Für ein Beet von 10 qm Flächeninhalt sind 30 gr Samen erforderlich. Auflockern und Gießen bei trockener Witterung sind unerläßliche Bedingungen. Die Wurzeln müssen im ersten Jahre verbraucht werden, da sie im zweiten, wenn die Pflanze in Blüte tritt, unbrauchbar sind.
Gegen Frost sind die Haferwurzeln sehr empfindlich. Im Geschmack gleichen sie den Schwarzwurzeln, doch sind sie ertragreicher und leichter zu kultivieren.
Folgender Hinweis (von anonym) dürfte vielen von Interesse sein:
Ich hatte schon oft Haferwurzeln, die an Größe, Zartheit und Güte den Schwarzwurzeln nicht das mindeste nachgaben und gleichzeitig mit diesen, aber getrennt gekocht, im Geschmack nicht zu unterscheiden waren. Beide Gemüsearten stimmen in Zubereitung durchaus überein. Am besten ist es, sie nicht abzukochen, sondern roh mit ein wenig Wasser oder Fleischbrühe sowie der nötigen Butter und Salz anzusetzen und gar zu dünsten, worauf man nur nötig hat, den Sud in beliebiger Weise sämig zu machen, sei es mit Eigelb, süßem Rahm oder etwas Mehl, auch nach Bedarf nachzuwürzen.
Beiläufig sei mir hier die Bemerkung gestattet, dass die jungen, zarten Frühlingstriebe im Boden verbliebener Haferwurzeln, spargelartig zubereitet, ein köstliches Gemüse geben, weit besser als die Wurzeln selbst. Diese Verwendung empfiehlt sieh besonders dann, wenn die Wurzeln sparrig wurden oder nicht gerieten.
In gleicher Weise ziehe ich die 10 bis 15 cm jungen, selbst grünen Frühjahrsschosse der Schwarzwurzel wegen ihres außerordentlichen Wohlgeschmackes und ihrer Zartheit den Wurzeln selbst vor. Man kann sie sogar roh essen.
In manchen Gegenden werden die ausgewachsenen, aber noch zarten Blätter der Schwarzwurzel wie Spinat zubereitet oder dem Spinate zugesetzt.
April
Alle für den März angeführten Arbeiten werden, wenn sie wegen ungünstiger Witterung nicht ganz ausgeführt werden konnten, jetzt nachgeholt und beendet. Der April spielt im Küchengarten eine hervorragende Rolle, während seiner Dauer wird der Grund für die Sommer- und Herbsternte gelegt. Man kann ihn den Monat den Aussäens und des Pflanzens nennen. Ländereien, die im Herbst oder im Verlauf des Winters gedüngt und gestürzt oder auch rigolt worden sind, werden jetzt durch die Hacken und Harken geebnet und den Zwecken entsprechend abgeteilt. Man säet ins freie Land an die bleibenden Standorte: Kresse, Löwenzahn, Zichorie, Spinat, Gartenmelde, Mangold, spinatblätterigen chinesischen Senf, Meerkohl, Buschbohnen (erst gegen Ende), Erbsen, Puffbohnen, Haferwurzel, Schwarzwurzel, Möhren, Pastinake, Wurzelpetersilie, Radies, Rapontika, Sommerrettich, Roterübe, Zwiebel, Bohnenkraut, Boretsch, Fenchel, Kerbel, Schnittpetersilie, Portulak, Waldmeister usw. Auf Saatbeete zum späteren Auspflanzen werden gesäet: Blumenkohl, Kopfkohl, Wirsing, Rosenkohl, Kohlrabi, Kopfsalat, Sommerampfer, Kohlrübe, Winterzwiebel, Estragon, Krauseminze, Kümmel, Lavendel, Löffelkraut, Majoran, Melisse, Pfefferminze, Pimpinelle, Raute, Salbei etc. Man kann bereits Spargelbeete anlegen. Beim vorhandenen Spargel wird jetzt die Erde an die Pflanzen herangezogen, damit das Stechen im nächsten Monat beginnen kann. Erdbeeren sind spätestens jetzt zu pflanzen und zwar auf frisch gedüngtes Land. Monatserdbeeren kommen als Einfassung der Abteilungen im Gemüsegarten gepflanzt werden. Man legt Frühkartoffeln, Knollenziest, Helianthi, Topinambour. Man pflanzt die im Keller eingeschlagenen Artischocken aus und löst dabei Sprossen ab. Man zerteilt und verpflanzt mehrjährige Gewürzkräuter, wie Sauerampfer, Schnittlauch, Estragon, Fetthenne, Krauseminze, Löffelkraut, Pfefferminze, Pimpinelle, Raute, Salbei, Thymian. Man verdünnt die aufgegangenen Sämereien, pikiert, jätet, lockert auf und begießt nach Bedürfnis. Man pflanzt in Mistbeeten angezogene Pflänzchen, wie die Kohlarten, Kopfsalat usw. auf die bleibenden Standorte in sonniger und geschützter Lage zum Frühverbrauch. Man legt neue Meerrettichbeete an. Man legt Anfang April Gurken, Melonen, Kurbisse in Töpfe und zieht sie heran zum Auspflanzen nach Mitte Mai ins freie Land. Die Mistbeete müssen, je höher die Sonne steigt und je wärmer das Wetter wird, tagsüber mehr und mehr gelüftet werden.
März
In diesem Monat nehmen, wenn auch nicht so ausgedehnt in der ersten Hälfte, was meistens von der Witterung abhängig ist, so doch in der zweiten Hälfte die Arbeiten im Küchengarten an Umfang zu. Wenn es nicht schon Ende Februar geschehen ist, müssen jetzt Mistbeete und Ländereien für die zeitige Aussaat hergerichtet werden. In erstere säet man außer den bereits für Februar aufgeführten Arten: Broccoll, Artischocken, Kardonen, Rhabarber, Tomaten, Eierfrucht, Neuseeländer Spinat, Knollensellerie, Lauch, Basilikum, und zieht diese inzwischen zu kräftigen Pflanzen heran. Ins freie Land können ausgesäet werden: Kresse, Spinat, Sauerampfer, Erbsen, Puffbohnen, Haferwurzel, Schwarzwurzel, Zuckerwurzel, Möhren (Karotten), Radies, Weißrüben, Anis, Schnittpetersilie. Man legt die Brutzwiebeln von Knoblauch, Rokambole, Schalotten, Steckzwiebeln. Die Artischockenbeete werden abgedeckt, der Meerkohl zum Bleichen behäufelt. Man gräbt oder lockert die Dauerbeete, wie Spargel, Rhabarber, Meerkohl und Artischocken. Im Mistbeet herangezogene Pflänzchen von Salat, Blumenkohl, Kohlrabi, Wirsing usw. können ins freie Land gesetzt werden. Beete mit mehrjährigen Küchengewächsen und Erdbeeren werden gereinigt, erstere gegraben, letztere nur gehackt oder mit der Grabegabel umgegraben, wobei der im Herbst aufgelegte Dünger mit untergebracht wird.
August
Die Arbeiten des Juli werden nachgeholt und beendet.
Man säet Ackersalat (Rapünzchen), Karotten, Kopfsalat für den Winter, Spinat für das nächste Frühjahr, Schwarzwurzeln für zweijährige Kultur, Teltower Rüben, bindet Kardone und Sommerendivien, behäufelt Stengelsellerie.
Man legt Perlzwiebeln und die Jakobszwiebel und kann jetzt auch die für April bezeichneten mehrjährigen Gewürzpflanzen zerteilen und neue Anpflanzungen machen.
Auflockern und Begießen nicht versäumen.
Raupeneier an Kohlarten sind zu vernichten.
Möhren für den Herbst zu säen.
Auf den Gurkenbeeten läßt man die größten und schönsten Früchte zu sogenannten Samengurken völlig ausreifen um späterhin das Fleisch dieser ausgereiften Früchte zu Senfgurken zu verwenden.
Ende August kann man mit Neuanlage von Erdbeerpflanzungen beginnen, wozu man gut gedüngte und gegrabene Beete in sonniger Lage wählt.
Schnittsellerie
Verfasst von Gartenfrau am Di, 10/06/2009 - 02:10.Da die Herzblätter des Knollensellerie vielfach an Suppen und Soßen Verwendung finden, jedoch im Frühjahr gewöhnlich fehlen, so kann man zu diesem Zweck den Schnittsellerie oder Kraussellerie i weiter lesen ...
Knollensellerie
Knollensellerie (Apium graveolens) auch Eppich, verlangt einen feuchten, 60 cm tief gelockerten, stark gedüngten Boden. Er wird in erster Tracht angebaut.
Die Anzucht der Setzpflanzen geschieht folgendermaßen: Da der Same lange Zeit zum Keimen braucht, säet man ihn möglichst Anfang März im warmen Mistbeet aus und verstopft die Pflanzen, wenn sie eine Höhe von 5 bis 10 cm erreicht haben, in ein halbwarmes Mistbeet, wo sie bis zu genügender Erstarkung stehen bleiben.

5 gr Samen enthalten etwa 2000 Korn, von denen im Durchschnitt etwa 1800 gut keimen. Danach kann man sich seinen Bedarf berechnen. Vor dem Aussetzen ins freie Land sind die Pflänzchen durch Lüften der Fenster und Abheben derselben an schönen Tagen gut abzuhärten. Den jungen Selleriepflanzen im Saatbeet ist ganz besondere Sorgfalt zuzuwenden, um dem späteren Hoch- bzw. dem Insamen-schießen der Knollen vorzubeugen. Dies kommt besonders bei zu dichtem Stand vor oder wenn die Pflanzen zu lange im Saatbeete gestanden haben oder im Wachstum durch starke Abkühlung oder auch Trockenheit stocken.
Das Aussetzen ins Freie geschieht von Ende Mai an, auch etwas später, unter größter Schonung der Wurzeln in reich gedüngtes Land. Je nach der Starkwüchsigkeit der Sorte soll der Absfand 40 bis 50 cm betragen. Öfteres Hacken, reichliches Gießen bei Trockenheit und ein gelegentlicher Dungguß aus Jauche oder wöchentlich einmaliges Düngen mit Universaldünger sind unerläßliche Bedingungen zur Erzielung großer, reinweißer Knollen für die Salatbereitung.
Der Sellerie ist eine Strandpflanze, sein Name ist abgeleitet von „Sool", selbst das gewöhnliche Kochsalz, eine kleine Handvoll auf eine große Gießkanne voll Wasser, fördert das Wachstum und die Knollenbildung außerordentlich. Reichliches Gießen verhindert das Braunwerden der Knollen und Verholzen des Knollenfleisches.
Wenn die Pflanzen zu tief gesetzt werden, so entwickeln sie viele Seitenwurzeln, wodurch das Dickenwachstum der Knolle zurückgehalten wird. Man muß deshalb die Pflanzen etwas hochsetzen. Das Entfernen der Seitenwurzeln zur Erzielung dicker Knollen hat sich bisher nicht bewährt. Uebrigens liegt es auch sehr viel an der Sorte, wenn sie zuviel Wurzeln an den Seiten hat.
Vor dem Eintreten des Frostes im Herbst werden die Knollen aus der Erde genommen, von Blättern und Wurzeln gereinigt, wobei die Herzblätter jedoch beibehalten bleiben, und für den Winterbedarf im Keller in Sand so eingeschlagen, daß die Krone der Knolle frei bleibt. Der Knollensellerie eignet sich gut zum Zwischenanbau zwischen Blumenkohl, der im August abgeerntet wird. Man pflanzt zwischen zwei Reihen Blumenkohl je eine Reihe Sellerie. Nach dem Abernten des Blumenkohls wird das Land gut aufgelockert, mit Dunggüssen und reichlichen Wassergaben versehen und der stehengebliebene Knollensellerie gut weitergepflegt.
Schnittsellerie
Da die Herzblätter des Knollensellerie vielfach an Suppen und Soßen Verwendung finden, jedoch im Frühjahr gewöhnlich fehlen, so kann man zu diesem Zweck den Schnittsellerie oder Kraussellerie in Kästen oder Schalen oder ins Mistbeet aussäen und ihn bei entsprechender Weite in 30 cm weite Reihen ins Land oder ins kalte Mistbeet pflanzen.
Die Blätter können wie Petersilie zum Schmücken von Schüsseln benutzt werden. Eine frühe Frühjahrsaussaat wird sich für jeden Haushalt als sehr nutzbringend erweisen. Einigermaßen geschützt, z. B. in einen kalten Mistbeetkasten gepflanzt, wie umstehend angegeben, läßt er sich leicht überwintern und man hat fortwährend frisches Grün. In Gegenden mit milderem Winter pflanzt man ihn zum Überwintern im Juli ins freie Land und deckt ihn bei scharfer Kälte. Im darauffolgenden Frühjahr werden die grünen Blätter nach Bedarf abgeerntet.
Juli
Man beendet die für Juni angegebenen Auspflanzungen bezw. Aussaaten.
Man räumt die Erde um den Meerrettich weg und entfernt die Seitenwurzeln.
Man bindet Sommerendivien ein und behäufelt Stengelsellerie zum Zwecke des Bleichens.
Man nimmt Knoblauch, Rokambole, Schalotte, Perlzwiebeln aus der Erde, wenn das Kraut abgestorben ist.
Man sammelt und trocknet Stengel oder Blätter von Gewürzkräutern, wie Basilikum, Bohnenkraut, Krauseminze, Lavendel, Majoran, Melisse, Pfefferminze, Raute, Salbei, Thymian.
Etwa abgetragene Beete von Frühgemüse, wie Kohlrabi, Früherbsen, Karotten, auch Frühkartoffeln werden abgeräumt, nach Bedürfnis gedüngt, gegraben und für den Winterbedarf mit den Aussaaten vom Mai und Anfang Juni, soweit sie nicht an die Standorte gemacht waren, bepflanzt.
Das Auflockern darf nicht versäumt werden, besonders nach starkem Schlagregen.
Man nimmt Kerbelrüben aus dem Boden, pflanzt Winterendivien.
Etwa gereifte Sämereien werden abgenommen und zum Abtrocknen und Nachreifen luftig und schattig ausgebreitet.
Spargelbeete sind mit künstlichem Dünger zu düngen.
Die Erdbeerbeete werden gründlich bejaucht und behackt.
Beim Blumenkohl sind die Blätter nach innen über die Blumenkäse zu knicken, damit diese fest, zart und weiß bleiben.
Zuckerwurzel
Verfasst von Gartenfrau am So, 10/04/2009 - 02:58.Bodenbedingung und Kultur der Zuckerwurzel oder Goldwurzel (Sium Sisarum) ist wie bei der Haferwurzel. weiter lesen ...
Zuckerwurzel
Bodenbedingung und Kultur der Zuckerwurzel oder Goldwurzel (Sium Sisarum) ist wie bei der Haferwurzel. Da jedoch der Samen lange Zeit zum Keimen braucht, oft ein halbes Jahr, so empfiehlt es sich, schon im Oktober oder ganz zeitig im Frühjahr auszusäen.

Die Wurzeln sind nach dem Blühen für die Küche unbrauchbar und müssen deshalb im ersten Jahre verspeist werden. Saatmenge für ein Beet von 5 qm Größe 20 gr.
Goldwurzel
Die Goldwurzel (Scoiymus hispanicus) wird auch Golddistel genannt. Man säet sie von März bis April ins freie Land. Sie verlangt, wie alle Wurzelgewächse, einen tiefgründigen und tiefgelockerten Boden. Die Kultur ist im übrigen genau wie die der Haferwurzel. 
Ihre Wurzeln sind nur im oberen Teile gut geformt, nach unten dagegen stark verzweigt. 4 bis 5 Monate nach der Aussaat sind sie verbrauchsfähig. Ihr Geschmack steht hinter dem der Schwarzwurzel zurück, ist dennoch aber fein. Im Ertrag ist sie geringer.
Saatmenge je nach Bedarf wie bei der Schwarz- oder Haferwurzel.
Weitere Infomation:
Die Golddistel ist eine nahe Verwandte der Schwarz- und Haferwurzel. Die Wurzel ist im Geschmack vorzüglich, bekommt aber, wenn zu früh ausgesät wird, ein zähes Herz, da der Stengel in diesem Falle immer in Blüte schießt. Man darf nicht vor Juni aussäen, wenn man das Schießen und Holzigwerden des Wurzelherzens vermeiden will. Lockerer, nahrhafter Boden. Auch die Blätter lassen sich sehr gut spinatartig verwenden, ebenso die zarten Frühjahrstriebe.
Haferwurzel
Die Haferwurzel oder Weißwurzel (Tragopogon porrifolius) verlangt einen fruchtbaren, 60 cm tief gelockerten, jedoch nicht frisch gedüngten Boden. Man säet den Samen im April in 30 cm voneinander entfernte Reihen und lichtet die Pflanzen nach dem Aufgehen auf 6 bis 10 cm Abstand.
Haferwurzel
Für ein Beet von 10 qm Flächeninhalt sind 30 gr Samen erforderlich. Auflockern und Gießen bei trockener Witterung sind unerläßliche Bedingungen. Die Wurzeln müssen im ersten Jahre verbraucht werden, da sie im zweiten, wenn die Pflanze in Blüte tritt, unbrauchbar sind.
Gegen Frost sind die Haferwurzeln sehr empfindlich. Im Geschmack gleichen sie den Schwarzwurzeln, doch sind sie ertragreicher und leichter zu kultivieren.
Folgender Hinweis (von anonym) dürfte vielen von Interesse sein:
Ich hatte schon oft Haferwurzeln, die an Größe, Zartheit und Güte den Schwarzwurzeln nicht das mindeste nachgaben und gleichzeitig mit diesen, aber getrennt gekocht, im Geschmack nicht zu unterscheiden waren. Beide Gemüsearten stimmen in Zubereitung durchaus überein. Am besten ist es, sie nicht abzukochen, sondern roh mit ein wenig Wasser oder Fleischbrühe sowie der nötigen Butter und Salz anzusetzen und gar zu dünsten, worauf man nur nötig hat, den Sud in beliebiger Weise sämig zu machen, sei es mit Eigelb, süßem Rahm oder etwas Mehl, auch nach Bedarf nachzuwürzen.
Beiläufig sei mir hier die Bemerkung gestattet, dass die jungen, zarten Frühlingstriebe im Boden verbliebener Haferwurzeln, spargelartig zubereitet, ein köstliches Gemüse geben, weit besser als die Wurzeln selbst. Diese Verwendung empfiehlt sieh besonders dann, wenn die Wurzeln sparrig wurden oder nicht gerieten.
In gleicher Weise ziehe ich die 10 bis 15 cm jungen, selbst grünen Frühjahrsschosse der Schwarzwurzel wegen ihres außerordentlichen Wohlgeschmackes und ihrer Zartheit den Wurzeln selbst vor. Man kann sie sogar roh essen.
In manchen Gegenden werden die ausgewachsenen, aber noch zarten Blätter der Schwarzwurzel wie Spinat zubereitet oder dem Spinate zugesetzt.
Oktober
Der Oktober ist der Monat der Ernte und Belohnung für die lange Zeit der Pflege, Aufmerksamkeit und Mühewaltung im Küchengarten. Man darf sich indes nicht allzusehr mit der Ernte beeilen, denn die erste Hälfte des Oktober bringt meist noch recht gute und warme Witterung und diese soll dem völligen Ausreifen der einzelnen Gemüse noch zugute kommen.
Man beginnt mit dem Herausnehmen der Wurzelgewächse für den Winterbedarf, dann folgen die Gemüsearten, deren oberirdische Teile zur Ernährung dienen; man reinigt, trocknet ab und bringt in die Aufbewahrungsräume, die sorgsam vorbereitet waren und bei milder Witterung fleißig gelüftet werden.
Das Putzen der Gemüse soll nicht in eine Art Waschen ausarten.
Es darf vor allem nicht zu viel abgeschnitten werden. Auch an Kohlköpfen und Krautköpfen müssen außen ein paar Blätter als Schutzblätter bleiben, die erst beim Verbrauch entfernt werden.
Die Aufbewahrung kann in einem geeigneten frostfreien Raume (z. B. trockenen Keller) oder in Erdbeeten (Einschlägen) geschehen. Alte Mistbeetkästen sind sehr geeignet, da man hier bequem decken kann. In Mieten (wie Kartoffeln) halten sich viele Gemüse sehr gut man kann aber bei starkem Frost nicht dazu und muß dann immer etwas Vorrat bei der Hand haben.
Man überdeckt die Dauerbeete und Gewürzpflanzen mit kurzem Mist, nachdem Stengel und Kraut abgeschnitten waren.
Auch Spinat- und Schwarzwurzelbeete werden nach Eintritt des Frostes durch eine leichte Laubdecke geschützt.
Man säet den Samen der Kerbelrüben und pflanzt Wintersalat.
Man düngt die abgeräumten Ländereien, stürzt oder rigolt nach Erfordernis.
Jetzt ist Petersilie und Schnittlauch für den Winterbedarf in Töpfe oder Holzkistchen zu pflanzen und am Küchenfenster aufzustellen.
Topinambour
Verfasst von Gartenfrau am Sa, 10/03/2009 - 09:51.Der Topinambour (Helianthus tuberosut.), auch Erdbirne genannt, ist ausdauernd und bildet Knollen von der Größe der Kartoffel. weiter lesen ...
Topinambour
Der Topinambour (Helianthus tuberosut.), auch Erdbirne genannt, ist ausdauernd und bildet Knollen von der Größe der Kartoffel. In bezug auf Boden und Lage ist er sehr genügsam, doch je besser beides ist, um so reichlicher ist der Knollenansatz. Er kann auch eine Reihe von Jahren denselben Platz behalten. Man verwendet deshalb zum Anbau eine sonst unbenutzte Stelle im Garten, lockert vor dem Pflanzen den Boden und legt Ende März bis Mitte April größere Knollen einzeln, kleinere zu zweien, in Abständen von 60 cm 10 cm tief. Außer Reinhalten von Unkraut und Behacken bedarf er während des Sommers keiner besonderen Pflege. Im Herbst nach dem Abschneiden der Stengel überdeckt man den Boden mit kurzem Mist, der im Frühjahr untergehackt wird. Die Knollen sind gegen Frost unempfindlich und können, soweit sie nicht gebraucht werden, den Winter über in der Erde bleiben.

Im Handel kommen zwei verschiedene Sorten vor, und zwar der rotschalige und der weißschalige Topinambour. Man baut den Topinambour auch als Wildfutter auf Ackerland, im Walde oder am Waldrande an. Das Rot- wie auch das Schwarzwild scharrt sich die Knollen selbst heraus. Wird der Topinambour im freien Felde angebaut, so schneidet man die Stengel im Herbst nicht ab, denn sie bilden hier, wenn kein anderer Schutz vorhanden ist, eine ausgezeichnete Hühnerremise. Auch die Hasen gewöhnen sich an den Topinambour als Winterfutter, unter dem vom Frost und Schnee zusammengebrochenen Blattwerk können sie die Knollen leicht zur Aesung herausscharren.
April
Alle für den März angeführten Arbeiten werden, wenn sie wegen ungünstiger Witterung nicht ganz ausgeführt werden konnten, jetzt nachgeholt und beendet. Der April spielt im Küchengarten eine hervorragende Rolle, während seiner Dauer wird der Grund für die Sommer- und Herbsternte gelegt. Man kann ihn den Monat den Aussäens und des Pflanzens nennen. Ländereien, die im Herbst oder im Verlauf des Winters gedüngt und gestürzt oder auch rigolt worden sind, werden jetzt durch die Hacken und Harken geebnet und den Zwecken entsprechend abgeteilt. Man säet ins freie Land an die bleibenden Standorte: Kresse, Löwenzahn, Zichorie, Spinat, Gartenmelde, Mangold, spinatblätterigen chinesischen Senf, Meerkohl, Buschbohnen (erst gegen Ende), Erbsen, Puffbohnen, Haferwurzel, Schwarzwurzel, Möhren, Pastinake, Wurzelpetersilie, Radies, Rapontika, Sommerrettich, Roterübe, Zwiebel, Bohnenkraut, Boretsch, Fenchel, Kerbel, Schnittpetersilie, Portulak, Waldmeister usw. Auf Saatbeete zum späteren Auspflanzen werden gesäet: Blumenkohl, Kopfkohl, Wirsing, Rosenkohl, Kohlrabi, Kopfsalat, Sommerampfer, Kohlrübe, Winterzwiebel, Estragon, Krauseminze, Kümmel, Lavendel, Löffelkraut, Majoran, Melisse, Pfefferminze, Pimpinelle, Raute, Salbei etc. Man kann bereits Spargelbeete anlegen. Beim vorhandenen Spargel wird jetzt die Erde an die Pflanzen herangezogen, damit das Stechen im nächsten Monat beginnen kann. Erdbeeren sind spätestens jetzt zu pflanzen und zwar auf frisch gedüngtes Land. Monatserdbeeren kommen als Einfassung der Abteilungen im Gemüsegarten gepflanzt werden. Man legt Frühkartoffeln, Knollenziest, Helianthi, Topinambour. Man pflanzt die im Keller eingeschlagenen Artischocken aus und löst dabei Sprossen ab. Man zerteilt und verpflanzt mehrjährige Gewürzkräuter, wie Sauerampfer, Schnittlauch, Estragon, Fetthenne, Krauseminze, Löffelkraut, Pfefferminze, Pimpinelle, Raute, Salbei, Thymian. Man verdünnt die aufgegangenen Sämereien, pikiert, jätet, lockert auf und begießt nach Bedürfnis. Man pflanzt in Mistbeeten angezogene Pflänzchen, wie die Kohlarten, Kopfsalat usw. auf die bleibenden Standorte in sonniger und geschützter Lage zum Frühverbrauch. Man legt neue Meerrettichbeete an. Man legt Anfang April Gurken, Melonen, Kurbisse in Töpfe und zieht sie heran zum Auspflanzen nach Mitte Mai ins freie Land. Die Mistbeete müssen, je höher die Sonne steigt und je wärmer das Wetter wird, tagsüber mehr und mehr gelüftet werden.
März
In diesem Monat nehmen, wenn auch nicht so ausgedehnt in der ersten Hälfte, was meistens von der Witterung abhängig ist, so doch in der zweiten Hälfte die Arbeiten im Küchengarten an Umfang zu. Wenn es nicht schon Ende Februar geschehen ist, müssen jetzt Mistbeete und Ländereien für die zeitige Aussaat hergerichtet werden. In erstere säet man außer den bereits für Februar aufgeführten Arten: Broccoll, Artischocken, Kardonen, Rhabarber, Tomaten, Eierfrucht, Neuseeländer Spinat, Knollensellerie, Lauch, Basilikum, und zieht diese inzwischen zu kräftigen Pflanzen heran. Ins freie Land können ausgesäet werden: Kresse, Spinat, Sauerampfer, Erbsen, Puffbohnen, Haferwurzel, Schwarzwurzel, Zuckerwurzel, Möhren (Karotten), Radies, Weißrüben, Anis, Schnittpetersilie. Man legt die Brutzwiebeln von Knoblauch, Rokambole, Schalotten, Steckzwiebeln. Die Artischockenbeete werden abgedeckt, der Meerkohl zum Bleichen behäufelt. Man gräbt oder lockert die Dauerbeete, wie Spargel, Rhabarber, Meerkohl und Artischocken. Im Mistbeet herangezogene Pflänzchen von Salat, Blumenkohl, Kohlrabi, Wirsing usw. können ins freie Land gesetzt werden. Beete mit mehrjährigen Küchengewächsen und Erdbeeren werden gereinigt, erstere gegraben, letztere nur gehackt oder mit der Grabegabel umgegraben, wobei der im Herbst aufgelegte Dünger mit untergebracht wird.



